Manchester United

Manchester United

Mit Manchester United verbinden wir eigentlich einen Fußballclub. United, vereint ist aber genau das, was jetzt von uns in Bezug auf Manchester nötig ist. Zusammenstehen, solidarisch sein, vor allem aber Mitgefühl für die Opfer und Angehörigen des zeigen.

Terroristen sind Mörder

Weltweit sind Terroristen Mörder und feige Arschlöcher. Das muss man einmal mehr in aller Deutlichkeit sagen. Wer davon faselt, eine „Zusammenkunft der Kreuzfahrer“ getroffen zu haben, es aber in Wirklichkeit ein Konzert war, ist ein Arschloch. Mehr noch, er hat jede Berechtigung verloren im Namen welcher Religion auch immer zu sprechen.
Mein Gott, 22 Tote und 59 Verletzte bei einem Popkonzert das vornehmlich von Kindern und Jugendlichen besucht wurde. Wie feige ist das denn, gezielt Kinder zu töten, töten zu wollen? IS ist kein Staat, keine Gemeinschaft von Gläubigen, sondern nur eine Bande von Mördern. Das hat der Anschlag in Manchester am vergangen Dienstag erneut gezeigt. Es ist, wie die Sängerin Ariana Grande es in Worte fasste, tatsächlich „abstoßend und abscheulich“, was passierte.

Manchester
aleksejh / Pixabay

Manchester ist überall

Am Dienstag war es Manchester, schon morgen kann es eine andere Stadt, ein anderes Land treffen. Das Perfide an solche Anschläge ist der Terror, die Angst die gesät wird. Der IS will, dass sich niemand mehr sicher fühlen kann. Nach jedem Anschlag stehen wir erneut vor Herausforderungen.
Zwei Fragen stehen dabei besonders deutlich im Raum. Wie wir uns schützen können ist die eine. Die andere, wie wir damit umgehen, wie wir den Anschlag emotional verarbeiten. Aber auch, wie wir unseren Kindern zur Seite stehen können, denn die Wirklichkeit lässt sich nicht ausblenden, nur weil jemand noch nicht erwachsen ist.
Die Süddeutsche Zeitung hat in ihrer Ausgabe vom Mittwoch einen sehr guten Artikel dazu, „Wie spreche ich mit meinem Kind über einen Terroranschlag?“. Lesenswert, nicht nur für Eltern, sondern auch für alle anderen, die beruflich oder ehrenamtlich mit Kindern zu tun haben.

Das Ziel der Terroristen

Ziel jedes terroristischen Anschlags ist es, die Gesellschaft nachhaltig zu verändern. Jeder Anschlag ist immer auch ein Anschlag auf die Freiheit. Auf unsere Art zu denken, zu leben und zu lieben. Sicherheit hat immer auch ihren Preis. Immer wenn wir ein Stück Freiheit abgegeben, bekommen wir für kurze zeit ein Stück Sicherheit dafür. Für kurze Zeit, weil es absolute Sicherheit nie geben kann. Das Risiko ist immer da. Verlassen wir das Haus, gehen wir Risiken ein. Bleiben wir in den eigenen vier Wänden — nun, jedes Jahr sterben 100.000 Menschen in Deutschland durch Unfälle im Haushalt.

Kinder ihr Leben lassen

Eltern zu sein, ist nie leicht. Es eine Aufgabe fürs Leben, mindestens jedoch bis zum 18. Lebensjahr — wenn nichts passiert. Eine Aufgabe, die viel Geduld und Einfühlungsvermögen erfordert. Die Stärke selbst dann erfordert, wenn man selber schwach ist. Nach dem Anschlag in Manchester brauchen Kinder Elter, die zuhören. Die sie ernst nehmen und auffangen. Eltern zu sein erfordert aber auch, im richtigen Moment loszulassen. Loszulassen, auch wenn man selber Angst hat. Die Kinder einzusperren, sie von Konzerten fernzuhalten, hilft ihnen nicht. Es verstärkt nur die Angst. Kathrin Spoerr hat drüben für WeltN24 vom Glück geschrieben, welches sie haben will. Glück, verschont zu bleiben. Sie beschreibt, wie viel Dinge wir tun, ob wohl wir wissen, dass sie gefährlich sind. Obwohl wir von den möglichen Enttäuschungen wissen. Wir tun sie, weil wir leben wollen, weil wir so leben wollen.
Ihr Fazit „Und ich werde meine Kinder in Lady-Gaga-Konzerte gehen lassen, obwohl es Terror gibt“ berührt mich. Es ist vermutlich das einzig Richtige, was man tun kann.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren