Weltbeste Schokoladen-Muffins

Weltbeste Schokoladen-Muffins

Einen Bogen zu schlagen von Wargames über den Kölnpfad bis hin zu Muffins klingt abenteuerlich, ist aber möglich. Wie nachfolgende bewiesen wird.

Ursprünglich hatte ich geplant, heute den dritten Teil meiner Miniserie über Wargames fertig zu stellen. Wenn aber der Frühling mit so einem Wetter wie heute lockt, kann ich einfach nicht mehr still sitzen. Zumal meine Frau und ich bereits viel zu lange nicht mehr wandern waren.

Gut, der Kölnpfad und seine vierte Etappe ist für uns mittlerweile eher ein verlängerte Spaziergang. Schau ich mir die Blasen an meinen Füßen an, sieht es allerdings definitiv nach einer langen Strecke aus. Es waren jedoch lediglich zwölf Kilometer und ambitionierte schlechte Socken in Schuhe, die mit ziemlicher Sicherheit ein Fehlkauf waren. Mit meinen richtigen Wanderschuhe, welche sich zur Zeit in der Erstinspektion befinden, wäre das definitiv nicht passiert.

Muffins
Einfach zum reinbeissen

Wie dem auch sei, das Wetter war einfach nur herrlich. Ordentlicher Gegenwind, aber solange man nicht mit dem Fahrrad sagen abstrampeln muss ist das eher ein herzliches Gefühl, Luft fast greifbar vor sich zu haben.

Unterwegs entstanden dann wenig brauchbare Fotos. Zum einen, weil wir die Strecke schon in und auswendig kennen — aus diesem Grund durfte auch das Navi zu Hause bleiben. Zum anderen deshalb, weil sich die zarten Vorboten des Frühlings erst so langsam zeigen.

Ganz am Anfang der vierten Etappe überraschte uns der Worringer Bruch. Da wo sonst das Wasser zwei größere Teiche bildete, war alles ausgetrocknet. Später auf der Strecke gab es eine Baustelle und eine leicht geänderte Wegführung, die noch nicht zu Ende beschildert wurde. Immer der Nase nach lief aber prima in diesem Fall.

Moment, wo sind jetzt die versprochenen Muffins? Langsam, die kommen gleich. Auf dem letzten Drittel der Etappe wuchs bei uns beiden im Kopf die Belohnung. Zum Kaffee beziehungsweise Tee sollte es ein Stück Apfelkuchen sein. Das Problem dabei ist jedoch, dass meine Frau und ich eine ganz bestimmte Vorstellung und Erwartung an Apfelkuchen haben. Die Gefahr einer Enttäuschung bei einer 08/15 Bäckerei ist daher groß. Im Kopf ging ich die Alternativen auch und stieß auf einen entscheidenden Punkt.

Im Kühlschrank zu Hause lauerten noch Eier. Mit Eiern, Buttern und Mehl hat man im Prinzip schon die wichtigsten Zutaten für einen Kuchen zusammen. Fehlt nur noch ein Rezept. Da wir einen ganzen Kuchen niemals zu zweit schaffen, sollte es ein kleiner Kuchen sein so das wir schließlich bei Muffins landeten. Auf dem Rückweg vom Endpunkt der Etappe nach Hause bemühte ich dann in der Straßenbahn Tante Google. Man wird dabei mit allen möglichen Rezepten zum Stichwort erschlagen. Wie dabei das richtige finden?

Im Zweifel vertraut man seinem Gespür und einer gewissen Erfahrung bei der Umsetzung von Rezepten. Auf Anhieb sympathisch war mir das Grundrezept von Sally. Wenige Zutaten, einfach Schritte. Und eine Foto zum Rezept, welches ehrlich aussah und kein hochgestyltes Motiv für Foodfotographie.

Als ich zu Hause die Zutaten zusammen suchte, wurde klar, dass ich leicht variieren müsste, wohl wissend, welches Risiko ich dabei eingehe. Beim kochen ist so was nie ein Problem, dafür habe ich mittlerweile genügen Erfahrungen. backen jedoch ist nach wie vor meine Nemesis.

Schokoladen-Muffins

Zutaten
150 g weiche Butter
150 g Zucker
1 Pr. Salz
1 Pk. echter Vanillezucker
2 Eier (Raumtemperatur)
130 g Instant Mehl 405
30 g Weizenvollkornmehl
30 g Kakao
½ TL Backpulver
¼ TL Natron
evtl. Milch (Raumtemperatur)

Zubereitung
Ofen auf 170 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen.
Mehl, Kakao, Backpulver und Natron in einem Becher vermischen. Butter, Zucker, Salz und Vanillezucker in einer Rührschüssel cremig rühren. Die Eier einrühren, dann die Mehlmischung ebenfalls in den Teig rühren. Wenn der Teig zu fest ist, etwas Milch zufügen. Mit einem Esslöffel die Muffinförmchen füllen und die Muffins 20 Min. backen. Anschließend komplett abkühlen lassen — auch wenn es ungeduldigen Natur schwer fällt.

Das Rezept reicht für 12 Muffin-Förmchen.

Nach sechs verputzen Muffins kann bin ich mir ziemlich sicher, dass es das Rezept für die weltbesten Schokoladen Muffins ist. Das Ergebnis schlägt in jedem Fall jede Backmischung und ist genau so leicht herzustellen. Der Teig ist enorm fluffig — vermutlich auch ein Ergebnis des sehr feinen Instantmehls. Im Übrigen ist das Rezept auch noch auf andere Weise etwas besonderes. Es ist die Nummer 600 in unserem persönlichen Kochbuch mit erprobten Rezepten.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren