Das Ende von DBV-T und Großbritannien

Das Ende von DBV-T und Großbritannien

Wenn heute Großbritannien offiziell seinen Austritt aus der EU erklärt, ist das ein wenig so wie die Abschaltung von DBV-T. Erstmal wird es dunkle und gleichzeitig hofft man, etwas neues, besseres würde kommen. Ob das hinsichtlich des Brexit wirklich so zutrifft — ich für meinen Teil bin da ziemlich skeptisch. Wenn die Prognosen stimmen, werden die Briten nach zwei Jahren zu den großen Verlierern gehören. Oder aber die EU hat sich durch zu viele Zugeständnisse in Einzelteile zerlegt.

Die Alternativen zu DBV-T

Was DBV-T angeht, führt diese terrestrische Übertragung zumindest laut Digitalisierungsbericht 2016 der Medienanstalten ein Nischendasein. Lediglich 9 Prozent der deutschen Haushalte empfangen ihr Fernsehprogramm darüber. Den Löwenanteil machen die Übertragungen via Kabel (45,9%) und Satellit (46,5%) aus. Lediglich IPTV befindet sich noch weiter darunter mit einem Anteil von 6,2 Prozent. Hier hätte ich persönlich auf eine deutlich höhere Verbreitung getippt. Dazu später aber noch mehr.
Aus der Statistik geht auch hervor, welche Alternativen es zu DBV-T gibt. Zusätzlich besteht auch noch die Möglichkeit, sich einen neuen Receiver zu besorgen, der mit DBV-T2 klar kommt. Allerdings kann man damit kostenlos lediglich die öffentlich rechtlichen Sender empfangen, für die Privatsender ist eine Gebühr von 5,75 Euro pro Empfangsgerät fällig.

Ohne DBV-T fehlt dir nichts
Hans / Pixabay

Die Qual der Wahl

Für was man sich als Alternative entscheidet, hängt nicht nur vom eigenen Geschmack, sondern auch von der Verfügbarkeit ab. Wer das Pech hat, in einem dunklen Tal in der Eifel zu wohnen, kann sich auf Grund der schlechten Internetanbindung gar nicht für IPTV entscheiden. Und überall, so ist zu hören, wird es DBV-T2 auch nicht geben. Nur unmittelbar im Ballungsgebiet gibt es die komplette Auswahl. Mittlerweile zumindest, denn was den Fernsehempfang angeht, habe ich auch einen längeren Weg hinter mir.
In meiner ersten eigenen Wohnung in Bielefeld hatte ich nur die Antennen, die am Fernseher dran war. Was ein verrauschter Empfang ist, weiss ich noch zu gut. Erst als meine rau und ich aus der Wohnung auszogen, wurde vom Vermieter ein Kabelanschluss gelegt.

Zwei Nischen tanken Super

Im Rahmen unseres Umzugs standen wir dann damals vor der Wahl, worüber wir das Fernsehprogramm empfangen wollten. DBV-T wäre eine Option gewesen, aber die Gehversuche mit einem DBV-T Stick für den Computer überzeugten uns nicht so ganz. Von unserem Telefonanbieter wurde dann eine Alternative ins Spiel gebracht: T-Home Entertain. Fernsehempfang über die Internetleitung. Gleichzeitig sollte man sogar zeitgesteuert aufnehmen können, was für uns absolut neu war — wir besaßen nie einen Videorekorder. Beim nächsten Wohnungswechsel hätten wir dann den Kabelanschluss nehmen können. Allerdings waren wir mit IPTV ziemlich zufrieden, was sich auch bei den folgenden Umzügen nach und in Köln nicht änderte. Internet brauchen wir enden immer, und wenn man darüber auch noch Fernsehen schauen kann, um so besser. Über DBV-T stolperte ich erst wieder, als ich über die Abschaltung las. Abgeschaltet mangels Nutzung, war meine erste aber falsche Vermutung.

Marktanteil von IPTV

Das IPTV als Empfangsweg einen so geringen Marktanteil hat, wundert mich wie bereits erwähnt. Immerhin, wenn man die Jahre 2015 und 2016 vergleicht, kann diese Form der Übertragung einen Zuwachs von über zwei Prozent verzeichnet. Drei Jahre lang stagnierte IPTV auf vier Prozent. Das ist nicht viel, wenn man unter IPTV sowohl Techniken wie die von T-Home als auch Apps und Webanwendungen wie Zattoo und Magine TV zusammenfasst. Nicht vergessen darf man zudem, dass viele TV-Sender Auszüge aus ihrem Programm auch in ihren eigene Mediatheken haben und man über deren Website oder App live den Sender sehen kann — was eben auch über das Internet geht.

Persönlicher Fernsehkonsum

Bei uns zu Hause hat sich der Fernsehkonsum erheblich verschoben hin zum Streaminganbieter Netflix. Vom normalen Fernsehprogramm interessieren uns die Privatsender schon lange nicht mehr. Für Rest des öffentliche-rechtlichen Programms würde eigentlich die App von arte ausreichen. Im Prinzip brauchen wir nicht Mal mehr T-Home — auf dem vollen Receiver schlummern unzählige mal irgendwann aufgenommenen Sendungen. Wenn ich ganz ehrlich bin, gibt es zudem wichtigeres als sich Gedanken über den Fernsehempfang zu machen. Der Brexit beschäftigt mich da deutlich mehr als die Abschaltung von DBV-T.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren