Battlefield 1 angespielt

Battlefield 1 angespielt

Der Erste Weltkrieg beschäftigt mich seit einigen Monaten. Sowohl ernsthaft historisch als auch spielerisch. Letzteres führte schließlich zu Battlefield 1.

Thema Weltkrieg

Über den Krieg als Spiel kann man sicher kontrovers diskutieren. Genau so wie man über den Ersten Weltkrieg aber auch kontrovers diskutieren kann. Mittlerweile, nach Lektüre einiger Bücher zum Thema, habe ich eine etwas andere Sicht. Deutschland ist sicher im wesentlich mit verantwortlich für den Ersten Weltkrieg gewesen, aber definitiv nicht der alleinige Hauptschuldige. Die Zusammenhänge hat Christopher Clark in seinem Buch „Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“ ziemlich gut und nachvollziehbar beschrieben. Für mich ist das Verständnis dieses Krieges einer der Schlüssel, um Europa und seine Entwicklung zu verstehen. Seine Grausamkeit hat Spuren hinterlassen. Er wirkt nach, trotz des übermächtigen Schattens des zweiten Weltkriegs.

 

Eine Karte bei Battlefield 1
Eine Karte bei Battlefield 1

Krieg als Spiel

Im Frühjahr entdecken meine Frau und ich für uns nicht nur Wargames als neues Feld für unsere Spielesammlung, sondern es bildete sich gleichermaßen auch ein Schwerpunkt. Neben „Fields of Despair“ besitzen wir mit „Path of Gloria“ bereits zwei Spiele, die sich an das Thema heran wagen. Als wir uns dann ziemlich spontan zum Kauf der Xbox one entschlossen (habe ich darüber eigentlich schon ausführlich geschrieben?), sah das Spiel im Bundle nur auf den ersten Blick wie Zufall aus. Zusammen mit der Konsole erwarben wir Battlefield 1. Von dem Spiel kannte ich bis zu diesem Zeitpunkt nur einen Trailer so wie Ausschnitte aus den Multiplayer Gefechten. Was das Spiel ansonsten betraf, war ich neugierig und skeptisch zugleich. Auf der Xbox 360 gehörte Battlefield definitiv zu meiner Lieblings-Shooter-Reihe. Klar, ich habe auch Call of Duty gespielt, aber das hat einen ganz anderen Reiz. Kleinere Karten, die eher wie ein Zirkeltraining wirken und eine deutlich höher Spielgeschwindigkeit.

Die Faszination von Battlefield 1

Battlefield fand ich im Vergleich dazu organischer, auch in Bezug auf die Karten. Die Handlungsfreiheit war empfunden größer, die Unterschiede in den einzelnen Klassen spürbar. Hinzu kam bei Battlefield auch immer noch das Arsenal an benutzbaren Fahrzeugen — und Flugzeugen. Dagegen war die Singleplayer-Kampagne eigentlich immer eher ein längeres Tutorial (abgesehen von Bad Company). Auch in Battlefield 1 ist das ähnlich. Das Herzstück des Spiels sind die Onlinegefechte, die man sich mit anderen Spielern liefert. Eine ganze Reihe von unterschiedlichen Spielmodi stehen zu Verfügung, die Grafik ist ebenso atemberaubend wie das Spielgefühl selber. Trotzdem sollte man die Kampagne, hier Kriegsgeschichten genannt, nicht einfach links liegen lassen. Bevor man jedoch in fünf davon unterschiedliche Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs aufsucht, gibt es noch die Einführung.

Von Lidl getötet
Von LIDL getötet

Kriegsgeschichten

Die Einführung hat es in sich. Man wird von einem Schauplatz an den nächsten geworfen, mitten in das Schlachtgetümmel, ohne Aussicht auf Überleben. genau das passiert dann auch. Die Figur aus dessen Auge man gerade die Handlung mit erlebt stirbt, und man springt zum nächsten Schauplatz. Etwas erinnert das an Battlefield 2 – Modern Combat auf der Xbox im Singleplayer Spiel, wo man selber von Soldat zu Soldat springen konnte. Bei Battlefield 1 ist man nach der Mission 0 erstmal völlig außer Atem. Ein gewaltige Dosis Adrenalin pulsiert in den Adern und die Grausamkeit dieses Krieges flackert vor den Augen.
Die weiteren Kriegsgeschichten drehen sich dann um die Erlebnisse eines Panzerfahrers, eines Piloten, eines italienischen Soldaten mit schwerer Bewaffnung so wie die eines australischen Scharfschützen und einer arabischen Kämpferin an der Seite von Lawrence von Arabien.

Kurz aber beeindruckend

Nach rund acht Stunden hat man, je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad, die Kampagne durch und nebenbei noch etwas Geschichtsunterricht erhalten — insbesondere durch die letzte Kriegsgeschichte. Was mir an den Kriegsgeschichten gefällt ist Art, wie einem die Entwickler im Rahmen der Handlung Wahlmöglichkeiten lassen. Insbesondere bei „Durch Morast und Blut“ und „Nichts steht geschrieben“ gibt es mehr als eine Möglichkeit, das Ziel zu erreichen.
Auf mich wartet jetzt noch der gesamte Multiplayer-Modus — mal sehen, ob ich da an alte Erfolge anknüpfen kann. Wobei, zugegeben, im Multiplayer war ich immer der bessere Call of Duty Spieler, auch wenn mich Battlefield mehr begeistert hat.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren