Fallout 4 — die ersten Stunden

Fallout 4 — die ersten Stunden

Schnallt den Pip-Boy um und macht euch auf, das Ödland zu erkunden. Das ist in Fallout 4 tatsächlich riesig. Allerdings auch ziemlich gefährlich, denn aus dem netten Nachbarn von nebenan ist möglicherweise ein wilder Guhl geworden.

Zeitreise in die Vergangenheit

Ja, Fallout 4 ist kein neuer Titel. Das Spiel erschien im November 2015. Obwohl mich im Sommer des gleichen Jahres Fallout Shelter in seinen Bann zog, kaufte ich mir den neuen Teil der Serie damals nicht. Obwohl mir sechs Jahre zuvor Fallout 3 ziemlich gut gefallen hatte. Es war schlicht und einfach der selber auferlegte Mangel an einer Konsole, der mich von Fallout 4 abhielt. Zwei jähre später war damit Schluss. Im letzten Sommer kaufte ich mir fie Xbox one S, die ich nicht mehr missen möchte. Ja, auch die PS4 hätte mir gefallen. Aber seinen Gamerscore und alle früher digital gekauften Inhalte einfach so in die Tonne hauen? Nun denn, das wäre ein anderes Thema.
Vor Weihnachten gab es die Game of the Year Edition von Fallout 4 günstiger. So eine GotYE ist meistens komplett mit allen später erschienenen Inhalten. Mit anderen Worten: man bekommt bei einem schon an sich umfangreichen Spiel noch mehr für wenig Geld geboten.

Hancock in Fallout 4
Hancock in Fallout 4

Aufbruch ins Ödland

Die Story beginnt mit dem, womit alle guten Geschichten anfangen. Mit dem Helden. Sie oder er steht vor dem Spiegel im Badezimmer eines schicken Hauses in einer Vorstadtsiedlung. Als Spieler von Fallout 4 beginnt man mit der Erschaffung seiner Figur, bevor man in die Handlung geworfen wird. Kommt man aus dem Badezimmer raus, erlebt man eine Welt im Jahr 2077, die viel Ähnlichkeit mit den 50er Jahren hat. Es ist das gesamte Design dieser Spielwelt, welches zum enormen Reiz der Fallout-reihe beiträgt. Es bleibt einem wenig Zeit mit Frau und Kind, bevor an der tut ein Vertreter von Vault-Tec klingelt. Die Versicherung, die er einem verkauft, braucht man noch am selben Tag.
Das alles ist nur Vorspiel, denn nach dramatischen Szenen wacht man aus dem Kälteschlaf im Jahr 2287 wieder auf. Verwirrt, einsam und sehr, sehr wütend. Auf der Suche nach Rache verlässt man den schützenden Vault 111 und betritt eine andere Welt. Eine Welt nach dem Atomkrieg. Vor einem liegt das Ödland und die ehemalige eigene Siedlung, an der 200 Jahre lang die Zeit genagt hat.

Immersion in Fallout 4

Nein, ich habe Fallout 4 noch nicht durchgespielt. Nach über 51 Stunden Spielzeit habe ich auch immer noch das Gefühl, gerade erst am Anfang zu sein. Für die Hauptquest habe ich es noch immer nicht nach Diamant City geschafft. Es gibt einfach unglaublich viel zu entdecken, zahlreiche sehr liebevolle Nebenquest laden einen ein, den Pfad zu verlassen. Sehr beeindruckt hat mich die Geschichte von Silver Shroud, bei der man in die Haut eines Helden aus einem Hörspiel schlüpft. Als Silver Shroud bekämpft man Verbrecher. Stilecht im passenden Kostüm und mit silberner Maschinenpistole. Oder man lässt sich bestechen — die Entscheidung liegt ganz bei einem selber.
Was einem dabei geboten wird, ist beeindruckend. Ausschnitte aus dem Hörspiel, stimmungsvolle Kulissen und das Drama um die Verfilmung des Hörspiels. Nicht zu vergessen ein dramatisches Ende. Für mich ein schwerer Abschied, weil ich einen lieb gewonnenen NPC trotz mehrfacher Anläufe nicht retten konnte.

Sandkasten Siedlungsbau

Viel meiner bisherigen Spielzeit habe ich mit dem Ausbau meiner Siedlung(en) sowie dem besorgen von Baumaterial verbracht. Es macht einfach Spaß, vor sich hin zu werkeln und erfüllt mit Stolz, wenn die ersten eigenen elektrischen Gerätschaften funktionieren. tatsächlich steckt auch etwas „Sims“ in Fallout 4, denn die Siedlungen wollen gehegt und gepflegt werden. Klar, dazu gehört auch mitunter eine robuste Verteidigung, aber satt wollen die eigene Siedler auch werden.
Gerade wenn man denkt, jetzt wäre es wieder an der Zeit der Hauptort zu folgen, stolpert man wieder über was anderes. Und lässt sich ablenken. Aber wer hätte nicht gerne einen Supermutanten zum Freund oder einen Killerroboter als Begleiter?
Für das Online-Magazine 4Players schrieb Jörg Luibl in seinem Fazit

Fallout 4 lässt mich versinken und versacken, bis mich die Müdigkeit ins Bett zwingt.

Genau so geht es mir auch. Es ist einfach ein großartiges Spiel und eine Empfehlung für alle, die sich mit dem düsteren Endzeitszenario auch nur ansatzweise anfreunden können. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass ich noch mindestens 50 weitere Stunden durch das Ödland streifen werde.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren