Terroranschlag in Großbritannien

Terroranschlag in Großbritannien

Acht Minuten können nicht nur ein Leben verändern, sondern auch mehr als eins beenden. Wieder gab es einen Terroranschlag in Großbritannien. London blutet erneut.

Großbritannien blutet

Innerhalb von zweieinhalb Monaten ist der Anschlag vom Samstag bereits der dritte. Die dritte feige Tat, die sich gegen die Menschen in England richtet, aber nur gegen sie. Sieben Menschen starben, mehrere zum Teil schwer Verletzte liegen in den Krankenhäusern. Schau ich auf die Startseite meines Blogs, dann stand da bis zur Veröffentlichung des heutigen Artikels noch der Text zum Anschlag in Manchester. Werden die Abstände kürzer oder ist das nur mein Eindruck? Verwirrung, Angst — möglicherweise erreichen die Terroristen bereits ihr Ziel.

Terroranschlag in Großbritannien
derwiki / Pixabay

Acht Minuten Terror

Beim Terroranschlag in Großbritannien wurde ein Fahrzeug als Waffe eingesetzt, zum wiederholten Mal. So wie auch in Frankreich und Deutschland. Mit einem Leihwagen rasten die Täter in die Menschenmenge. Anschließend stiegen sie aus und malträtierten die, die noch lebten. Mit Fäusten, Füßen und Messern. Sie liefen in ein Restaurant, griffen erneut Menschen an, bis sie nach insgesamt acht Minuten von Polizisten erschossen wurde. Umgehängt hätten sich die Terroristen Westen, die wie Sprengkörper wirken sollten. Tatsächlich waren es aber lediglich Attrappen.
Angeblich haben sich die Täter auf Allah berufen, als sie ihre Opfer verletzten und töteten. Kein Wunder, dass der IS jetzt die Taten für sich proklamiert, als wäre das Ganze eine PR-Kampagne.
Für einen Moment führte der Terroranschlag in Großbritannien dazu, dass die Parteien dort ihren Wahlkampf unterbrachen — ein Wahl, deren Ausgang die Art und Weise des Brexit beeinflussen wird.

Lastwagen als Waffe

So perfide der Anschlag in London auch ist, er zeigt auch eine Entwicklung. Nicht mit Sprengstoff, nicht mit halbautomatischen Waffen, sondern mit einem Lastwagen wurde angegriffen. Das ist auf der einen Seite erschreckend. Etwas aus unserem Lebensalltag wird missbraucht, um uns anzugreifen, Menschen zu töten. Die Wahl der Mittel zeigt aber auch, dass den Attentätern andere Möglichkeiten nicht zur Verfügung stehen.
Jeder Tote ist einer zu viel. Aber es wären deutlich mehr gewesen, hätte die Mörder einen mit Sprengstoff gefüllten Lastwagen gefahren. So konnten sie sich nur primitivster Mittel bedienen. Der Terroranschlag in Großbritannien zeigt, dass wir nicht wehrlos sind. Das Überwachung und Kontrollen offensichtlich greifen und schlimmeres verhindern.

Der Terroranschlag in Großbritannien verbindet

Der Anschlag zeigt erneut, dass es immer wieder Menschen geben wird, die sich mit Mut und Entschlossenheit dagegen stellen. Ja, es gibt Helden wie den Verkehrspolizist, nur mit einem Schlagstock bewaffnet, der den drei zu allem entschlossenen Täter entgegentrat. Ein Mensch, der selber schwer verletzt wurde und das, genau so wie seinen eigenen Tot, bewusst in Kauf nahm um andere zu schützen.
Was der IS anscheinend noch lernen muss: jeder weiterer Anschlag dividiert uns nicht auseinander, sondern schweist uns weiter zusammen. Länder überwinden ihre Differenzen, vereint im Kampf gegen den Terror. Die grenzübergreifende Zusammenarbeit wird zunehmend besser, die Demokratien wehrhafter den je. Die IS ist selber nicht unbesiegbar.

Die Folgen des Anschlags

In Deutschland wird der Terroranschlag in Großbritannien spürbare Folgen haben werden. Beim Frühstück, als meine Frau und ich über das Thema redeten, kam sie auf einen heiklen Punkt zu sprechen. Es geht auf die Sommerferien zu, Klassen – und Abschlussfahren auch an ihrer Schule stehen an. Es gibt Klassen, die nach England, nach London fahren wollten. Was macht man jetzt, nach diesem Wochenende als Eltern, Lehrer, Verantwortlicher in der Schulleitung? Hält man am ursprünglichen Plan fest oder sagt man die Fahrt ab, möglicher Weise ohne der Klasse einen kurzfristigen Ersatz bieten zu können? Was wenn man die das Risiko beiseite schiebt und etwas passiert?
Es ist keine leichte Entscheidung. Garantie gibt es niemals und selbst eine Klassenfahrt in sichere Gebiete kann auch dem Rückflug in einer Katastrophe enden.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren