Modifizierte Mexikaner

Modifizierte Mexikaner

Das M-Wort löst, wie wir mittlerweile wissen, merkwürdige Zuckungen beim US-Präsidenten-Darsteller Donald Trump aus. Ich für meinen Teil habe keine Vorbehalte in Bezug auf Mexikaner, nebenbei mag ich auch ihre Küche. Die bietet im Übrigen mehr als „Chili Con Carne“ (rezeptfreier Hinweis: irgendwelche fixen Produkte aus der Tüte haben mit dem Gericht nur den Namen gemeinsam und sind ansonsten eher eine Beleidigung).

Wie dem auch sei, der mexikanischen Küche geht es wie allen anderen auch. Man streut über ein paar Fertig-Spaghetti, die mehr von den Inhaltsstoffen Ähnlichkeit mit deutschen Spätzle haben ein paar Späne Parmesan und glaubt, das wäre jetzt ein italienisches Gericht. Ist es natürlich nicht, selbst wenn es von einem waschechten Italiener serviert wird — der in meisten Fällen ein Auto hat. Und echt an „Mamma Mirácoli“ ist einzig und allein die Melodie im Werbespot — die Tarantella Napoletana.

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Von daher ist es auch keineswegs tragisch, „Original“-Rezept zu modifizieren. Bei der so genannten „Mexiko-Pasta“, die es gestern Abend bei uns geben sollte, klangen bereits die Zutaten etwas merkwürdig. Penne-Nudeln? Vermutlich wachsen die in Mexiko an Bäumen, nur hat mir da noch niemand mitgeteilt.

Wir probieren gerne neue Gerichte aus, aber nach den letzten Fehlschlägen bin ich deutlich vorsichtiger geworden. Wenn ich Unstimmigkeiten erkenne, modifiziere ich lieber als später hungrig am Tisch zu sitzen. Klar, wir lieben One-Pot-Pasta — aber nur, wenn die Rezepte auch stimmig sind. Wenn man Penne-Nudeln laut Packung 11 Minuten kochen soll, sind die restlichen Zutaten nicht mehr knackig, sondern eher matschig. Hinterher Nachos und Cheddar drüber streuen macht es auch nicht besser. Als beschloss ich, zwei getrennt Töpfe zu nehmen. Die Pasta ganz normal zu kochen, die Sauce mit der doppelten Menge Tomatensauce zu machen, ein paar Gewürze hinzuzufügen. Und vor allen Dingen: überbacken.

Das abgewandelte Rezept sieht dann so aus:

Überbackene Pasta „Lachender Mexikaner“

Zutaten

1 grüne Paprikaschote
1 rote Zwiebel
1 Dose Tomate (400 g Füllmenge)
600 ml passierte Tomaten
1 TL Gemüsebrühpulver
Salz
Pfeffer
350 g Penne
1 kleine Dose Mai
1/2 TL Oregano
1/2 TL Rauchpaprika
1 Msp. Chiliflocken
150 g Cheddar
100 g Nachos

Zubereitung

Paprika vierteln, entkernen und quer in Streifen schneiden.

Zwiebel schälen, halbieren und in Streifen schneiden.

Pasta nach Packungsanweisung kochen. Inzwischen Dosentomaten im Topf grob zerteilen, passierte Tomaten hinzufügen und beides aufkochen. Rauchpaprika, Chiliflocken und Oregano ebenso wie Paprika und Zwiebel hinzufügen. Mit Salz und Pfeffer und Gemüsebrühpulver würzen. Fünf Minuten köcheln lassen, dann Mais zugeben und nochmals fünf Minuten köcheln lassen. Käse raspeln.

Währenddessen Ofen auf 200 Grad Umluft vorheizen. Wenn die Pasta fertig ist, Wasser abgießen und Pasta auf zwei Auflaufformen verteilen, ebenso die Sauce. Mit Nachos bedecken und Käse darüber streuen. Etwa 10 bis 12 Minuten überbacken, bis der Käse zerlaufen ist. Heiß servieren.

Geschmeckt hat es in jeden Fall, wobei wir uns nicht ganz so sicher sind, was wir von der Überdosis Kohlenhydrate halten sollen. Mais als Zutat für die Sauce, dann Mais in den Nachos ist noch ok, aber dann noch die Pasta dazu? Beim nächsten Mal werden wird die Pasta wohl durch gebratene Streifen Hühnerbrust ersetzen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren