Kinder in die Welt setzen

Kinder in die Welt setzen

Wer Kinder in die Welt setzen will, benötigt keinen Eignungsnachweis. Im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen des Lebens.

Merkwürdiges Vorwort

Es gibt Blogartikel, bei denen ich schon beim schreiben der Überschrift und Einleitung die Prügel erahne, die ich dafür möglicherweise beziehen werde. Etwas über Kinder zu schreiben, dazu noch selber kinderlos zu sein — wie kann der nur. Dabei hat jeder Mensch das Recht auf eine eigene Meinung. Zum Thema Kinder steht mir entsprechend auch eine zu.
Rechtfertigen dafür muss ich mich nicht, auch wenn es etwas danach klingt. Lehramt Primarstufe habe ich ich studiert, weil ich Kinder mag. Als Menschen, aus denen etwas großartiges werden kann. Kinder sind Zukunft. Das Lied „Kinder an die Macht“ von Herbert Grönemeyer hat für mich nichts an Faszination und Aussagekraft verloren — trotz allem.
Im Alltag bin ich umgeben von Kindern, auch ohne Lehrer geworden zu sein. Ich wohne in einem kinderreichen Stadtteil von Köln in einer kinderfreundlichen Siedlung. Man könnte mir also die Rolle eines neutralen Beobachters zugestehen. Darum bitten werde ich nicht, ich werde einfach so meine Gedanken zum Besten geben. Meiner Meinung nach werden nämlich leider zu viele Kinder in die Welt gesetzt. Ein unpopuläre Meinung, ich weiß. Kinderfeindlichkeit ist da noch ein harmloser Vorwurf.

Kinder in die Welt
PublicDomainPictures / Pixabay

Zu viele Kinder in die Welt gesetzt

Gehen wir nach der Vorrede ans Eingemachte. Auch hier wieder vorweg mein persönlicher Standpunkt. Ich bin davon überzeugt, dass auf diesem Planeten mittlerweile zu viele Menschen leben. Dazu kommt die Art und Weise, wie wir mit der Welt und ihren begrenzten Ressourcen umgehen. Das kann und wird auf Dauer nicht gut gehen. Jeder der Kinder in die Welt setzt, sollte sich das immer vor Augen halten.
Hinzu kommt das beschämende Verhalten, wie wir mit Menschen aus anderen Ländern, die unsere Hilfe benötigen, umgehen.
Was meine Haltung zum Thema „Bedingungslose Grundeinkommen“ angeht, so habe ich mich hier in diesem Blog bereits mehrfach dazu geäußert.
Stellt sich jetzt die Frage, wie das zusammenhängt mit dem Thema Kinder in die Welt setzen. Es hängt zusammen mit einem Streitgespräch in der neusten Ausgabe des philosophie Magazins, welches in Auszügen wiedergegeben wird beim Deutschlandfunk. Auch bei Richard David Precht dürfte klar sein, wie ich zu ihm stehe. In dem, was beim Deutschlandfunk steht, fehlt (vielleicht auch bewusst) eine Passage. Precht sagt in Bezug auf Grundeinkommen und Familien:

Ich möchte nicht, dass jemand, der 1500 Euro Grundeinkommen hat und keine Perspektive auf einen Beruf, auf die Idee kommt, fünf Kinder zu kriegen.

Die Wellen der Empörung über diese Aussage waren groß. Precht habe gesagt, Arme dürften keine Kinder in die Welt setzen. Beziehungsweise sich nicht vermehren wie die Karnickel, wenn sie denn keinen ordentlichen Beruf hätten. Natürlich hat Precht das so nicht gesagt.

Berechtigte Position

Es ist meiner Meinung nach aber eine berechtigte Position, die er dort vertritt. Die Frage, ob in welcher Form Anreize für Nachwuchs zu schaffen sind, muss gestellt werden. Nicht um ein Verbot geht es bei Precht, sondern eben um Anreize.
Im Übrigen würde ich persönlich die Anreize nicht abhängig machen vom Einkommen, sondern von der Gesamtsituation. Auch bei einer Familie, mit hohem Einkommen finde ich mehr als drei Kinder grenzwertig. Und eigentlich sind bereits drei eins zu viel. Familienplanung ist etwas, das die gesamte Gesellschaft angeht. Kinder in die Welt zu setzen hört sich privat an, aber es betrifft uns alle. Im positiven wie im negativen Sinne.
Eltern dürfen nicht alleine gelassen werden, genau so wenig wie sie andersrum ureigene Aufgaben auf die Gesellschaft abwälzen sollten.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren