Missbraucht die Toten

Missbraucht die Toten

Erneute beweist die AfD ihre Schamlosigkeit. Ein totes Mädchen wird für perfide Zwecke missbraucht. Wer jetzt schweigt, macht sich zum Mittäter.

Doppeltes Opfer

Susanna war es nicht vergönnt, älter als 14 Jahre zu werden. Am Mittwoch wurde sie tot in Wiesbaden aufgefunden. Sie fiel einem Gewaltverbrechen zum Opfer. In der Nacht vom 22. auf 23. Mai wurde sie vergewaltigt und anschließend ermordet. Seit dem 22. Mai galt sie als vermisst. Ihre Familie hatte bis zum letzt gehofft, sie wieder in die Arme schließen zu können.
Der Fall ist tragisch. Wie Susanna zum zweiten mal missbraucht wird, macht aber besonders traurig. Sie wird missbraucht von Politikern der AfD. Die Partei profiliert sich schamlos, ohne Rücksicht.
Aus Sicht von Menschen wie Alice Weidel ist der Mord eine Steilvorlage, um gegen Ausländer zu hetzten. Um populistisch gegen Flüchtlinge zu wettern, die man für alles Böse in Deutschland verantwortlich macht. Ja, mit hoher Wahrscheinlichkeit wurde das Mädchen durch einen irakische Flüchtling getötet. Bis zum Beweis seiner tatsächlichen Schuld gilt er jedoch lediglich als Tatverdächtiger. Nach seiner überstürzten Abreise in den Nordirak wurde er dort aufgreifen. Ein Auslieferungsantrag ist gestellt worden. Ganz deutlich muss betont werden, dass sich der Iraker legal in Deutschland aufgehalten hat. Sein Asylantrag wurde zwar abgelehnt, es lief aber ein Widerspruchsverfahren.

Schweigen missbraucht
philm1310 / Pixabay

Missbraucht für Politik

Jede Woche kommt es zu Gewalttaten in Deutschland. Dabei handelt es sich überwiegend um deutsche Täter. Keines der Verbrechen wird so ausgeschlachtet und missbraucht wie dann, wenn ein ausländischer Mensch ein Verbrechen begeht.
Selbstherrlich beginnen die AfD-Abgeordneten eine durchschaubare Schweigeminuten im Bundestag, gegen den Willen alle anderen Parteien. Selbst diese Ablehnung schlachtet man als. Es wurde, vor der Originalton der AfD, den „Opfer von Flüchtlingsterror eine Schweigeminute“ verweigert. Flüchtlingsterror — eine unglaubliche Wortkonstruktion.

Würde die AfD für jeden Menschen, der letztes Jahr wegen der europäischen Flüchtlingspolitik im Mittelmeer ertrunken ist, eine Schweigeminute abhalten, wäre sie über 2 Tage still.
Volksverpetzer

Noch viel unglaubliche ist, wie die Fraktionschefin der AfD, Alica Weidel, die Tote Susanna in einem Video missbraucht. Ihr Tod sei kein blinder Schicksalsschlag. „Susanna ist ein weiteres Opfer der heuchlerischen und egoistischen Willkommenspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel.“ Sehr deutlich fordert Weidel den Rücktritt von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Es fallen Begriffe wie Asylansturm und es wird eine „an Recht und Gesetz ausgerichtete Asylpolitik“ gefordert.
Ganz so, als ob derzeit Menschen die Grenzen nach Deutschland überfluten würde. Als ob Recht und Gesetz nicht angewendet würden — das Gegenteil ist der Fall. Die Aufnahme von Flüchtlingen und Asylsuchenden vollzieht sich nicht in einem rechtsfreien Raum. Das muss mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht werden.

Erschreckendes Echo

Mich hat heute morgen meine Facebook-Timline erschreckt. Dort fand ich das Video von Weidel, geteilt von einer mir bekannten Autorin. Wie viele andere auch klatschte sie Frau Weidel Beifall. Man habe ja selber eine 14-jährige Tochter. Angst führt ganz schnell auf einen sehr dunklen Weg. Wer der AfD und dem Video von Alica Weidel applaudiert, klatscht auch, wenn in Deutschland wie Flüchtlingsheime brennen. Er applaudiert, wenn die AfD eines Tages die Macht übernimmt, klatscht immer noch, wenn Lager eröffnet werden und die ersten Nachbarn verschwinden.
Man muss sehr blind sein, wenn man nicht sieht, wie die AfD Opfer für ihre eigene Zwecke missbraucht.
Wer immer auch Positionen der AfD vertritt, hat in meiner Timeline nichts mehr zu suchen. Konsequenz ist wichtig, um den Faschisten und neuen Nationalsozialisten so wie ihren Wegbereitern entgegen zu treten.

Kommentar verfassen

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren