Trump kündigt Klimaschutzabkommen

Trump kündigt Klimaschutzabkommen

Der Präsidentendarsteller in den USA hat am Donnerstag den Austritt aus dem Klimaschutzabkommen von Paris erklärt. Damit will er die USA wieder groß machen.

Größe und Kleingeist

Tatsächlich macht Donald Trump die USA nicht wieder groß, sondern klein — zumindest kleingeistig und dumm. Aber was genau hat Trump denn genau aufgekündigt?
Vom 30. November bis 12. Dezember 2015 fand in Paris die UN-Klimakonferenz statt. Im April des folgenden Jahres wurde von 175 Staaten Staaten ein Abkommen unterzeichnet, welches quasi das Ergebnis der Klimakonferenz darstellte. Dieses Klimaschutzabkommen sieht vor, die Erderwärmung Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. Unumstritten war das Abkommen nicht, zumal es nicht nur den kleinsten gemeinsamen Nenner darstellt, sondern auch viele Fragen offen lässt. Insbesondere löst er nicht die bestehende Ungleichheit zwischen den Industriestaaten und Ländern der sogenannten Dritten Welt. Unabhängig davon war und ist es jedoch ein wichtiger Schritt, der nicht ohne Grund in einem völkerrechtlichen Vertrag verankert wurde.

Gründe für das Klimaschutzabkommen
girlart39 / Pixabay

Folgen des Klimawandels

Der US-Präsident behauptet, das Klimaschutzabkommen sei für die USA sehr ungerecht. Ausländische Lobbyisten würden versuchen, die USA klein zu halten. Wohlgemerkt, er meint jenes Land, welches mit Fossilen Brennstoffen umgeht, als hätte es noch eine zweite Welt im Kofferraum. Ihm geht es um Arbeitsplätze. Selbst wenn dran auch nur ein Fünkchen wahr wäre, wiegt das längst nicht die Bedeutung des Abkommens auf. Es geht um nichts anderes als die Zukunft der Erde. Nicht um möglicherweise ein paar Arbeitsplätze in den USA.
Die Erderwärmung ist kein Hirngespinst, sondern Fakt. Mit bereits jetzt erkennbaren Folgen. Der Nordpol wird messbar wärmer, die Gletscher in Grönland schmelzen. Das wiederum wird sich auf das globale Klima auswirken. Wetter entsteh auf der Erde in einem komplexen Zusammenspiel vieler Faktoren, eine wichtige Bedeutung hat der Nordatlantische Strom.

Wie das Wetter entsteht

Der Nordatlantische Strom wiederum wird beeinflusst vom Salzgehalt des Wassers. Schmelzen in Grönland die Gletscher, dann handelt es bei dem Schmelzwasser um Süßwasser. Im schlimmsten Fall kann durch steigenden Süßwassergehalt im Nordatlantischen Strom dieser zum Stillstand kommen. Das wäre dann das Ende des milden Klimas in Europa (ziemlich gut erklärt hier beim BR). Auch Flutkatastrophen wären Folgen des Klimawandels. Die Katastrophen treffen die einzelnen Länder sehr unterschiedlich. Hier in Europa kann man sich einen aufwendigen und teuren Hochwasserschutz leisten. In der südlichen Hemisphäre erden Länder wie zum Beispiel Bangladesch bei steigendem Meeresspiegel einfach überflutet. Die Bilder davon gibt es dann für uns in der Tagesschau. Hungersnöte als Folge des Klimawandels werden sich mehreren. Der Migrationsdruck wird steigen — aus dem einfachen Bedürfnis heraus zu überleben.

Klimaschutzabkommen als völkerrechtlicher Vertrag

Das Klimaschutzabkommen ist wichtig, um den Klimawandel abzuschwächen, zu verlangsamen. Völlig umkehren können wir ihn derzeit noch nicht. Wichtig ist, sich den Tatsachen zu stellen. Auch deshalb war es wichtig, das gemeinsame Klimaziele in einem völkerrechtlichen Vertrag festgehalten wurden. Die besondere Brisanz bei der Aufkündigung des Klimaschutzabkommens liegt darin, dass so ein Vertrag nicht einseitig aufgekündigt werden kann. Passiert es doch, ist das wie ein Dammbruch. Wenn die USA wirklich das Klimaschutzabkommen für nichtig erklären, dann können anderen Staaten dies zum Vorbild nehmen. Atomwaffensperrvertrag? Weg damit. Antarktisvertrag? Die Rohstoffe könnte man doch prima ausbeuten.
Und der Nordatlantikvertrag, der steht vermutlich bei Trump ehedem selber auf der Abschussliste.

Zweitgrößter Sünder

Die USA gelten als zweigrößter Verursacher von Treibhausgasen. Darüber kann man nicht neu verhandeln, dagegen muss man vorgehen. Interessanterweise gibt es deutliche Stimmen aus Wirtschaft und Industrie in den USA, die Trump massiv widersprechen. Für die der Klimawandel keine Erfindung böser Mächte ist. So zum Beispiel der Chef von Tesla, Elon Musk. Oder der Chef der Investmentbank Goldman Sachs und natürlich auch Tim Cook von Apple widerspricht Trump.
Ein Lichtblick denn, Amerika entwickelt sich mehr und mehr nicht nur zum Gegenspieler von Europa, sondern auch zu einer selbstbezogenen Nation, von der eine erhebliche Gefahr für diesen Planeten ausgeht.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren