Star Wars Battlefront 2

Star Wars Battlefront 2

Drei Anläufe habe ich unternommen, um Star Wars Battlefront 2 lieb zu gewinnen. Es ist mir nicht gelungen, so viel sei schon mal verraten.

Mehr als eine Beta

Seit vergangene Freitag ist die Open Beta von Star Wars Battlefront 2 verfügbar. Zugegeben, ich war bereits im Vorfeld angesichts der Trailer etwas skeptisch. Klar, es ist Star Wars und das ist häufig schon ein Kaufgrund. Und es ist von Dice, die ja auch für die Battlefield-Reihe verantwortlich sind. Allerdings hatte ich in meiner Abstinenzphase ohne Konsole Zeit zum nachdenken. Mehr als ein Shooter gleichzeitig auf der Konsole zu spielen, funktioniert nicht. Ich mag Shooter, aber ich habe auch den Ehrgeiz, ein guter Spieler in dem jeweiligen Titel zu sein. Mal eben nebenbei zocken geht nicht. Man muss sich auf das Spiel wirklich einlassen.
So wie ich mich derzeit auf Battlefield 1 einlassen habe. Der Teil gefällt mir ausgesprochen gut und ist für mich gleichermaßen auch der Referenztitel, wenn ich mir Star Wars Battlefront 2 ansehe. Natürlich ist es Star Wars und ich mag das Setting. Das alleine reicht aber nicht, denn als Spieler habe ich auch gewisse Ansprüche. Genau die erfüllt die Fortsetzung von Star Wars Battlefront leider nicht.

Star Wars Battlefront 2 – Arcade Modus
Arcade Modus

Star Wars Battlefront 2 ist klinisch

Fangen wir mit der Grafik an. Die ist, selbst „nur“ auf der Xbox one S fantastisch. Vielleicht etwas zu bunt, darüber lässt sich streiten. Auf keine Diskussion lasse ich mich jedoch hinsichtlich der Zerstörbarkeit der Umgebung ein. In Star Wars Battlefront 2 geht nichts kaputt. So hat zum Beispiel eine Granate auf einen Markstand in Naboo hat keine Auswirkung. Das ist langweilig und nimmt einen Teil des Reizes, den die Frostige Engine eigentlich bietet. Der direkte Vergleich zu Battlefield 1: hier ist eine ganze Menge zerstörbar. Das hat enorme Auswirkungen auf das Spielverhalten, genau so wie die wechselnden Wettereffekte.
Ziemlich gut gefällt mir an Battlefield 1 auch, wie die 3D-Übersichtskarte vor dem spawnen aussieht und wie man von dort dann reinzoomt in das Spielgeschehen. Bei Star Wars fehlt das völlig.  Auch kann man man nicht den Spawnpunkt selber festlegen. Nicht mal einen festen Trupp gibt es. Hier stellt sich die Frage, wie das Teamspiel dann funktionieren wird.

Modi in der Beta

Springen wir aber noch mal etwas zurück zu den verschiedenen Spielmodi in der Beta. Es gibt den Arcade-Modus, wo man innerhalb eines Zeitlimits Gegner erledigen muss. Jeder getötete Gegner bringt eine Gutschrift auf dem Zeitkonto. Das klingt nicht nur langweilig, es ist auch genau so. Als Darth Maul ist für einen kurzen Moment lustig, aber man kann seine Freizeit auch anders verbringen.
Im Multiplayerbereich gibt es eine Feldschlacht auf Naboo und eine Raumschlacht — die haben eine konkrete Bezeichnung, aber so klein wie die Schrift auf dem Bildschirm angezeigt wird, habe ich mir das nicht merken können. Keine Ahnung, warum viele Texte nahezu unleserlich sind, wenn man nicht gerade vor einem 50 Zoll Fernseher (oder größer) in 40 cm Abstand (oder weniger) sitzt. Die Weltraumschlacht war für mich ganz schnell erledigt. Raumschiffe steuern ist nicht mein Ding, das war mir aber auch bereits vorher klar. Das ich mit den Flugzeugen in Battlefield 1 auch meine Probleme habe trifft zu — aber es gibt dort keine Karte, wo es nur Luftschlachten gibt.
Die Schlacht auf Naboo ist vornehmlich ein Infanterie-Gefecht. Die Klonkrieger müssen den Plast verteidigen, während die Droiden-Armee vorrückt und einen schweren Panzer (oder ist es ein Transporter?) beschützen muss. Zwar stehen mehrere Klassen zu Auswahl, aber etwa der Scharfschütze ist auf der Karte total nutzlos. Es gibt zu wenig Deckung und Abwechslung im Gelände — zudem können sich die Figuren alle nur maximal hinhocken, hinlegen geht nicht. Der Gesamteindruck ist der eines extrem Arcadelastigen Shooters.

Weltraumschlacht
Weltraumschlacht

Großen Schwächen

Zu den großen Schwächen von Star Wars Battlefront 2 gehören für mich insbesondere zwei Punkte. Zum einen die Kisten, die man durch das Spielen und die In-Game Währung erwerben kann. Zufällig sind hier Upgrades für die Klassen drin. Einige davon sind sehr spielstark. Hinsichtlich der Spielbalance ist so was ungünstig. Ebenfalls ungünstig sind die Helden, die man innerhalb einer Partei bekommen kann. Bei Battlefield 1 ist es so, dass Eliteklasse an bestimmten Orten auftauchen. Derjenige, der es dorthin als erster schafft, egal von welchem Team, hat darauf Zugriff. Bei Star Wars bekommt man für die Kilos Punkte, mit denen man Eliteklassen oder Helden kaufen kann. Theoretisch, denn wenn bereits ein Han Solo auf dem Spielfeld ist, gibt es keinen zweiten. Ist das Spiel dann zu Ende, hat man die 5.000 Punkte umsonst angespart.
Helden sind zudem extrem mächtig. Ein Darth Maul geht wie Butter durch die Klonkrieger. Immer wieder gemetzelt zu werden, ist ziemlich frustrierend. Dadurch, dass man auch keine Kontrolle über den Spawn-Punkt hat, kann man auch keine Taktik planen, um Helden oder Elite-Gegnern aus dem Weg zu gehen — oder sie gezielt abzuschalten.

 

Gefecht auf Naboo
Gefecht auf Naboo

Star Wars geht besser

Die Beta ist trotzdem gut — denn dadurch weiss ich, dass ich mir im November Geld sparen kann. Will man unbedingt Star Wars Feeling, dann gibt es besseres dafür. Nicht unbedingt auf der Konsole, sondern als Brettspiel. Wer den ganz großen epischen Rahmen möchte, greif zu Star Wars Rebellion. Heiße Weltraumgefechte gibt es bei Star Wars X-Wing oder Star Wars Armada. Und Infanterie Gefechte mit Helden hat man bei Imperial Assault.
Wer unbedingt Gefechte auf der Konsole erleben will, sollte zum meiner Meinung nach erheblich besseren Battlefield 1 greifen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren