Lachs kaufen für Anfänger

Lachs kaufen für Anfänger

Jeder von uns kennt die Situationen im Leben, wo man etwas zum ersten Mal. Zum Beispiel Lachs kaufen. Hört sich im Prinzip einfach an, ist es aber nicht.

Grausamer Dosenfisch

Lachs ist ja quasi bereits ein Fisch für Anfänger. Also für alle geeignet, die von Fischstäbchen umsteigen. Sägespäne mit Fischgeschmack, im Volksmund auch Dosenthunfisch genannt, zählen hier nicht. Auch wenn das in der Dose quasi grätenfrei ist, verbietet es sich von selber für angehende Fischgourmets. Wenn schon ein Stück Fisch, dann sollt es zumindest noch ansatzweise einen Hinweis auf seine Herkunft geben. Geschmack und Textur nah am Ursprung gehören dazu, Einsteiger dürfen gerne auf die üblichen weiteren Bestandteil verzichten. Das sind neben Gräten die Haut an der Außenseite, insbesondere dann, wenn sie noch nicht von Schuppen befreit wurde.
Tote Augen, die einen vom Teller anglotzen, braucht auch niemand.

Lachs kaufen
Meditations / Pixabay

Warum Lachs

Gegenüber anderen Fischen hat Lachs mehrere Vorteile. Er schmeckt fast in jedem Aggregatzustand, von roh über gekocht bis hin zu geräuchert. Das Einzige, was nicht schmeckt ist der eher traurige Lachsersatz. Ein Produkt aus jener Zeit, als Lachs noch rar und teuer war. In Zeiten von zunehmender Überfischung so wie Aquafarmen ist Lachs mittlerweile ein Allerweltsprodukt, welches für jedermann erschwinglich geworden ist.
Gleichzeitig mit den fallenden Preis für Lachs hat auch seine Popularität zugenommen. Weltweit findet er frisch zubereitet seine Anhänger. Es gibt sogar örtliche Fangruppen und Träger von lachsfarbenen Hemden.

Erste Schritte Lachs kaufen

Da Lachs kaufen wie jeder Erwerb von Fisch Vertrauenssache ist, ist ein Leitfaden für Anfänger unentbehrlich. Die wichtigste Regel dabei ist, auf die Frische zu achten. Mit einer Fischvergiftung ist nicht zu spaßen, mitunter kann sie sogar tödlich enden.
Bei Lachs aus dem Supermarkt hilft der routinierte Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Bei gekühlter Ware genau so wie bei Tiefkühlprodukten. Nur an der so genannten Frischetheke wird nirgends auf ein MHD hingewiesen. Hier ist man dem Personal ausgeliefert. Oft genug jedoch reicht es nicht nur Fisch über die Theke, sondern ist auch für Käse und Wurstwaren zuständig. Tiefgehendes Fachwissen kann man hier naturgemäß nicht erwarten.

Der beste Ort für Fisch

Der beste Ort, zumindest aus seiner Sicht, für einen Fisch ist das Wasser. Daher stammt auch der Spruch, jemand fühle sich „so wohl wie Fisch im Wasser. Ohne Spezialausbildung wäre damit zum Beispiel der Lachs den meisten von uns nicht zugänglich. Daher ist der zweitbeste Ort, an dem sich ein Fisch aufhalten kann, ein Fischfachgeschäft. Damit der geneigte Anfänger sich nicht unvorbereitet in ein solches begibt, soll die nachgestellte folgende Szene verdeutlichen, wie man sich dort verhält.

Neulich in K.

Martin R., unsere Testperson, betritt nach Abnehmen der Sonnenbrille, welcher er auch bei einem verregneten Tag wie diesem trägt, das Fischfachgeschäft am Körnerplatz. Im weiteren Verlauf werden wir Martin R. zur besseren Lesbarkeit der Szene als „Kunde“ bezeichnen.
Es ist kurz nach 10 an einem Donnerstag Anfang Juni, als der Kunde das Geschäft betritt. Der ideale Zeitpunkt, wenn man für den kommenden Freitag ein Fischgericht geplant hat. Nicht nur von außen wirkt das Geschäft sauber, geradezu steril. Die blauen Fliesen an der Wand strahlen kaltes Vertrauen aus. In der Auslage liegen namenlose Fische, offensichtlich gut geholt durch Berge von Eis. Hinter der Theke steht Nadja V., im folgenden „Verkäuferin“ genannt. Voller Erwartung nähert sich der Kunde quer durch den Verkaufsraum der Theke.

Kunden: „Guten Morgen!“
Verkäuferin: „Den wünsche ich Ihnen auch. Was kann ich für Sie tun?“
Kunde: „Ich würde gerne 1 Meter Lachs kaufen.“
Verkäuferin: „Tut mir leid, in der Form verkaufen wir Lachs nicht.“
Kunde: „Das wusste ich nicht. Dann nehme ich einfach 1 Liter Lachs.“
Verkäuferin (irritiert): „Lachs wird nicht in Liter verkauft, sondern nach Gewicht. Hier bei uns bekommen Sie Lachs hauptsächlich am Stück.“
Kunde (ebenfalls irritiert): „Ach so, am Stück. Wie groß ist denn so ein Stück Lachs?“
Verkäuferin (zeigt auf einen Lachs): „Etwa so.“
Kunde: „Der hat aber eine merkwürdige Farbe. Ich dachte Lachs wäre rosa. Ist der etwa nicht mehr frisch?“
Verkäuferin (bereits sichtlich genervt): „Natürlich ist der Frisch. Da sind Haut und Schuppen am Lachs, nur das Fleisch im inneren ist rosa.“
Kunde: „Wieso Fleisch? Ich wollte doch eigentlich Fisch kaufen.“
Verkäuferin: „Fisch. Ich meinte natürlich Fisch. Der Fisch ist im inneren rosa.“
Kunde: „Können Sie mir bitte den Lachs aufwachen, damit ich mich davon überzeugen kann, dass er auch wirklich rosa ist?“
Verkäuferin (am Rande der Verzweiflung): „So was machen wir grundsätzlich nicht. Sie können mir glauben, der Lachs ist immer innen rosa.“
Kunde (skeptisch): „Wenn nicht, kann ich ihn ja bestimmt noch umtauschen.“
Verkäuferin: „Nein, sie können bei uns keinen Fisch umtauschen. Wir verkaufen hier nur frischen Fisch.“
Kunden: „Wenn Sie das sagen. Besonders kundenfreundlich ist das aber nicht. Ich nehme dann 225 g vegangen Lachs.“
Verkäuferin (tritt etwas zurück, nimmt sich das an der Wand hängende Fischmesser und springt mit Anlauf über die Theke): „Argh!“

Fazit

Wie man sieht, kommt es wie so oft im Leben darauf an, die richtigen Fragen zu stellen. Oft genug scheitert ein so simpler Kaufvorgang an der verständlichen Kommunikation. In dargestellten Fall war es aber ganz offensichtlich absoluter Unwille der Verkäuferin, den Kunden qualifiziert zu beraten. Man lernt aus dieser Szene, dass Lachs kaufen keine Sache für Anfänger ist. Die Empfehlung wäre daher, statt Lachs ein Stück Tofu zu kaufen und sich den Fischgeschmack einfach vorzustellen. Je weniger Erfahrung man mit Fisch hat, desto leichter wird einem das fallen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren