Der Weg zur Siebträgermaschine

Seit zwei, drei Wochen kündigt es sich an. Das Ende unserer heimischen Nespressomaschine. Traurig bin ich nicht darum, denn es ist die Gelegenheit, auf eine Siebträgermaschine umzusteigen.

Angekündigtes Ende

Das eine Maschine nicht ewig hält, ist eigentlich klar. Das unsere Pixie von Nespresso aber langsam in den Streik eintritt, wundert mich etwas. Anders als die von mir nicht genutzt Maschine im Büro wir sie jeden Abend sauber gemacht. Dazu auch noch alle zweieinhalb Monate entkalkt. Mit dem Zeug von Nespresso selber.
Trotz der Pflege hat die Pixie jetzt eine Eigenart entwickelt, die sich nicht mal reproduzieren lässt. Häufiger, aber nicht immer, landet bei der Zubereitung nur ein kleines Rinnsal in der Tasse. Dann muss man den Knopf immer und immer wieder drücken, bis die Tage soll ist. Nebenbei sei erwähnt, dass die Maschine ausschließlich mit Original-Nespressokapseln gefüttert wird.

Siebträgermaschine — romantischer Anblick
Wow_Pho / Pixabay

Verweigerte Reparatur

Gestern, beim Neukauf von Kapseln in der so genannten Boutique hier in Köln sprach ich den Mitarbeiter im Landen auf das Problem an. Anhand eines anderen Modells zeigte er mir, wo ich zusätzlich noch was reinigen könnte. Sollte das nicht helfen, wäre es auch möglich, mit der Maschine in den Laden zu kommen. Ob mich der sich dran anschließende Service etwas kosten würde oder nicht, wurde daraus nicht wirklich deutlich.
Wohlgemerkt, der Mitarbeiter war wirklich ausgesprochen höflich. Allerdings habe ich auch nur mit einem Ohr zugehört, weil mein Herz schon woanders war.
Selbst wenn die Reparatur für mich kostenlos wäre, würde ich mich ihr wohl verweigern. Richtig deutlich wurde das auf Grund der 20 gekauften Stangen Lungo. Etwas über 1 kg Espresso für 78 Euro.

Ein deutlicher Preis

Wie teuer der in Kapseln verkaufte Kaffee ist, war mir eigentlich schon von Anfang an bewusst. Anscheinend gibt es aber einen Unterschied, ob einem etwas lediglich bewusst ist oder die Information auch rational weiterverarbeitet wird. Mein steigender Kaffeekonsum ließ vielleicht auch erst die Summe so in die Höhe steigen. In so einer deutlichen Weisen hatte ich es bisher noch nicht vor Augen. Möglich, dass ich auch gerade durch die Probleme mit der Pixie empfänglicher bin.
Vergleiche ich den Preis der Kapseln und den der Bohnen, wäre das bei meinem Konsum pro Jahr ein Differenzbetrag von mindestens 100 Euro. Allein das wäre schon Grund genug über die Anschaffung einer Siebträgermaschine nachzudenken.

Die Sache mit der Umwelt

Vormachen sollte man sich auch nichts in Bezug auf den Umweltschutz. Selbst wenn wirklich jede verkaufte Kapsel vollständig recycelt wird, ist die Öko-Billanz der Alu-Kapseln erschütternd. Aluminium wird unter Inkaufnahme erheblicher Umweltschäden gewonnen, die Herstellung und die Wiederverwendung sind extrem Stromintensiv.
Klar könnte man wiederverwendbare Kapseln nehmen und diese selber befüllen. Wie wenig ich davon halte, habe ich bereits letztes Jahr zum Ausdruck gebracht.
Wenn man schon mit Espressopulver in der Wohnung Sauereien veranstaltet, dann lieber gleich im Zusammenspiel mit einer Siebträgermaschine. Insofern hat sich meine Position aus dem vergangenen Jahr etwas verändert.

Ursprüngliche Intention

Ursprünglich nahm ich an, wenig Espresso zu trinken. Oder zumindest nur so viel, dass sich der Kapsel-Konsum in einem überschaubaren Rahmen bewegt. Mittlerweile ist der Konsum zu Hause deutlich gestiegen, obwohl ich derzeit der Einzige bin, der Espresso trinkt. Geändert hat sich auch die Stärke des Lungos. Alles unter 8 (Nespresso-Skala) ist mir deutlich zu schwach. Je höher der Verbrauch ist, desto deutlicher geht auch die Preisschere auseinander. Bei geringem Verbrauch immer frischen Espresso aus Kapseln zu haben trifft nicht mehr zu. Mein Verbrauch würde auch  normalen Espresso ob fertig gemahlen oder selber geschreddert nie alt werden lassen.

Keine wuchtige Siebträgermaschine

Das Killerargument gegen die Anschaffung einer Siebträgermaschine war bisher immer ihre Größe. In unsere heimische Küche passt kein Monster. Zudem mach ich auch wenig Aufheben um die Zubereitung. Milchschaum ist mir Wurst, ich mach da einfach nur kalte Milch rein — ja, ich bin ein Banause.
In der vergangenen Woche fragte ich dann Tante Google nach einem möglichen Ersatz für die Pixie. Durch Zufall stieß ich auf die Dedica Style EC 685 von DeLonghi. Im Übrigen auch der Hersteller unserer Pixie.
Die EC 685 hat nicht nur bei Stiftung Warentest mit „gut“ abgeschnitten, sondern auch ähnliche Ausmaße wie die Pixie. Damit hatte ich schon mal einen heißen Kandidaten für eine Nachfolge. Zudem auch noch in Rot, ein weiteres für mich wichtiges Kaufargument.

Phase der Entscheidungsfindung

Das die Siebträgermaschine von DeLonghi nicht nur Pulver, sondern auch die bequemen ESE-Pads verwenden kann, ist für mich ein attraktiv. So würde mir der Wechsel von den Kapseln erheblich leichter fallen, dachte ich. Eine Endgültige Entscheidung ist jedoch noch nicht getroffen, zumal es auch ein paar Punkte gibt, die stören. ESE-Pads sind nämlich auch nicht viel besser als Kapseln. Sie liegen auch preislich nicht so weit weg. Einziger Unterschied zu Nespresso ist an der Stelle, dass man keinem Großkonzern Geld in den Rachen wirft.
Bis zum Sommer will ich mir noch Zeit nehmen, um zu einer Entscheidung zu kommen. Dreiundzwanzigzentimeter. Das ist der entscheiden Faktor in Bezug auf die Breite einer Maschine. Alles was drüber hinaus geht, passt nicht bei uns in die Küche.

Auf die Größe kommt es an

Jede mögliche Siebträgermaschine muss ich anhand ihrer Größe beurteilen, bevor ich weitere Kriterien zu Rate ziehe. Was nicht passt, nützt mir nichts, selbst wenn es den besten Espresso machen würde. Die EC 685 ist wirklich nett, hat aber laut einigen Kritiken auch ihre Tücken. Und mit denen möchte ich mich nicht befassen müssen. Eine neue Maschine soll mindestens für die nächsten fünf Jahre halten.
Drüben, bei der Apotheke bin ich fündig geworden. Eine Bezzera Espressomaschine. Die passt so gerade und hat auch ein ordentliches Gewicht, so dass man die Maschinen beim einspannen des Siebträgers nicht festhalten muss. Die anderen Vorzüge sprechen auch eine deutliche Sprache.
Wenn man einmal weiß, dass Manufaktur dort die Hobby 01 von Bezzera anbietet, findet man sicher auch noch bessere Angebote — wobei ich vor allem nach einem Verkäufer mit Service Ausschau halte.

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