Karl Lagerfeld hasst

Karl Lagerfeld hasst

Hohes Alter ist gibt keine Narrenfreiheit. Demenz wird bei Karl Lagerfeld auch nicht als Ausrede für seine jüngste Entgleisung herhalten könne.

Keine Ahnung aber Meinung

Es gibt ein sehr schönes Zitat von Dieter Nuhr, was man immer wieder bei entsprechend passender Gelegenheit verwenden kann: „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“ Genau das war das Erste, was mir nach der letzten öffentlichen Äußerung von Karl Lagerfeld durch den Kopf ging. Natürlich kann man das auch höflich formulieren, etwa wie „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Auf einen groben Klotz gehört aber ein grober Keil.
Fangen wir aber von vorne an. Laut Zeitungsmeldungen etwa bei der WAZ hat Karl Lagerfeld in Bezug auf die Flüchtlingspolitik gesagt: „Ich hasse Merkel“. Bevor es um den Kontext geht, muss man erstmal diesen Ausspruch für sich betrachten. Öffentlich zu bekunden, dass man jemanden hasst, ist schon ziemlich heftig. In einer zivilisierten Gesellschaft gehört sich so etwas nicht. Man kann Spinat hassen, aber Menschen? Hass ist immer ein Schritt richtig Gewalt. Das braucht und kann man gar nicht schönreden. Erwachsenen, zu denen ja auch mit 89 Jahren Karl Lagerfeld gehört, sollten sich dessen bewusst sein. Hier besteht jedoch das Problem, dass wir von einer Selbstverständlichkeit ausgehen, die längst keine ist.

Karl Lagerfeld sieht anders aus
Bogsaf / Pixabay

Karl Lagerfeld polarisiert

Nun verhält es sich so, dass es bei Karl Lagerfeld kein „einmaliger Ausrutscher“ ist. Der Modeschöpfer hat sich auch in der Vergangenheit mit unschönen Zitaten bekleckert:

Was ich entworfen habe, ist eine Mode für schmale, schlanke Leute. Das war die ursprüngliche Idee.

Auch stammt von ihm die Aussage, Flüchtlinge wären die „schlimmsten Feinde der Juden“ — zu finden etwa in der FAZ vom 13. November 2017.
Mit solchen Aussagen will man provozieren. Nur das es in diesem Fall nicht um Mode, sondern um Menschen geht, die man gegeneinander aufhetzt.
Merkel hasst Lagerfeld, weil sie über eine Million Flüchtlinge ins Land gelassen und damit der AfD zum Wahlsieg verholfen habe. So einfach kann man sich die Dinge machen, wenn man für komplexe Zusammenhänge zu bequem ist.
Jetzt „droht“ Karl Lagerfeld sogar damit, seinen deutschen Pass zurück zu geben. Ganz ehrlich, ich weiss nicht mal, ob der Herr in Deutschland überhaupt Steuern zahlt. Seine Relevanz für unsere Gesellschaft halte ich persönlich auch für sehr niedrig. Wirklich was geleistet hat er jedenfalls nicht. Für die meisten von uns dürfte er im Alltag keine Relevanz besitzen. Er ist nur ein alter Mann mit dunkler Brille, der fernab in Paris lebt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren