Chimera Station gebaut

Chimera Station gebaut

Ein Worker-Placment Spiel mit besonderem Twist. Im Prinzip lässt sich Chimera Station so zusammenfassen. Dabei sieht es dann auch noch knubbelig aus.

Auch schön anderswo

Zugegeben, ich bin derzeit ein Wenig neidisch. Dabei ist es meine eigene Schuld, die Berlin Brettspiel Con nicht auf den Schirm gehabt zu haben. Mittlerweile hat diese Veranstaltung so an Ausmaß und Charakter gewonnen, dass sie für mich eine perfekte Alternative zur jährlichen Spielmesse in Essen geworden ist. Im Vordergrund steht in Berlin das Spielen, wie man auch an der Veranstaltungsfläche erkennen kann. In Essen bin ich dazu in den letzten Jahren kaum gekommen. Jammer hilft hier aber nicht, sondern nur der Vorsatz, es im nächsten Jahr besser zu machen.
Abgesehen davon hoffe ich auf ein Wunder — eines, welches die Spielemesse von Essen nach Köln bringen wird. Schließlich haben wir hier schon die games.com. Sieht man von dieser Phantasterei ab, bleibt eine sommerliche Durststrecke in Bezug auf Brettspiele. Woanders ist es aber auch schön, versucht man sich einzureden und die Zeit bis zum Herbst anderweitig zu verbringen. Wobei ich für mich bereits beschlossen habe, auch in diesem Jahr nicht zur Spiel zu fahren. Einer der Gründe: in ein bis zwei Tagen kann man nie alles sehen, was einem möglicherweise interessiert. Es wird immer Spiele wie Chimäre Station geben, die komplett unter dem Radar fliegen.

Chimera Station im Betrieb
Chimera Station im Betrieb

Besonderheit von Chimera Station

Wo wir schon mal dieses Spieltitel erwähnt haben. Heute haben meine Frau und ich die zehnte Partie Chimera Station in diesem Jahr gespielt. Das ist auch ganz unabhängig von irgendwelchen Challenges erwähnenswert. Zwar ist es bereits seit dem Ende der Osterferien in unserem Besitz, aber wie wir dazu gekommen sind, ist etwas schräg.
Ostern verbrachten wir auf Borkum. Wie das so ist, kann ich auch im Urlaub nicht ohne Brettspiele und Brettspielvideos auskommen. Von Tom Vasel sah ich dann, erschöpft von einem langen Strandspaziergang ein Video-Review. Das was ich sah, begeisterte mich. Ziemlich sogar, denn 12 Minuten und 17 Sekunden später bestellte ich Chimera Station.
Als wir nach dem Urlaub nach Hause kamen, hatten Nachbarn das Paket mit der Bestellung schon für uns entgegen genommen. Gleich am nächsten Tag begannen wir unsere erste Partie. Der Eindruck aus dem Video bestätigte sich.

Karten bringen Perks

Tentakel mit Kännchen

Was aber ist die Besonderheit bei Chimera Station? Jeder Spieler beginnt mit Arbeitern, die genau das gleiche können beziehungsweise nicht können. Um beim Bau einer Raumstation zu helfen (und Siegpubkte zu verdienen), setzt man seine Arbeiter (Aliens) auf ein Modul des Spielfeldes. Es können auch neue Module genau werden, die neue Aktionsmöglichkeiten mit sich bringen. Der Clou aber ist das Splicen. Man kann den eigenen Arbeitern neue Komponenten hinzufügen. So wird aus einem einfachen Arbeiter einer mit Tentakel — die bringen zusätzliche Ressourcen. Gehirne geben Extra-Punkte, Blätter erleichtern die Ernährung und Klauen, nun ja, damit kann man andere Arbeiter von den Einsatzfeldern schubsen.
Auch wenn die Komponenten niedlich aussehen, lernt man schnell, dass Chimera Station ein knallhartes Eurogame ist. In fünf Runden muss man ziemlich genau wissen, wie man an seine Siegpunkte kommt. Vor allem, wie man am Ende mehr hat als die anderen Spieler. Je besser man Chimera Station und die Funktionsweise der einzelnen Module kennt, desto höher wird Spielspaß sein. Die extrem knappe Partie, die meine Frau und ich zuletzt gespielt haben, ging schon in Richtung Schach.
Die einzig wirklich schmerzliche Erfahrung im Spiel ist aber nicht die Niederlage, sondern der Moment, wo man die Haut zwischen Zeigefinger und Daumen versehentlich mit verbaut bei seinem Arbeiter.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren