Homöopathie macht schlank und schön

Homöopathie macht schlank und schön

Mit Ursache und Wirkung ist das so eine Sache. Nicht immer, wenn eine Wirkung festgestellt wird, lässt sich das auf eine bestimmte Ursache zurück führen. Und manchmal gibt es nicht mal eine Wirkung. Es heisst zwar, der Glaube versetze Berge — aber nur weil ich an die Wirksamkeit von etwas glaube, belegt dies noch lange nicht die tatsächliche Wirksamkeit. Zudem gilt, dass persönliche Einzelfallbeobachtungen keine wissenschaftliche Studie ersetzen.

Ja Gott sei Dank I heiß net Müller, aber die Buttermilch von denen… hähähä wenn’s schee macht.

Man kann an dieser Stelle die Diskussion weiter führen, was in etwa den gleichen Effekt hat wie ein ernsthaftes Gespräch mit einer Raufasertapete. Schließlich weiß ja jeder, dass man von Möhren besser sehen kann (es sei denn, man sticht sich damit ins Auge) und das Buttermilch schön macht. Buttermilch macht schön? Klar, kam doch sogar im Fernsehen. Das das nur eine Werbespot mit Annemarie Wendl (alias Else Kling) war, wen interessiert das schon.

multifacetedgirl / Pixabay

Zurück zur Homöopathie. Die macht tatsächlich schlank, schön und reich. Das eigene Portmonee wird schlank, man selber schön blöd und der selbsternannten Therapeut — der wird wirklich reich.

Alternative „Medizin“ geht für mich immer stark in Richtung Scharlatanerie. Im Prinzip könnte man damit das ganze Thema auf sich beruhen lassen, schließlich hat jeder das Recht, sich nach eigener Fasson unglücklich zu machen beziehungsweise seine Gesundheit zu ruinieren. Für mich ist aber eine Grenze überschritten, wenn es um Kinder geht. Die Behauptung und „Heilungsversuche“ sogenannter Heilpraktiker sind in einigen Fällen gefährlich, sogar lebensgefährlich. Insbesondere dann, wenn es um das Thema Impfen geht.

Sie müssen nicht alle Ihre Kinder impfen lassen – nur die, die Sie behalten wollen.

Um es ganz deutlich zu sagen: ich halte Impfungen für geboten, eine Verweigerung dagegen für lebensgefährlich. Und nicht nur das. Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen, gefährden auch andere. Natürlich kommt es, abhängig von der Art der Impfung, in Einzelfällen zu unerwünschten Nebenwirkungen. Das sind aber Nebenwirkungen und keine „Impfkrankheit“. Von solch einer spricht eine Heilpraktikerin aus der Schweiz. Ihrer Meinung nach sind „Symptome der Impfkrankheit: Schlafstörung, Legasthenie, Stottern, Autismus, Hirntumor oder Masturbation“. Sparen wir uns an dieser Stelle eine Diskussion, warum Masturbation als Krankheit bezeichnet wird und konzentrieren und auf die Nebenwirkungen der Behauptung es gäbe so was wie eine „Impfkrankheit“.

Angebliche Impfkrankheit gehören zu dem Repertoir derjenigen, die auch an andere Verschwörungstheorien glauben. Beim Impfschutz, denn tatsächlich wird durch das Impfen ein Schutz aufgebaut, geht es um die Vermeidung oder Minderung von Krankheiten, die gerade bei Kindern einen tödlichen Verlauf nehmen können.

Kinderlähmung (Polio) ist kein Gerücht, sondern immer noch bittere Wahrheit in einigen Ländern. Das die Krankheit in Deutschland als ausgerottet gilt, ist nicht zuletzt auf ein breit angelegtes Impfprogramm zurück zu führen. Gebannt ist die Gefahr jedoch nicht endgültig, denn über Lände mit fehlender flächendeckender Polio-Impfungen können die Erreger nach wie vor eingeschleppt werden.

Auch im Hinblick auf Masern und die bei Impfgegnern beliebten „Masernpartys“ halte ich einen Impfzwang für geboten. Impfen schützt nicht nur die geimpfte Person selber, sondern auch die gesamte Gesellschaft.

Was Heilpraktiker und ihr fundiertes medizinisches Wissen angeht, nun ja da kann man mal Tante Google fragen und sich selber ein Bild machen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren