Monopoly als Fluch

Monopoly als Fluch

Monopoly ist kein gutes Spiel. Trotzdem gehört es in jede ernstzunehmende Spielesammlung.

Erinnerungen an Monopoly

Zumindest in meiner Generation dürfte Monopoly eines der Spiele sein, die man von zu Hause kennt. Damals™ gab es noch nicht die riesige Auswahl an Spielen. Vor allem nicht an originellen Spielen. Wir hatten ja nichts. So blieb es dann bei uns zu Hause lange Zeit bei dem bereits erwähnten Monopoly und der typischen Spielesammlung in einer Schachtel. Die bestand aus Mensch Ärger dich nicht, Halma, Domino, Mikado und noch ein paar Spielen mehr. Die eigenen Ansprüche waren gering, da man ja nichts anderes kannte. Erst durch Werbung beeinflusst (MB präsentiert) wurden sich dann zu Weihnachten andere Spiele gewünscht. Spiel des Lebens, Hotel, das Pac Man Brettspiel und selbstverständlich auch Risiko.
Letzteres gehört zu den Spielen, die ich uneingeschränkt mit willigen Opfern (ähm Mitspielern) auch noch heute spielen würde. Monopoly allerdings auf gar keinen Fall, obwohl ich in meiner Sammlung gleich zwei Exemplare besitze. Eine sehr schöne alte Ausgabe und eine Wesel-Edition, die mir mein Onkel und meine Tante zu einem Geburtstag geschenkt hatten. Wie komme ich jetzt überhaupt auf so uralte Spiele? Nun, darauf komme ich gleich noch zu zurück.

Monopoly
Bru-nO / Pixabay

Spiele für Jähzornige

In meiner Kindheit hatte ich auch die erste Begegnung mit schlechten Verlierern — meinem Bruder. Ziemlich gut kann ich mich noch an jeden Tag erinnert, als er vor Wut das ganze Spielbrett von Monopoly vom Tisch warf. Das ist aber nicht der Grund, warum ich es für ein schlechtes Spiel halte. Es ist im Kern ein simples Laufspiel (rücke vor bis auf Los). Man würfelt. Und würfelt. Zieht Ereigniskarten. Kauft Straßen die man beraubt und ärgert sich, wenn an auf fremde Straßen landet und Geld dafür bezahlen muss. Genau wir Risiko ist es auch Spiel, bei dem Spieler vor Spielende ausscheiden können. Etwas, das moderne Spiele klugerweise weitestgehend vermeiden — weil es für Verlierer ziemlich öde ist. Wobei es andererseits wenig spannend ist, noch zwei weitere Stunden mitzuspielen, wenn man schon sieht, dass man auf jeden Fall letzter wird.
Warum aber gehört Monopoly in eine Spielesammlung, obwohl es keinen Grund gibt, es wieder zu spielen? Einfach deshalb, weil man anhand diese sehr alten Spiels (die Anfänge gehen auf das Jahr 1904 zurück) die Entwicklung bei Brettspielen verfolgen kann. Leider aber auch einen mir persönlich sehr widerstrebenden Trend. Nämlich den der Lizenzspiele.

Lizenzspiel als großes Übel

Es gibt eine Reihe von Gründen, warum ich den Cartoonist Ralf Ruthe mag. Er zeichnet nicht nur verdammt gute Cartoons, sondern stammt aus Bielefeld und lebt dort immer noch. Dafür muss man schon ziemlich viel Humor haben, wie ich aus eigener Erfahrung weiß. Ruhe, jedenfalls, hat kürzlich bei Facebook verlauten lassen, dass er an einem Brettspiel arbeiten würde. Leider ist da lediglich eine weitere Version von Monopoly (daher kam ich überhaupt auf das Thema). Als ob die Welt nicht bereist genügend davon gesehen hätte. Herr der Ringe, Star Wars, Star Trek, Zelda und noch viele schrecklich Dinge mehr. Das schlimmste daran: die Leute kaufen es.
Meiner Theorie zu folge wird Monopoly hauptsächlich von Menschen gekauft und gespielt, die ansonsten wenig bis gar keine Brettspiele spielen. Solche Menschen werde Ralf Ruhe vermutlich seine Version aus den Händen reißen. Ich hätte auch gerne ein Spiel mit den Figuren von Ruthe. Aber eben ein originelles. Das muss keine episches Spiel sein, ich wäre ja schon mit kleinen netten Vertretern der Gattung zufrieden. Das und wie so was geht, hat Marc-Uwe Kling (wer „Die Känguru-Chroniken“ nicht kennt, ist selber schuld) bereits bewiesen. Von ihm gibt es „Halt mal kurz“ und das „Game of Quotes“. Gute Absackerspiele, die auch noch thematisch zum Kling und sein Känguru passen.

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren