Verlängerte Adventszeit

Verlängerte Adventszeit

Nach der durch die Bänderdehnung bedingten Weihnachtspause stand heute morgen wieder das Laufen an. Wobei, es ist bei mir nach wie vor ein zügiges Gehen, so richtigen joggen kommt erst noch. Eine gute Stunde unterwegs sein und 7,5 Kilometer runter reißen, dabei dann noch Brötchen holen und nach dem Frühstück gut gelaunt an den Schreibtisch im Home Office setzen. So stellte ich mir den Beginn des Montags vor.

Als ich die Wohnungstür aufmachte, schlug mir ein Weihnachtlicher Geruch entgegen. Zumindest war das für die erste Sekunde mein Eindruck, bis mir klar wurde, dass es nicht nach Vanille oder anderen Gewürzen roch, sondern nach intensiv getragenen Schuhen — ich denke, jeder kann sich den Geruch ganz gut vorstellen.

JerzyGorecki / Pixabay

Berüchtigte Frage an dieser Stelle: was macht so ein Geruch im Hausflur? Nun, anders als meine Frau und ich nutzen alle anderen Nachbarn den Hausflur als Aufbewahrungsmöglichkeit für ihre Schuhe. Bei dem Geruch kann man zum Teil auch verstehen, warum man so was nicht in der eigenen Wohnung haben möchte. Nein, ich bin nicht besonders empfindlich. Trotzdem vertrete ich die Ansicht, dass Schuhe in einen Schuhschrank in der eigenen Wohnung gehören. Aber vielleicht bin ich da ja auch hoffnungslos altmodisch, schließlich kann ich mich auch nicht daran gewöhnen, volle Müllbeutel für später vor die Wohnungstür zu legen.

Wie dem auch sei, die kalte frische Luft draußen fand ich äußerst angenehm. Ebenso angenehm war die Ruhe. Morgens um 7 Uhr scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Wobei ich nicht glaube, dass Idioten durchweg Langschläfer sind.

Das zweite Mal bekam ich unterwegs den Eindruck, Weihnachten sei noch längst nicht vorbei. Trotz untrüglicher Zeichen wie vertrockneter Tannennadeln auf einigen Bürgersteigen hatte ein Hauseigentümer zwei riesige Tannenbäume in seinem Vorgarten noch in voller Dekoration stehen. Inklusive Beleuchtung. Eigentlich fehlte nur noch etwas Schnee und ein Glühweinstand, dann wäre der Eindruck von einem Weihnachtsmarkt perfekt gewesen. Wobei, so früh schon Glühwein wäre mir sicher nicht bekommen. Vor allem nicht auf nüchternen Magen, denn die Brötchen lagen noch ein paar Kilometer weiter beim Bäcker.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren