Kakao für Affen

Kakao für Affen

Zucker reagiert im Gehirn wie Kokain und macht ebenfalls süchtig. Entsprechend gibt es gute Gründe, auf ihn als Inhaltsstoff in Schokolade zu verzichten. Hundert Prozent Genuss verspricht der reine Kakao.

Gib dem Affen Zucker

Den Ausspruch „Gibt dem Affen Zucker“ beziehungsweise kein Zucker kannte ich schon als Kind. Den dazugehörigen Film habe ich allerdings nie gesehen. In meiner Vorstellung und im familiären Sprachgebrauch bezog sich darauf, jemand der überdreht ist, nicht noch zusätzlich anzustacheln. Dem Affen Zucker geben, dafür hat Geo lino auch noch eine andere, hübsche Erklärung parat. Früher zogen wohl Leierkastenmänner mit Affen durch die Gegend. Um diesen bei Laune zu halten, gab der Besitzer ihm ab und an Zucker zu essen.
Mit Sicherheit wirkt Zucker bei allen Primaten gleichermaßen. Als Kind fand ich es auch sehr befriedigend, Zuckerwürfel zu essen oder Kandis zu lutschen. Glücklicherweise bin ich da raus gewachsen. Jedoch, Zucker ist ein Schurke. Er versteckt sich gerne in anderen Dingen, leider auch in Sachen, die ich unglaublich gerne esse. Und dazu gehört nun mal Schokolade. Die besteht nicht nur aus Kakao, der Substanz meiner Träume, sondern aus einer Menge anderen Zutaten. Damit fangen dann die Probleme an.

Kakao
AlexanderStein / Pixabay

Schokolade ungleich Kakao

Es gab Phasen, da habe ich Schokolade nur in Tafeln gegessen. Ein einziges Stück wäre undenkbar gewesen. Im Studium bestand meine Lieblingskombination aus Kaffee und Schokolade, da der Kaffee den Geschmack des Kakaos hervorbrachte und umgekehrt. Abgesehen davon brauchte ich dadurch im Kaffee weder Milch noch Zucker. War ja bereits beides in der Schokolade drin. So genau habe ich mich allerdings früher nie mit den Inhaltsstoffen auseinander gesetzt, denn dann wäre mir einiges aufgefallen. Etwa der Umstand, woraus Milchschokolade hauptsächlich besteht. Nämlich nicht aus Kakao, sondern eher minderwertigen Zutaten — zumindest bei den lila Sorten, die ich damals favorisierte.
Seit Mitte Januar beschäftigt mich das Thema Zucker — dank einer Aktion von REWE wurde ich darauf gestoßen. Mir persönlich schmeckte ja der Pudding mit dem wenigsten Zucker am besten. Neugierig geworden stellte ich in den letzten Wochen eigene Experimente bei Schokolade an. Mein Bestreben hierbei war, den Zuckeranteil zu senken und den Anteil an Kakao zu erhöhen.
Das führte zu einer spannenden Reise in die Welt der Schokolade. Zudem zur Erkenntnis, dass etwas was zu 100 Prozent aus Kakao besteht, nicht mehr Schokolade genannt werden darf.

Bitteres Ende

Bitterschokolade ist nicht das Ende der Fahnenstange, wie ich bisher gelaunt hatte. Bei 60 Prozent ist noch längst nicht Schluss. Selbst 85 Prozent, die eine Firma vertreibt, welche in Köln ein Museum unterhält, ist erst der Anfang.
Vom selben Hersteller gibt es eine Sorte, die 99 Prozent Kakao enthält. Für den Mainstream, vermutlich. Denn es gibt deutlich mehr auf dem Markt, als man für möglich hält. Sogar Seiten im Netz, wo es nur um Schokladentests geht.
Nach mehreren Versuchen mit Schokolade aus einem Biomarkt bis hin zu über 98 Prozent Kakao gelangte ich durch die Internetseite auch zu meiner ersten Hunderter. Einem Produkt, das nur aus Kakao besteht. Meine Empfehlung dazu: man sollte sich langsam herantasten und erstmal bei normaler Schokolade in höhere Bereiche ran tasten. Die hundert Prozent sind eine Herausforderung. Meiner Meinung nach aber eine, die sich lohnt. Der Pure Geschmack von Kakao — und der ist stark abhängig von Herkunft und Herstellungsverfahren.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren