Die Sache mit der Mühle

Die Sache mit der Mühle

Als wir uns Ende Juli die Siebträgermaschine kauften, taten wir das im guten Glauben. Im guten Glauben, eine ganze Zeit lang ohne eigene Mühle auszukommen.

Gemahlen ist nicht frisch

Gemahlene Bohnen für Espresso kann man schließlich in jedem Supermarkt kaufen. Abgesehen davon sind auch Röstereien in der Regel bereit, die dort gekauften Bohnen für die Siebträgermaschine zu mahlen. Zumindest bei unserem letzten Ausflug nach Bonn haben wir vor Ort diese Erfahrung gemacht. Allerdings sammelten wir noch andere Erfahrungen hinsichtlich gemahlener Bohnen. Bei dem Pulver aus der Dose war der daraus zubereitete Espresso ok. Nicht umwerfend, aber bereits besser als das Zeug aus den Kapseln. Die Qualität des Espressos unterlag zumindest hinsichtlich der Frische des gemahlenen Pulvers keinen Schwankungen. Im Rückblick würde ich sagen sie war gleichbleibend schlecht.
Bei dem Espresso aus der Rösterei in Bonn ergab sich dann ein ganz anderer Eindruck. Direkt am Tag des Kaufes zu Hause war der zubereitete Espresso richtig gut. Auch noch am Tag drauf. Dann jedoch nahm die Qualität kontinuierlich ab.

Mühle
BoetnDeure / Pixabay

Barista oder Badehose

Wenn man nicht schwimmen kann, ist immer die Badehose schuld. Bei Espresso ist das leider nicht so einfach. Natürlich bin ich kein Barista und was Siebträgermaschinen angeht, absoluter Laie. Trotzdem hatten sowohl meine Frau als auch ich den Eindruck, dass es nicht am Talent lag, dass der Espresso von Tag zu Tag weniger gut schmeckte. Sondern wirklich der zunehmend größer werdenden Abstand zum dem Zeitpunkt, als die Bohnen gemahlen wurden.
Eigentlich hatten wir vorgehabt, uns erst zu Weihnachten eine Mühle zu schenken. Bis dahin, so unsere Überzeugung, würde wir auch so auskommen. Bereits am Anfang meines Urlaubs wurde dies hinfällig. Noch während wir an der Mosel weilten, bestellte ich daher eine Mühle. Eine Entscheidung, die schmerzlich war — denn billig ist so eine Mühle nicht. Zumindest sollte sie nicht billig sein. Einer Faustregel zu folge sollte die Mühle in etwa so viel kosten wie die Espressomaschine. Oder zumindest gleichwertig sein. Da mir die Webseite vor Arne bereits eine gute Hilfe bei der Entscheidung für die Quickmill Orione 3000 gewesen war, zog ich die Tests auch für die nächste Anschaffung zu Rate.

Mühle der Qual

Wer die Wahl hat, hat auch die Qual. Je größer die Auswahl, desto schwieriger wird die Entscheidung. Vor allem dann, wenn man sich mit der Hoffnung trägt, eine gute Entscheidung zu treffen. Da die Anschaffung einer Mühle sogar noch wichtiger sein soll als die der Siebträgermaschine, wurde das Unterfangen zeitintensiv. Am Ende wurde es dann die Eureka Mignon. Sie ist eine optische Ergänzung zu unserer Siebträgermaschine, auch wenn die beiden aus Platzgründen leichter nicht in direkter Nachbarschaft zueinander stehen. Die von Arne und anderen beschriebene Vorteile sehe ich mittlerweile genau so. Die Mühle ist wirklich überzeugend, preislich drunter sollte man eigentlich nicht einsteigen. Das mit der Eureka eigentlich nur Espressobohnen mahlen sollte, stört mich nicht. Was anderes trinke ich eh nicht mehr. Was die Qualität des Espressos angeht, nun da hatte ich eine richtige Erleuchtung.

Frischer Espresso erweckt

Wenn man bei selber frisch zubereiteten Espresso eine Art Erweckungserlebnis hat, so liegt es sicher nicht nur am Koffein. Hauptursache dürfte die Erkenntnis sein, dass andere, die vor einem diesen Weg gegangen sind, Recht hatten. Ja, es gibt wirklich eine ganze Reihe von Faktoren, die bei der Zubereitung von Espresso eine Rolle spielen. Die Bohnen sind das eine. Da ist man in der Hand des Rösters. Bei der Zubereitung liegt es dann an einem selber, was man heraus kitzeln kann. Der Mahlgrad spielt genau so eine Rolle wie die Menge oder der Druck, mit dem ich den Camper auf das Mehl presse. Auch die Bezugsmenge ist eine nicht unwichtige Größe.
Innerhalb einer Woche erzielte ich mit den selben Bohnen jeden Tag ein anderes Resultat. Geschmacklich zum Teil sehr unterschiedlich. Mal sehr stark, mal Blümchenespresso. Natürlich möchte ich ein konstantes Ergebnis erzielen, aber ich bin hier noch absoluter Anfänger. Hie habe ich noch einen langen, aber durchaus spannenden Weg vor mir.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren