Eclipse auf Kickstarter

Eclipse auf Kickstarter

Neuauflagen können eine Verbesserung sein; eine Verschlechterung. Selten sogar beides, wie die Kickstarter-Kampagne zum Brettspiel Eclipse aktuell zeigt.

Name vieler Gesichter

Ein Name kann viele Assoziationen wecken. Bei Eclipse denken die einen an eine Entwicklungsumgebung für Software. Andere an die Eroberung der Galaxis in einem guten 4x-Spiel. Für wieder andere ist es eine gute Möglichkeit, Menschen Geld aus der Tasche zu ziehen. Um letzteres geht es im folgenden.
Bevor ich auf den aktuellen Stand eingehe, möchte ich einen Blick zurück werfen. Nach wie vor halte ich Eclipse für ein gelungenes Brettspiel, auch wenn es weniger häufig als mir lieb ist auf den Spieltisch kommt. In diesem Jahr stand es noch gar nicht zur Debatte, die letzte Partie haben meine Frau im vergangenen Jahr um Ostern herum gespielt.
Zum Sieg führen im Spiel viele Wege. Man kann auf Erkundung setzen, auf die Entwicklung seiner Technologie oder drauf, andere Spieler zu überfallen. Es gibt ein paar Schwächen bei Eclipse, die meiner Meinung aber nicht ins Gewicht fallen. Eine jedoch sorgt leider dafür, dass das Spiel nicht ganz so häufig von uns gespielt wird. Vor dem Spiel muss eine Menge Material sortiert werden — langer Spielaufbau tut keinem Spiel besonders gut.

Eclipse
Buddy_Nath / Pixabay

Abhilfe bei Eclipse

Meine Frau und ich habe für Eclipse Sortierboxen für Counter gekauft, wie sie auch von Wargamern verwendet werden. Die waren nicht besonders teuer und erfüllen ihren Zweck. Zwar gibt es ziemlich gute Lösungen für das Problem, diese hier ist aber aktuell nicht mehr verfügbar. Und sie wird es vermutlich auch nie mehr sein. Das hängt nämlich mit der Neuauflage von Eclipse zusammen. Wobei die Bezeichnung Neuauflage hier nicht so ganz richtig ist.
Das ganze läuft über die Plattform Kickstarter und wurde schon seit geraumer Zeit auch kontrovers diskutiert. Seit dem die Kampagne jetzt Anfang dieser Woche startet, spaltet sich das Lager der Spieler. Es gibt welche, die den Preis gerechtfertigt halten. Andere dagegen und maßlos enttäuscht. Teilweise auch aus ganz unterschiedlichen Gründe. So betragen etwa die Versandkosten nach Australien 65$ — für ein Spiel, was selber 99$ kosten soll.
Bemängelt wird auch, dass es keinen Kickstarter-exklusiven Inhalt gibt (was ich persönlich zum Beispiel ganz gut finde). Was mich selber angeht, mich stören an der Version 2.0 eine Reihe von Dingen. Um das vollständige Spiel zu haben, muss man statt 99$ den höheren Betrag von 149$ in die Hand nehmen. Lediglich die Version Galactic Counselor enthält alle Stretchgoals und die Schiffe der Menschen, die bereits Bestandteil der alten Basisversion waren. Für 99$ dagegen bekommt man quasi Version 1.0 plus Ship pack one minus die Schiffe aus dem Basisspiel.

Tritt in den Hintern

Als Deutscher sollte vielleicht gar nicht so laut meckern. Schließlich haben wir mit 10$ Versandkosten die mit Abstand geringste Hürde. Aber ehrlich gesagt, was soll ich mit Eclipse 2.0, wenn ich bereits die alte Ausgabe inklusive aller Erweiterungen und Promos habe?
Klar kann ich die verkaufen. Wenn mich denn die Neuauflage zu 100 Prozent überzeugen würde. Tut sie aber nicht.
Fangen wir mal mit den Trays an, der auffälligsten Neuerung. Für das Spielmaterial sind sie wirklich sinnvoll. Hier wüste ich aber sehr gerne, aus welcher Sorte Kunststoff sie sind. Ist es so ein wabbeliges Plastik, was man bei Spielen häufiger als Schachteleinsatz bekommt oder hartes Vollplastik? Das macht für mich einen erheblichen Unterschied. Recherchiert man etwas, bringt das etwas Licht ins Dunkle. Offensichtlich werden die Trays von Game Trayz hergestellt und sollen aus hochwertigem Plastik sein. Erklärt an dieser Stelle aber erstmal, warum die Trays vom selben Hersteller für Version 1.0 vom Markt genommen wurden.
Nicht der einzige Tritt in den Hintern für Besitzer der ersten Auflage von Eclipse. Selbstverständlich wird es nämlich kein Upgrade-Pack geben, mit dem man aus Version 1.0 Version 2.0 machen kann. So was gehört eigentlich zu den Gepflogenheiten in der Szene — zumindest ist so was häufiger anzutreffen.

Knapp verkürzt

Die Diskussion um die Kampagne lässt sich gut bei kickstarter selber aber auch auf BGG verfolgen. Recht häufig wird nach einem PDF mit den neuen Spielregeln gefragt, damit man sich als potentieller Käufer einen Überblick über die Änderungen verschaffen kann. Das Material ist nur die eine Seite, die Regeln eben die wichtige andere. Mir persönlich gefällt die Verkürzung der Spielrunden nicht. Aber gefällt auch nicht, wie die Tableaus für die Rassen beschnitten wurde. In der Neuauflage gibt es jetzt für jede Rasse ein eigenes Tray für Einkommen und Ressourcen. besonders gelungen finde ich das nicht, zumal das bei bestimmten Rassen komplett neue Trays erforderlich macht.
Mit Sicherheit habe ich eine ganze Menge beim runter schreiben meines Frust vergessen. Für mich steht fest, dass ich abwarte, bis die Neuauflage in den Handel kommt. Das wird in Bezug auf Versandkosten günstiger, man kauft dann nicht die Katze im Sack und möglicherweise ist der Einzelhandelspreis später auch günstiger als das, was man jetzt vorab zahlen soll.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren