Es geht wieder um die Wurst

Es geht wieder um die Wurst

Eigentlich, man verzeihe mir die flache Anspielung, habe ich das Thema Ernährung hier im Blog bereits oft genug durchgekaut. Aber, wie heisst es so schön „Wursthülle nicht essbar“ — mit anderen Worte, da man täglich Essen zu sich nimmt, stolpert man auch immer wieder über Merkwürdigkeiten.

Wie hinlänglich bekannt sein dürfte, bin ich weder Veganer noch Vegetarier, auch wenn ich mit letztere Gruppe sympathisiere (schließlich hatte ich ja auch mal so eine Phase). Persönlich brauche ich nicht jeden Tag Fleisch auf dem Tisch, um glücklich zu sein oder mich männlich zu fühlen (was für ein Blödsinn). Gerne greife ich auch zu Produkten aus dem Bioladen ohne Fleisch, weil sie mir schmecken. Selbst dann, wenn sie Fleisch imitieren. Wie gesagt, wenn sie mir schmecken und nur weil sie mir schmecken. So bin ich zum Beispiel ein großer Fan von geräuchertem Tofu — oder eines Produktes „wie Fleischwurst“.

user1459766245 / Pixabay

Genau diese „wie Fleischwurst“, die mich wieder zum Thema Ernährung getrieben hat. Die „Fleischwurst“ (das man ja nicht mehr sagen) eines bestimmten Herstellers war bisher vegetarisch. Vegetarisch deshalb, weil sie Ei enthielt, um die Masse zu festigen. Ich mochte (bewusst bereist die Vergangenheitsform) diese „Wurst“, weil ich Fleischwurst mag und in Köln verdammt oft Fleischwurst mit Knoblauch verkauft bekam, obwohl ich welche ohne Knoblauch haben wollte. Nichts gegen Knoblauch, ich liebe frischen Knoblauch — nur kein Knoblauchgranulat. Zudem ist Fleischwurst auch Vertrauenssache. In der Masse kann alles mögliche drin sein.

Wie dem auch sei, bisher mochte ich diese „wie Fleischwurst“. Geschmacklich klasse, Zutaten einwandfrei, wirklich perfekt, wenn ich wieder mal Lust auf Fleischwurst bekam. Tierfreundlich war und ist) sie zudem auch noch.

Am Samstag kaufte ich mir dann erneut diese „wie Fleischwurst“. Beim Brunch etwas davon auf dem Brot gegessen, fast wie sonst auch im Geschmack, meinte ich. Dann wollte ich die Verpackung entsorgen. Dabei fiel mein Blick auf den großen orangen Bereich. „Vegan — rein pflanzlich“. Eigenartig, bisher war die „Wurst“ lediglich vegetarisch. Dann warf ich ein Blick auf die Zutaten. Das Ei ist nicht mehr enthalten, dafür aber Magnesiumchlorid. Bitte was? Ich musste dazu erstmal Tante Google bemühen. Laut Wikipedia handelt es sich bei Magnesiumchlorid um das Salz der Salzsäure. Prima, und was macht das in meinem Essen. Und warum zum Henker ist das für Lebensmittel, auch für Bio-Lebensmittel zugelassen?

Ich will keine Unbedenklichkeitsbestätigung, ich will so was einfach nicht in meinem Essen haben! Zudem bin ich kein Veganer. Wenn der Preis für den Verzicht auf tierische Produkte der ist, dass man merkwürdige (und vielleicht sogar fragwürdige) chemische Substanzen zu sich nimmt, dann können das andere gerne machen. Bei so was würde ich selbst dann aussteigen, wenn ich tatsächlich Veganer wäre. Ernährung ist keine Religion, sondern etwas Pragmatisches und dient dem Überleben — der Menschen, nicht der Tiere die auf dem Teller landen. Klar gehört Respekt vor den Tieren dazu. Genauso aber der Respekt vor dem eigenen Körper.

2 Replies to “Es geht wieder um die Wurst”

  1. Man sollte aber auch nicht alles verteufeln, nur weil es „nach Chemie“ klingt^^ In anderen Produkten wird sowas dann als E-Nummer aufgeführt. Jedenfalls zeigt eine kurze Recherche, dass Magnesiumchlorid (E511) unbedenklich und sogar für Bio zugelassen ist: http://lebensmittel-warenkunde.de/lebensmittelzusatzstoffe/saeuerungsmittel-saeureregulatoren/e511-magnesiumchlorid.html oder https://www.zusatzstoffmuseum.de/lexikon-der-zusatzstoffe/magnesiumchlorid.html

    Ganz ehrlich, sowas hab ich dann lieber drin, anstatt Eier, die in Fertigprodukten meistens weder Bio noch Freiland sind :)

    1. Dem „unbedenklich“ traure ich nicht so ganz. Bei einem Bio-Produkte sollte man annehmen, dass die Eier ebenfalls Bio sind :-) Was die Eier ansonsten angeht stimme ich dir zu. Da ist dann über das Futter noch mehr Chemie drin.

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren