13 Tage Warensendung

13 Tage Warensendung

Im Normalfall neige ich dazu, ein geduldiger Mensch zu sein. Eine so genannte Warensendung vor dem Urlaub auf Borkum stellte meine Geduld jedoch auf eine harte Probe.

Spielevorbereitung für den Urlaub

Zu den Vorbereitungen für den Urlaub gehört es bei meiner Frau und mir auch immer dazu, sich über mögliche Spiel, die wir mitnehmen können, Gedanken zu machen. Das halten wir so seit unserem Urlaub in Kenia. Damals nahmen wir zum Beispiel ein ziemlich kompaktes Kartenspiel mit: Magic the Gathering, das Themenset der 7. Edition.
Im Sommer hatten wir für den Urlaub an der Mosel Targui mit und Innovation. Bei letzterem gelang es uns noch, vor der Abreise ein Exemplar bei einem Berliner Händler zu bestellen und auch zu bekommen — obwohl wir reichlich kurzfristig bestellt hatten.

Warensendung
onlyuntil / Pixabay

Abwechslung im Spiel

Ein neuer Urlaubsort bringt Abwechslung und die möchten wir dann gerne auch bei der Spielauswahl haben. Naturgemäß können wir in den Urlaub nicht die gesamte Spielesammlung mitnehmen. Fest stand, dass wir in jedem Fall trotzdem wieder Innovation mitnehmen wollten. An der Mosel hatten wir ausschließlich Targui gespielt. Ein Zweitres Spiel wäre nett, aber nur eine zusätzliche Option, kein Muss. Anderthalb Wochen vor Urlaubsbeginn stieß ich dann auf eine Rezension zu „13 Tage“. Die war erstens sehr positiv und rief mir zweitens wieder in Erringung, dass dies Spiel auf meiner „Möchte ich kaufen“-Liste stand.
Besonders aufmerksam las ich die Beschreibung der Schachtelgröße. Die gleichen Ausmaße wie die Schachtel von Targui, also würde es ohne Problem in den Koffer passen — tatsächlich waren wir diesmal sogar mit zwei Koffern unterwegs, aber das ist eine andere Geschichte.

Versand als Warensendung

Auf der Suche nach eine Bestellmöglichkeit ging ich die üblichen Verdächtigen durch — wir erinnern uns: eine Brettspiel-Geek hat mindesten bei fünf verschiedene Onlinehändlern Kundenkonten. Fündig wurde ich dann bei der Spieloffensive, wo ich dann auch umgehend bestellt. Das war am 12.10., unser Abreisetag war der 22.10, also definitiv noch genügend Zeit. Einen Tag später wurde meine Bestellung an das Warenlager weitergeleitet, wie mir per E-Mail mitgeteilt wurde. Tatsächlich verschickt wurde es dann am 16. Oktober, also drei Tage später. Gut, dazwischen liegt das Wochenende, dürfte aber im Normalfall kein Drama sein — wenn man denn nicht als Warensendung verschickt.
In der Bestätigungsmail der Spieloffensive stand es dann wie folgt:

Ihre Bestellung wurde als Warensendung verschickt. Die Laufzeit kann bis zu 10 Werktagen betragen. Normalerweise sind Warensendungen aber auch innerhalb von 3-4 Werktagen beim Empfänger.

Ganz ehrlich, eine Laufzeit von 10 Tagen innerhalb von Deutschland empfinde ich schon als eine Frechheit.

Zeitdruck

Da das Spiel am Montag, den 16. rausgegangen ist, hoffte ich noch auf ein rechtzeitiges Eintreffen bei mir. Üblicherweise bis zu 4 Tage, damit wäre es dann am Freitag oder spätestens am Samstag, den 21. Oktober da. Einen Tag vor der Abreise, aber immerhin noch vorher. Hierbei unterschätzte ich völlig, welche Tücken in der Versandart Warensendung stecken. Von der Post wir es als kostengünstigste Option angeboten. Ganz offensichtlich baute die Spieloffensive darauf, um für meinen Geschmack etwas zu großspurig ihren Kunden einen kostenlosen Versand anzubieten.
Bis zu Samstag vor der Abreise war das Spiel natürlich nicht bei uns — sonst würde ich wohl kaum diese Zeilen hier tippen. Da es bei einer Warensendung keine Trackingnummer gibt, wusste ich auch nicht, wo es gerade klemmte. Wir brauchen entsprechend nach Borkum auf, ohne „13 Tage“ im Gepäck. Das hatte dann auf Borkum Kauffolgen.

Einlagerungsfrist

Den ganzen Urlaub über dachte ich immer wieder an meine Bestellung. Was wohl aus ihr geworden ist? Erst vergangenen Sonntag erfuhr ich, dass die Warensendung am Montag, den 23. Oktober versucht wurde zu zustellen. Perfekt, denn da waren wir bereits auf Borkum. Auf der Karte, die wir nach unsere Rückkehr im Briefkasten vorfanden, stand etwas von einer Einlagerungsfrist von sieben Werktagen. Danach würde die Sendung zurück zum Absender gehen. Da ich nicht ganz sicher war, wie die Post Werktage tatsächlich rechnet, ging ich mit ziemlich mieser Laune gestern zur Filiale hier in Nippes am Wilhelmsplatz.
Das Päckchen hatten sie zum Glück noch. Es hatte ziemlich genau die Ausmaße, die in den Koffer gepasst hätten. Statt der angeblichen vier Tage war die Warensendung sieben Tage unterwegs gewesen. Mit anderen Worten, ein Artikel der auf Lager war und somit sofort lieferbar brauchte vom Zeitpunkt der Bestellung bis zu mir 11 Tage. Wirklich im Besitzt befand sich das Spiel dann erst 18 Tage nach der Bestellung. Ganz ehrlich, bei solchen Versandzeiten werde ich künftig ausschließlich auf Rechnung zahlen.

Nachspiel

An dieser Stelle muss ich jedoch klarstellen, dass ich künftig nie wieder in die Verlegenheit kommen möchte, auf eine Warensendung zu warten. Mit anderen Worten: für mich war es die letzte Bestellung bei der Spieloffensive. Ich zahle dann lieber Versandkosten oder ein, zwei Euro mehr für das Spiel als mich auf solche Versandzeiten einzulassen. Es gibt reichlich Alternative zur Spieloffensive. Zudem sind andere Händler mindestens genau so günstig und verschicken die Bestellungen auch ganz regulär mit DHL.
In Bezug auf das bestellte Spiel selber gönnten wir uns gestern Abend eine erste Partie „13 Tage“. In jedem Fall anspruchsvoll und wir werden noch mehre Parteien brauchen, um die Feinheiten zu verstehen. Im nächsten Borkum-Urlaub ist es dann möglicherweise mit im Gepäck.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren