Autogramme von einer Person

Autogramme von einer Person

Ein Jäger der Autogramme bin ich nicht und war es noch nie. Aber es gab mal eine kurze Zeit, da glaubte ich gleich drei berühmte Personen auf einmal zu treffen.

Junger Jedi

Wir erinnern uns: zum Wochenende hin, als meine Frau noch nicht mit Dickdarmentzündung im Krankenhaus lag, waren wir zusammen im 8. Teil der Saga. In einer recht schlaflosen Nacht, in der mir alles mögliche durch den Kopf ging, stieß ich auf eine Episode aus meiner Kindheit. Damals, als ich zum ersten Mal mit Star Wars in Kontakt kam. Der erste Teil überhaupt, den ich sah, war „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“. Und ja, ich habe danach auch die Figuren gekauft. Ein Ewok machte den Anfang. Jener Ewok, dem Prinzessin Lea auf Endor begegnete. Von mir bekam er ein eigens Bett, eine alte Schmuckschatulle. Kinder halt.
Im Universum (von Star Wars) kannte ich mich noch nicht wirklich aus. Mit Namen hatte ich es schon als Kind nicht so und die Aussprache, nun ja. So kam es dann, dass mir meine Eltern erzählten, es würde eine Autogrammstunde bei real (der früher auch mal divi hieß) geben. Grund dafür war natürlich ein ganzes Regal voller Star Wars Figuren, welches im Supermarkt stand. Unter anderem auch ein riesiges AT-AT und der Milenium Falcon. Beides für mich außerhalb der Reichweite.

Autogramme mit Lichtschwert
robertschoenholz / Pixabay

Drei Autogramme in einem

Es würde, so erzählten mir meine Eltern (die sich auch nicht auskannten) eine Signierstunde mit den Schauspieler dreier Figuren geben: Lorth, Darth, und Weder. Ich freute mich schon drauf, drei Autogramme zu bekommen und war dann etwas enttäuscht, als ich nur eine große, schwarz gekleidete Gestalt erblickte. Gesprochen hat der Mann hinter der Maske nicht. Aber seine Autogrammkarte brav mit „Lord Darth Vader“ unterschrieben. Mit ziemlicher Sicherheit war es nicht mal der Schauspieler aus Star Wars, sondern irgendwer hinter der Maske. Hauptsache, man bekommt die Leute in den Supermarkt und bringt die Kinder dazu, ihre Eltern zum Kauf von noch mehr Spielzeug zu überreden — bei mir hat das nicht so geklappt, dafür fand ich später einen anderen Weg.
Auch wenn ich mir die ergatterte Trophäe lange Zeit im Kinderzimmer an die Wand hängte (neben dem Poster zum Film), war es vermutlich genau dieses Ereignis, was mich in Bezug auf Autogramme prägte. Ich messe ihnen keine besondere Bedeutung zu. Auch sind sie für mich nicht wertsteigernd, eher im Gegenteil. Wenn jemand auf einem druckfrischen Buch seinen Namen kritzelt, zerstört er die Aura des Neuen für mich.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren