Zum Tod von Roger Moore

Zum Tod von Roger Moore

Mit 89 Jahren darf man schon mal gehen. Vor allem, wenn man wie Roger Moore auf ein ereignisreiches Leben zurückblicken kann. Der britische Schauspieler verstarb gestern.

Leben und sterben lassen

Neben seiner Rolle als James Bond ist mir Roger Moore, so muss ich zu meiner Schande gestehen, nur aus „Die Wildgänse kommen“ bekannt. Was James Bond anging, so stellt sich mir nie wirklich die Frage, ob Sean Connery oder Roger More. Beide waren für mich exzellente Verkörperungen der Figur des britischen Geheimagenten. Zumindest bis Daniel Craig in „Casino Royale“ ein Bond gab, der härter, überzeugender daherkam.
Zurück aber zu Roger More. Ganz so wie es die Süddeutsche Zeitung heute schreibt, war der Bond, den Moore spielte, mehr Dandy als Agent. Jemand der das Leben zu genießen wusste und ganz nebenbei immer wieder die Welt rettet. Bereits als Kind habe ich die James-Bond-Filme geliebt und das es so war, daran hatte Roger Moore einen großen Anteil.

Roger Moore — Richtung Moonraker
winterseitler / Pixabay

James Bond mit Roger Moore

Der erste Film mit Roger Moore war „Leben und sterben lassen“. Daran kann ich mich noch gut erinnern, auch dank des Marathons vor fünf Jahren, als meine Frau und ich uns noch mal alle Verfilmungen der Bond Reihe ansahen. Der Wikipedia-Eintrag zum Film reichte als kleiner Anstoß. So oft, wie ich den Film gesehen habe, läuft er automatisch von meine Augen ab. Die Szene mit dem gruseligen Baron Samedi prägt sich ziemlich ein. Der Anfang aber bleibt genial, auch wegen der Sprüche.

„Wessen Beerdigung ist das denn?“ — „Deine!“

Bein einer Beerdigungszeremonie in New Orleans zieht eine Gruppe Farbiger durch die Stadt, begleitet von melancholischer Musik. Dann wird der Agent erstochen, in den leeren Sarg verflachte und die Musik wird heiter, die Trauergäste tanzen ausgelassen. Ob sich Rooger Moore für seine eigene Beerdigung auch eine eher ausgelassen Feier vorgestellt hat?

Alles strebt auf den Mond

Moonraker – Streng geheim stammt aus dem Jahr 1979. Damals war ich acht Jahre alt und auch vom Weltraumvirus befallen. Moonraker sah ich, bevor ich überhaupt zum ersten Mal mit Star Wars in Kontakt kam. Den Film spielten wir selbstverständlich auch nach, mit der Lego Raumfahrt Serie, welche im selben Jahr zum ersten Mal herausgebracht wurden. Moonraker hatte eine Besonderheit, etwas, was vorher nicht vorkam. Und vermutlich so in der Form auch nie wieder vorkommen wird. Der Handlanger des Antagonisten, Beißer. Eine Figur, die in „Der Spion, der mich liebte“ noch Bond bis zum Ende töten wollte, in Moonraker aber im letzten Drittel des Films die Seiten wechselt und mit Bond gemeinsam die Welt rettet.

Im Angesicht des Todes

Insgesamt sieben Mal stand Roger Moore als James Bond vor der Kamera:

  • Leben und sterben lassen
  • Der Mann mit dem goldenen Colt
  • Der Spion, der mich liebte
  • Moonraker – Streng geheim
  • In tödlicher Mission
  • Octopussy
  • Im Angesicht des Todes

Den letzten seiner Bond-Filme habe ich sogar zur deutschen Premiere im Kino gesehen. In Berlin, zusammen mit meinem Vater — lange genug gequengelt hatte ich dafür ja. Auch hier fand ich Roger Moore wieder großartig, die Titelmusik von Duran Duran rundet dem Film gelungen ab. Dank eines C64-Spiels zum Film konnte ich mich noch einige Zeit später wie Roger Moore in James Bond fühlen.

Verdienste als Fußnote

Erst jetzt, durch die Nachrufe, wurde mir bewusst um, welche anderen Dinge sich Rooger Moore noch verdient gemacht hat. Eigentlich sehr traurig, erst jetzt zu wissen, dass er sich zuletzt als Botschafter des Kinderhilfswerks für die Flüchtlinge aus Syrien stark gemacht hat. Als Zuschauer sieht man die Figur, die Rolle. Weniger den Menschen und sein Leben dahinter.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren