Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Im Alter von 76 verstarb am Mittwoch der Astrophysiker Stephen Hawking. Eine Ausnahmeerscheinung in jeder Hinsicht.

Physik für Dummies

In Physik war ich schon immer eine Niete. Damit ich etwas verstehe, muss man es an ziemlich konkreten Beispielen veranschaulichen. Und selbst dann gibt es keine Garantie, dass ich es wirklich verstehe. Dabei bin ich dem Stoff selber nicht abgeneigt. Als Kind hatte ich einen Physikbaukasten, Science Fiction Romane begeisterten mich — und tun es noch immer. Auch Astrophysik finde ich extrem spannend. Irgendwie habe ich aber leider eine Art String im Kopf, der tiefe Einsicht in die Materie verhindert. So blieb dann auch das Buch von Stephen Hawking „Eine kurze Geschichte der Zeit“ eines der wenigen nahezu ungelesenen Bücher in meiner Bibliothek. Mir fehlt das Vorstellungsvermögen, um seinen Theorien zu folgen — leider.
Leider, weil das worüber Stephen Hawking geforscht und gelehrte hat, zu den spannendsten Dingen in unserem Universum überhaupt gehört. Aber wie gesagt, ich habe da eine Blockade. Gemerkt habe ich das in den letzten Tagen wieder beim lesen des Romans „Artefakt“ von Gregory Benford. Von der Archäologie wandert das Buch immer weiter Richtung Physik, Quantentheorie und Astrophysik. Es wird für mich zunehmen schwieriger, der Handlung zu folgen.

Stephen Hawking verstroben

myersalex216 / Pixabay

Nachruf auf Stephen Hawking

Auch wenn ich ihm inhaltlich nicht folgen konnte, so hielt ich Stephen Hawking dennoch für ein brillanten Kopf. Darüber hinaus für einen großartigen Menschen, der es auf bewundernswerte Weise schaffte, mit seiner Krankheit umzugehen. Hawking saß seit Jahrzehnt als Folge der Nervenkrankheit ALS im Rollstuhl. Seit Mitte der 80er Jahre konnte er nicht mehr selber sprechen und bediente sich der Hilfe eines Sprachcomputers. Seinen Lebenswillen verlor er dennoch nicht. Im Gegenteil, seine Krankheit schien ihn zu weiteren geistigen Höchstleistungen anzuspornen. Andere wären an der Krankheit zerbrochen — mich eingeschlossen.
Sein Verdienst war es, das Interesse an unserem Kosmos tiefer im Bewusstsein zu verankern. Auch wenn es vielen möglicherweise so wie mir gegangen ist, die Bedeutung seiner Arbeit war erkennbar. Im Nachruf der Süddeutsche Zeitung von heute steht dazu eine kluge Mutmaßung zu seine Bestseller:

Millionen Menschen in aller Welt sehnten sich danach, von dieser Geistesnahrung etwas abzubekommen. Ob das Buch am Ende häufiger gekauft als gelesen und letztlich auch verstanden wurde, blieb stets umstritten.
Patrick Illinger, SZ-Ressortleiter Wissen

Beeinflusst hat Stephen Hawking auch die Literatur. So wurde etwas der Raumschiff-Antrieb in Dan Simmons Roman „Die Hyperion-Gesänge“ nach dem Astrophysiker benannt. Zweifelsohne war Stephen Hawking, der Menschen in seinen Bann schlagen konnte. Fehlen wird der Welt auf jeden Fall.

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