Plastiksucht bei Spielern

Plastiksucht bei Spielern

Unter Brettspielen verbreitet sich zunehmend eine Plastiksucht. Ordnung muss sein im Karton. Daher wird Spielmaterial sauber sortiert, wie andere millimetergenau ihre Hecke schneiden.

Zeit fast ohne Plastik

Es gab eine Zeit vor der Plastiksucht bei mir. Wobei die Aussage nur zum Teil stimmt. In den 80er und 90er Jahren gab es Einsätze aus Kunststoff in den Spielschachteln. Damit das Spielmaterial ordentlich sortiert werden konnte. Das ist zwar praktisch, solange das Spiel im Regal steht, aber ziemlich unpraktisch, wenn man es denn spielen will.
Entweder wird die große Schachtel um den Spieltisch herumgereicht, wenn man sich denn Geld, Material oder sonst was nehmen möchte. Oder man kippt das ganze Zeug auf den Tisch, schieb es zu passenden Häufchen zusammen — nur um es am Ende der Partei wieder in die Spielschachtel zu sortieren.
Gleichzeitig fanden wir in meiner Spielgruppe damals die amerikanischen Spiele, die ganz ohne Schachteleinsatz daher kamen, befremdlich. Ihnen läge so merkwürdige Kunststoffbeutel dabei, die zu der zeit in Deutschland schwer zu bekommen waren. Ohne das ich es ahnte, wurde hier der Grundstein für meine spätere Plastiksucht gelegt.
Mit den Jahren lernte ich dann den Begriff für diese kleinen Plastiktüten: Zipp-Beutel

Plastiksucht schafft Ordnung
Ordnung im Karton

Plastiksucht ist unheilbar

Im Lauf meiner Jahre als Spieler und Sammler stellte ich dann fest, wie praktisch diese Beutel eigentlich sind. Viel besser eigentlich als der Schachteleinsatz, sei er aus Kunststoff oder Pappe. Schmerzlich musste ich allerdings auch feststellen, welche Probleme eine andere Form der Aufbewahrungen bereiten kann. Früher hielt ich die Spielkarten in der Schachtel mit Gummibänder zusammen. Das ist einer der dümmsten Ideen überhaupt. Die Gummibändern altern, sie trocknen aus und werden porös. Wäre nicht schlimm, wenn sie dadurch an den Karten kleben und auch noch hässliche Flecken hinterlassen würden.
Aufbewahrt in Zipp-Beuteln geht es die Karten viel besser. Diese Beutel sind aber nicht der Weisheit letzter Schluß. Mittlerweile sind sie problemlos zu bekommen. Ist man jedoch ehrlich als Spieler und nicht nur Sammler, sind sie genau so unpraktisch wie ein Schachteleinsatz. Man kippt auch hier das Material auf den Tisch.
Damit kommen wir dann zu meiner Plastiksucht, von der ich wohl nicht mehr loskommen werde. Die Lösung des Problems Aufbewahrung und Ordnung auf dem Spieltisch selber besteht nämlich in Dosen aus Kunststoff. Gerade eben habe ich wieder 20 Stück bestellt. Ja ich weiss, Plastik ist nicht gut für die Umwelt. Aber ich verspreche hoch und heilig, meine Dosen nicht ins Meer zu werfen oder sie die Toilette herunterzuspülen.

Warum sortieren

Wie schon bei Terrforming Mars, so ist es auch bei anderen Spielen enorm praktisch, wenn man sofort (oder zumindest recht schnell) losspielen kann. Bei Agricola bestand diese Möglichkeit nicht. Die Zipp-Beutel mussten in Glasschälchen umgefüllt werden. Bei dem vielen Spielmaterial sind es ganz zehn Stück auf dem Tisch.
Jetzt habe ich mir vorübergehen mit Dosen aus anderen Spielen (meine Plastiksucht besteht ja schon länger) beholfen. Im Karton sieht es jetzt ordentlich aus, aufgebaut ist Agricola deutlich schneller. Und auch schneller wieder weggeräumt. Wobei, wer will Agricola ernsthaft vom Tisch räumen, so gut wie das Spiel ist?

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren