Urlaubstage auf Borkum

Urlaubstage auf Borkum

Noch schneller als befürchtet gingen die Urlaubstage auf Borkum zu Ende. Höchste Zeit, die Eindrücke festzuhalten, bevor sie verblassen.

Auf einer Insel

Wann ich das in meinem Leben gelernt habe, weiss ich nicht mehr. Ist auch egal, Hauptsache, ich weiß, dass man Urlaub auf einer Insel macht. Man ist entsprechend auf Borkum und nicht in Borkum. Aber egal, mit solchen sprachlichen Feinheiten können sich andere auseinandersetzen. Mir geht es ja eigentlich um den Urlaub selber. Das der für viele Menschen direkt mit der Reise zum Zielort beginnt, hab ich noch nie verstanden. Daher sind mir auch Rituale wie eine Sektflasche im Zug zu leeren, weil man ja bereits im Urlaub ist, für mich eher befremdlich. Für mich ist unterwegs sein zu einem Ziel Streß — zumindest immer dann, wenn nicht das Unterwegs sein Selbstzweck ist wie etwa beim wandern.
Viele Sachen waren, als wir vor anderthalb Wochen nach Borkum aufbrachen, noch unklar. Darin unterscheidet sich dieser Urlaub erheblich vom vorherigen an der Mosel. Da hatte ich bis ins kleinste Detail geplant. Was wir in der Ferienwohnung kochen würden (darauf komme ich späte noch man zurück), die einzelnen Wanderstrecken rund um Kobern-Gondorf, Einkaufsmöglichkeiten und eine ganze Reihe mehr. Für Borkum habe ich mir die Zugverbindung rausgesucht so wie die Fährverbindung. So wusste ich, dass wir auf der Hinfahrt mit einem IC von Köln unmittelbar zum Außenhafen in Emden gelangen würden.

Urlaub auf Borkum

Mit dem Schiff unterwegs

Das wir von dort Borkum mit der Färber erreichen würden, war mir auch noch klar. Dafür hatte ich allerdings im Vorfeld keine Karten gekauft. Zudem wusste ich auch nicht, dass der Transport mit der Kleinbahn von Borkum-Reede zum „Hautbahnhof“ auf Borkum im Preis für die Fährtickets bereits enthalten ist. Sowohl die Fähre als auch die Kleinbahn gehören zur AG EMS. Beides ist perfekt aufeinander abgestimmt. Nahverkehr kann so einfach sein.
Die Zufahrt von Köln nach Emden verlief reibungslos und bis zum Ziel hin ohne Verspätung. Der Umstieg dann auf die Fähre war für meinen Geschmack etwas zu knapp kalkuliert, insbesondere deshalb, weil wir vorher noch die Tickets für die Überfahrt kaufen musste. Die kann man auch vorab online bestellen, weiß ich jetzt für das nächste Mal (sie werden dann per Post verschickt oder am Schalter hinterlegt, ein echtes Onlineticket gibt es nicht).

Auf Borkum beginnt der Urlaub

Auf der Fähre setzte zum ersten Mal dann wirklich so was wie ein „ich bin jetzt im Urlaub“ Gefühl ein. Lag vermutlich am Wind, den wir uns auf Deck aussetzten. Wenn man so richtig durchgepustet wird, bekommt man den Kopf herrlich frei. Der zweite Moment, wo ich mich dem Urlaubsgefühl erneut näherte war dann, als wir mit unseren Koffern in der Kleinbahn saßen und über den Damm fuhren. Den größeren Teil der Anfahrt hatten wir nämlich auf Grund des Windes dann doch unter Deck gesessen, etwas beengt, weil es Menschen und ihr Gepäck gibt, die unbedingt mehr Platz für sich benötigen.
Am Ende der Fahrt mit der Kleinbahn stand dann noch ein Telefonat mit der Wohnungsverwaltung an, welche sich im Auftrag des Vermieters um die Ferienwohnung auf Borkum kümmert. Die Schlüsselübergabe verlief erstaunlich locker — genau gesagt habe ich, da der Schlüssel für uns hinterlegt war, niemanden zu Gesicht bekommen. Dies ging den ganzen Urlaub so, alles wurde per E-Mail oder Telefon abgewickelt. Fand ich persönlich angenehm, weil mich so was immer auch stresst. Da wir den Schlüssel nicht sofort fanden, weil ich den Unterschied zwischen einer Hausnummer und einer Wohnungsnummer nicht auf dem Schirm hatte, unterschlagen wir mal an dieser Stelle.

Die Koje

Moment der Wahrheit

In der Wohnung selber gab es dann den Moment der Wahrheit. Sieht die Ferienwohnung wirklich so aus wie auf den Fotos im Internet? Ja, tat sie. Vor allem war es kuschelig warm, was für uns, durchgefroren wie wir waren, super klasse war. Den Namen Inselnest trägt die Wohnung zu Recht. Insbesondere die Koje (so wirkte das Schlafzimmer für zwei Personen) wirkte absolut heimelig. Und somit begann er dann, unser Urlaub auf Borkum.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren