Fazit zweiter Spielemonat

Fazit zweiter Spielemonat

Als ich mir Anfang diesen Jahres das Ziel setzte, in den folgen 352 Tagen mindestens 50 verschieden Spiele zu spielen, kam mir das noch sehr ambitioniert vor. Heute, am vorletzten Tag des zweiten Monats, ist es Zeit für eine Zwischenbilanz.

Zwischenbilanz? Das macht man wohl eher, wenn man die Hälfte hinter sich hat. Nun, da ist was wahres dran. Allerdings in diesem Fall nicht die Hälfte der Zeit, denn vor mir liegen noch gut 10 Monate. Die Halbzeit habe ich in Bezug auf die gespielten Spiele erreicht. Genau 25 Spiele mit dem, was meine Frau und ich heute auf den Tisch brachten. Deutlich mehr gespielte Partie liegen hinter mir, gezählt wird jedoch nur jedes Spiel genau ein Mal.

webandi / Pixabay

Für Nicht-Spieler hört sich das alles ziemlich eigenartig an, besonders dann, wenn man den Durchschnittswert betrachte. Etwa zweieinhalb Spiele pro Woche sind das nämlich.

Als letztes auf den Tisch kamen bei uns „A Victory Denied“, „Viticulture“ und „Eclipse“. Vom erstgenannten haben wir zwar nur auf Grund der hohen Spieldauer nur eine Partie bisher gespielt, aber die wird uns noch lange in Erringung bleiben. Bei Viticulture liegen vier Partien hinter uns, mit einer ausgewogenen Gewinnbilanz. Sowohl meine Frau als auch ich konnte jeweils zwei Partie für uns entscheiden. Die erste Partei Eclipse dagegen ging klar an mich, was ich auch als verdient bezeichnen würde — ein Ausgleich zu meiner Niederlage kurz vor Moskau (A Victory Denied).

Einleitend sprach ich von einer Zwischenbilanz, nun, die lässt sich tatsächlich ziehen. Wir sehen klarer als bisher, welche Art von Spielen uns gefällt und welche Spiele uns dieses Jahr auf jeden Fall verlassen werden. Hoffentlich adoptiert von netten Menschen. Völlig unerheblich scheint die Spieldauer als Kriterium zu sein, ob uns ein Spiel gefällt oder nicht. Ziemlich überschätzt haben wir auch die Einfluss von tollen Spielmaterial. Zwar mögen wie beide schönes Material (und freuen uns auch nach wie vor über das Münzen-Upgrade bei Viticulture), aber das Material entscheidet nicht, ob ein Spiel auf den Tisch kommt und uns dauerhaft gefällt. Es ist es so, dass schönes Material in der Vergangenheit zu einer überstürzten Kaufentscheidung führte, während hässlich Entlein links liegen blieben — unabhängig vom Spielwert.

Ziemlich deutlich zeigt sich das aktuell an „A Victory Denied“. Dünner Spielplan, eine Menge Klient Pappcounter und zwei Würfel. Beeindruckend sieht so was nicht aus. Genau das Spiel aber hat ins über acht Stunden gefesselt. Die Skepsis meine Frau, ob ihr diese Art von Spielen überhaupt gefallen würde, löst sich dabei in Luft auf.

Guter Spielfluss und Balance sowie Abwechselungsreichtum sind sehr wichtige Kriterien. Gerne darf ein Spiel auch asymmetrisch sein, solange alle Spieler die Chancen auf einen Sieg haben.

Unterschätzt haben wir auch, wie interessant es sein kann, ein und das selbe Spiel mehrfach hintereinander zu spielen. Man hat die Regeln irgendwann nicht drauf und kann es quasi „blind“ spielen, zudem spielt man nicht mehr oberflächlich, sondern erkennt die Möglichkeiten, was zu einer taktischen und beziehungsweise strategischen Tiefe führt.

Besser weniger Spiele im Regal als tausende, die man wenn überhaupt nur einmal gespielt hat und dann auch nur irgendwie. Klasse statt Masse. Mit Sicherheit wird das auch auf die Spielmesse in diesem Jahr und Neuerwerbungen Einfluss haben.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren