Bundestagswahl 2017

Bundestagswahl 2017

Nun liegt also endlich die Bundestagswahl 2017 hinter uns. Zumindest einige positive Punkte kann ich ihr abgewinnen, trotz der Ergebnisse.

Positive Punkte

Fangen wir tatsächlich mit den positiven Punkten der Bundestagswahl 2017 für mich an. Wie bei der Landtagswahl im Frühjahr war ich wieder dem Stimmbezirk 50106 als Wahlvorsteher eingesetzt. Diesmal mit einem anderen Team in anderen Räumen, nicht mehr in der Turnhalle. Für den größten Stimmbezirk in Nippes braucht man etwas Ruhe bei der Auszählung und weniger Chaos bei der Stimmabgabe. Das hat sich dann auch sehr positiv bemerkbar gemacht. Pünktlich zur Elefantenrunde im Fernsehen war ich nämlich zu Hause. Danke noch mal an dieser Stelle an das tolle Team!
Der für mich zweite positive Punkte im Hinblick auf die Bundestagswahl 2017 ist: sie ist endlich vorbei. Nicht weil die Wahl so anstrengend war, sondern der Wahlkampf, vornehmlich auch derjenige der SPD, mich extrem genervt hat. Ja, mich hat der Wahlkampf meiner eigenen Partei, die ich im Übrigen selber nicht gewählt habe, genervt. Hypes finde ich immer suspekt. Das der Schulz-Zug vor die Wand fahren würde, habe ich für meinen Teil sogar gehofft.

Bundestagswahl 2017
webandi / Pixabay

Ergebnisse der Bundestagswahl 2017

Kommen wir aber zum eigentlich und damit zum unerfreulichen Teil der Bundestagswahl 2017 Die rechtsnationale AfD wurde drittstärkste Kraft im deutschen Bundestag. Das vorläufige amtliche Endergebnis sieht wie folgt aus.

  • CDU/CSU 33,0% (-8,6%)
  • SPD 20,5% (-5,2%)
  • Linke 9,2% (+0,6%)
  • Grüne 8,9% (+0,5%)
  • FDP 10,7% (+6,0%)
  • AfD 12,6% (+7,9%)

Deutlich erkennbar ist der Stimmenverlust bei CDU/CSU und der SPD. Man könnte das vereinfacht als Folge einer Abnutzungserscheinung der Großen Koalition bezeichnen, wenn man sich nicht auf bestimmte Themen verengen will. Die FDP ist wieder im Bundestag und bei der künftigen Zusammensetzung bin ich darüber recht froh. Linke und Grüne haben leicht, wirklich nur sehr leicht dazu gewonnen. Der AfD gelang der Einzug in den Bundestag — eine Tiefstunde in der Geschichte der Bundesrepublik.

Ergebnisse in Köln

Wenn man die Ergebnisse in Köln ansieht, dann schneidet die AfD bei der Bundestagswahl 2017 nicht so gut ab wie im gesamten Land. In Köln kommt die AfD auf lediglich 6,87 Prozent der Erststimme und 7,25 Prozent der Zweitstimmen. Bei den Gesamtstimmen liegt die SPD mit 30,78 Prozent nur knapp hinter der CDU mit 31,09 Prozent. Die Grünen sind hier (Erstimmen) mit 12,15 Prozent stark vertreten.
In meinem Stimmbezirk, 50106, sieht es bei den Erstimmen wie folgt aus:

  • CDU 16,99%
  • SPD 33,87%
  • Grüne 27,27%
  • Linke 9,52%
  • FDP 6,17%

Bei den Zweitstimmen liegen die Grünen bei 30,24% und sind damit stärkste Kraft. Die SPD erhielt 21,38 Prozent die CDU 13,93 Prozent der Zweitstimmen. Die Linke kommt auf 16,31 und die FDP auf 10,69 Prozent. Mit gerade einmal 3,46 Prozent der Zweitstimmen liegt die AfD im Stimmbezirk 50106 deutlich unter der Fünf-Prozent-Hürde.

Und anderswo

Betrachte man die Wahlergebnisse der Bundestagswahl 2017 in Bezug auf die einzelnen Bundesländer, fällt sehr deutliche ein Spaltung auf, die durch unser Land geht. Die AfD ist im Osten der Republik häufig zweitstärkste Kraft geworden, in Sachsen sogar mit 27 Prozent knapp stärkste Kraft vor der CDU mit 26,9 Prozent. Im Westen liegt die AFD bei rund 12 Prozent, In Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen jeweils unter 10 Prozent.
Meiner Meinung nach ist das ein Beleg, dass die Teilung unseres Landes noch nicht wirklich überwunden wurde. Im Osten des Landes Leben Menschen, die sich abgehängt fühlen und zutiefst enttäuscht sind. Ob sie das, was sie wählen, aus wirklicher Überzeugung oder aus Protest wählen, wird einen erheblichen Unterschied im Umgang mit den Ergebnissen der Bundestagswahl 2017. Enttäuschte Menschen man kann zurückholen. Überzeugungstäter nicht.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren