Ach Bielefeld

Ach Bielefeld

Morgens, 7:00 Uhr in Köln. Dunkelheit empfängt mich auf dem Weg zum Bäcker. Regen und eine leise Sehnsucht nach Bielefeld.

Rückkehr nach Bielefeld

Um es gleich vorweg zu nehmen: eine Rückkehr nach Bielefeld ist keine Option. Keine Alternative und auch sonst nicht geplant. Jedenfalls nicht absichtlich. Wobei man ehrlicherweise zugestehen muss, dass der Umzug nach Köln damals auch nicht wirklich beabsichtigt war. Es hat sich so ergeben. Das sich Bielefeld einfach so noch mal ergeben wird, ist eher unwahrscheinlich.
Mit Bielefeld und Ostwestfalen verbindet mich keine Hass-Liebe. Damals zum Studium ergab es sich, es gab praktische und pragmatische Gründe für diese Stadt. Verbunden sind meine Frau und ich ihr immer noch über Sparkasse Bielefeld — wenn man einfach zu bequem ist, die Bank zu wechseln. Irgendwann in den vielen Jahren, die ich dort lebte, kam mir die Stadt wie ein Paar zu kleine Schuhe vor. Aber das traf auch meine Geburtsstadt Wesel auch zu. Mit der Stadt am Teutoburger Wald verbinde ich Positives wie auch Negatives.

Sparrenburg in Bielefeld
neufal54 / Pixabay

Erwachsen in Köln

In Momenten wie heute morgen blicke ich zurück und vermisse gerade die Enge. Eine Reihe von Problemen, die man in der Großstadt Köln hat, gibt es so nicht in Bielefeld. Oder zumindest sind sie dort nicht so gravierend. Was aber auch an der persönlichen Empfindsamkeit liegen kann. Köln hat ganz klar seine Vorteile. Es lässt sich nicht leugnen, dass die Stadt ein Teil meiner Persönlichkeit formte. Sie gibt aber auch immer wieder Anlass zum grübeln. In Bielefeld waren wir oft in der Innenstadt. In Köln eher selten. Hier ist man im Veedel. Das hat Vorteile, fühlt sich aber auch in manchen Momenten wie ein Gefängnis an.
Köln habe ich ein paar Sachen zu verdanken. Es ist derzeit die Stadt, in der ich lebe. Gerade hier in der autofreien Siedlung in Nippes fühle ich mich wohl. Aber das ist hoffentlich nicht die Endstation. In gewisser Hinsicht ähneln sich Wesel, Bielefeld und Köln — sind alles nur Stationen in meinem Leben. Vorübergehende Heimat, wenn man so will. Was die Definition von Heimat angeht, bin ich ehedem flexibel. Es gibt eine gefühlte Heimat, Sehnsuchtsorte in Irland und Schottland. Und es gibt die Orte, wo ich tatsächlich wohne.

Auf nach Ostwestfalen

Kommen wir aber wieder zurück auf Bielefeld zu sprechen. Noch unmittelbar nach dem Umzug nach Köln glaubte ich, dort häufiger hin zu fahren. Plante sogar einen Friseurtermin dort. In Wirklichkeit waren meine Frau und ich dort nur noch mal zur Wohnungsübergabe. Die Stadt entglitt mir, obwohl ich dank meiner bahn.card 100 jederzeit die Möglichkeit einer Stippvisite gehabt hätte. Aber es gibt wohl Chancen im November für mich, etwas ostwestfälische Luft zu schnuppern. Wie die Jahre davor gibt es wieder die Spielwelt in Bielefeld. Eine kleine (verglichen mit Essen) Spielemesse in OWL. Da ich dieses Jahr nicht in Esse auf der Spiel bin, wäre es die Gelegenheit, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren