Feinstaub in Nippes

Feinstaub in Nippes

Der Herbst hier in Köln-Nippes ist zum Teil atemberaubend. Oft weniger, weil die Sonne so scheint wie heute, sondern weil erheblich zu viel Feinstaub in der Luft liegt.

Nimm mir die Luft

Mit Beginn der ersten kalten Tage fangen einige Nachbarn hier in der autofreien Siedlung an, wieder zu heizen. Kann man verstehen, schließlich ist es gerade nachts schon mal recht frisch. Eigentlich beziehen wir alle Fernwärme. Nur uneigentlich gibt es Nachbarn, die fossile Brennstoffe in ihrem Kamine verheizen. Vorzugsweise fein abgelagerte Holzscheite. Wenn man dann, wie ich, am vergangene Wochenende morgens die Fenster aufmacht um frische Luft in die Wohnung zu lassen, fühlt man sich wie in einer Räucherkammer. Mit dem Unterschied, dass ich kein Schinken bin.
Es ist nicht das erste Mal, dass mir dieses Verhalten auffällt. Bereits letztes Jahr hatte ich das hier im Blog zum Thema gemacht. Selbstverständlich hat es weder geholfen noch irgendjemanden interessiert. Nun, über ein Jahr später ist es meiner Meinung sogar noch schlimmer geworden. Am selben Tag, als ich diese atemberaubende Erlebnisse hatte, hackte ein Nachbar Holz. Brennholz, so was kenne ich noch von früher. Abgesehen von der Lautstärke bestätigte das noch meinen Verdacht, womit hier in der Siedlung geheizt wird.

Öfen produzieren Feinstaub
campellif / Pixabay

Was Feinstaub bedeutet

Sicher, man könnte die Geruchsbelästigung auf die leichte Schulter nehmen. Genau so, wie viele Mitmenschen die Raucher auf dem Bahnsteig im Nichtraucherbereich einfach ignorieren. Tatsächlich ist es jedoch so, dass diese Kamine einen erheblichen Anteil Feinstaub absondern. Glaubt man einem Spiegel-Artike, dann liegt die Belastung durch Öfen und Kamine sogar über der, die durch den Straßenverkehr entsteht.
Was Feinstaub für die Menschen bedeutet, fasst die Süddeutsche Zeitung recht gut in einem Artikel zusammen: er schädigt die Atemwege, verschlimmert Lungenkrankheiten und kann zu Herzinfarkten führen. Gerade für Köln ist Feinstaub durch die besondere Lage in einer Senke ein besonderes Problem. Hier bleibt er deutlich länger in der Luft. Schlecht ist Feinstaub auch für Menschen mit Asthma.

Köln muss handeln

Der Stadt Köln ist das Problem mit de Feinstaub durchaus bewusst. Es gibt sogar eine Informationsseite dazu. Dort heisst es unter anderem:

Beim Verbrennen von Holz enstehen aber schädliche Emissionen, die mit einhergehenden Geruchsbelästigungen die Luftqualität verschlechtern.

Zur deutlichen Reduzierung der Feinstaubemissionen wird die Verwendung von Holzpellets empfohlen. Ehrlich gesagt finde ich das alles andere als ausreichend. Meiner Meinung nach dürften in einer Großstadt Öfen und Kamine grundsätzlich nicht mehr zugelassen werden, wenn bereits eine andere Möglichkeit zum Beheizen der Wohnräume zur Verfügung steht. Die Kamine hier in der Siedlung sind purer Luxus, der produzierte Feinstaub belastet die Gesundheit anderer.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren