Aderlass, Teil 11

Aderlass, Teil 11

In jede Hinsicht fand Ilona Breulan den neuen Lebensgefährten ihrer Mutter abstoßend. Deutlich jünger wie er war hätte er der Freund von Ilona sein können. Nur das sie nicht auf solche Typen stand. Schleimig, hinterhältig. Zudem hatte er auch noch mal Geschichte studiert, so wie Elke. Soweit Ilona das von ihrer Mutter mitbekommen hatte, war ihr Lover jetzt Lehrer an einem Gymnasium. Nach Meinung von Ilona passte das auch ziemlich gut auf diesen Typen.

Aderlass
bierfritze / Pixabay

Er schien immer alles besser zu wissen, wollte alles und jeden belehren und lief den ganzen Tag mit einem Gesichtsausdruck herum, als ob er im Leben zu kurz gekommen sei. Es blieb für Ilona ein Rätsel, was ihre Mutter an ihm fand. Zumindest wusste Ilona, dass ihre eine größere Peinlichkeit erspart bleiben würde. Eine Hochzeit stand nicht ins Haus, davon hatte ihre Mutter wohl die Nase voll.

Ilona selber hatte die Nase voll, jedes Mal bei einem Besuch zu Hause Michael, wie er wohl hieß, über den Weg zu laufen. Genre würde sie auf Besuche verzichten, aber noch immer ohne Waschmaschine musste sie ihr Zeug zu hause in die Maschine stopfen. Aus unerklärlichen Gründen gab es in der Stadt noch immer keinen Waschsalon. Obwohl es mit der Universität einen weiteren verdammt guten Grund gab, warum in dieser Stadt so viel schmutzige Wäsche anfiel.

Ilona sah zu, bis die Maschine mit dem schleudern fertig war, um dann die Wäsche aufzuhängen. Irgendwie hatte sie die Waschmaschine im Verdacht, Wäsche zu fressen. Oder es gab jemanden, der scharf auf Ilonas Wäsche war. Dann wäre aber Unterwäsche verschwunden und nicht ihre alten Joggingklamotten.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren