Kölner Weinbank

Kölner Weinbank

In Zeiten von mageren Zinsen bis hin zu Negativzinsen hört sich eine Weinbank grundsätzlich erstmal verlockend an. Wein hat doch im Schnitt etwa 12 bis 13 Prozent.

Persönlicher Zugang zum Wein

Wein ist für mich unter anderem ein Begleiter. Ein Begleiter zu Speisen, aber auch ein Begleiter auf einer guten Strecke meines Lebens. Die ersten eher unrühmliche Begegnungen hatte ich mit Wein bereits während meiner Schulzeit. Es gab eine Klassenfahrt an die Mosel sowie sehr billigen Wein von der Tankstelle. Mit der Zeit reiften dann die Ansprüchen, denn wie heisst es so schön:

Das Leben ist zu kurz für billigen Wein.

 

Auch wenn meine Frau und ich (die zum Glück die gleichen Weine liebt wie ich) mittlerweile darauf achten, wo und welcher Wein wir kaufen, ist eine Sache gleich gebliebene. Wir machen beide keinen großen Bohei darum. Wein ist Wein und solange er trocken ist und man am nächsten Tag keinen dicken Kopf davon bekommen hat, passt es schon.

Weinbank zum Schutz der Investition
leohau / Pixabay

Auswahl und Umgang

Geschmack ist keine Konstante, sondern Veränderungen unterworfen. Zum Glück muss man sagen, sonst würde dem Leben auch etwas fehlen. Zu Hause befinden wir uns derzeit in der Weißwein-Phase, wohl auch auf Grund dessen, was wir über Rotwein wissen. Der schmeckt uns nach wie vor, aber die Tannine passen nicht immer zu uns. Weißwein hat auch noch einen anderen Vorteil, der zu einem überlegten Alkoholkonsum führt. Er schmeckt nämlich nur richtig gekühlt gut. Richtig gekühlt bedeutet allerdings, dass er auch nicht zu kalt sein sollte. Ein Phänomen, welches häufiger auch in Restaurants anzutreffen ist. Richtig schmecken kann man ihn dann nicht vor, mitunter wird auch so versucht, einen billigen Wein zu kaschieren. Zu Hause kann man drauf achten, wie kühl der Wein wirklich sein darf.

Die Idee einer Weinbank

Zurück aber zur Weinbank. Die grundsätzliche Idee dahinter ist nicht die, damit einen Gewinn zu erzielen (zumindest nicht für die Kunden), sondern anspruchsvolle Wein richtig zu lagern. Nicht jeder hat privat der Möglichkeit, das so zu gewährleisten. Das Ganze wird dann noch um eine exklusive Atmosphäre ergänzt. Exklusive ist hier tatsächlich wörtlich zu nehmen. Zugang zu einem der Schließfächer haben nur Mitglieder mit bis zu drei Begleitpersonen. Für die Verkostung des eigenen Weis werden Gläser und Wasser zu Verfügung gestellt. Auf die Auswahl angemessen Kleidung soll geachtet werden, eigene mitgebrachte Speisen sind nicht erwünscht. Für mich schon mal ein Minuspunkt, auch wenn ich die Intention dahinter gut nachvollziehen kann.

Exklusives Investment

Die Weinbank verwahrt die Weine und biete das Ambiente für eigene Verkostungen. Zusätzlich stehen diverse Serviceleistungen zur Verfügung, unter anderem das Auffüllen des Schließfachs durch Vertragspartnern. Interessant aus meiner Sicht ist der Versicherungsschutz für die eingelagerten Weine. Direkt auf der Seite wird unverständlicherweise nicht damit geworben, man muss sich dafür durch die AGB kämpfen. Gerade für hochpreisige Weine und Weine, die mit Wertsteigerung bei zunehmenden Alter verbunden sind ist das ein echtes Argument für die Weinbank.
Die Exklusivität hat allerdings ihren Preis. Welche Kosten in Köln für ein Schließfach in der Weinbank entstehen, lässt sich noch nicht von der Website ablesen. Da es auch andere Standorte gibt, kann man sich dran orientieren. Das kleinste Schließfach in Frankfurt mit einem große von bis zu 35 Flaschen kostet 99 Euro im Monat.

Lohnt sich ein Schließfach?

Ob sich ein Schließfach lohnt, hängt ganz davon ab, was man beriet ist für Wein auszugeben. Für die durchschnittlichen Verbraucherweine, die meine Frau und ich trinken, ist kein Schließfach notwendig. Wein ist bei uns ein kein Investment, sondern Genuss. Er wird getrunken und nicht damit spekuliert. Zudem sind wir wie erwähnt Weißweintrinker. Persönlich vermute ich, dass ein Schließfach sinnvoll eher bei hochpreisigen Rotweinen ist. Wenn man natürlich 99 Euro im Monat entbehren kann, dürfte so eine Weinbank ein gute Anlage sein, selbst wenn Wein einlagert, den man auch jederzeit beim Weinhändler um die Ecke bekommen könnten. Zum eine, weil man rund um die Uhr Zugang zu seinem Schließfach hat. Zum anderen, weil der Kontakt mit anderen Kunden (beziehungsweise Clubmitgliedern) dem Hobby (oder je nach dem der Berufung) Wein förderlich sein dürften. Zusätzliche Veranstaltungen der Weinbank runden das dann auch noch ab. Ausgesprochen witzig fände ich im Übrigen die Idee, sich ein Schließfach zu mieten und Tetrapacks vom Discounter einzulagern.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren