Destruktive Kopie

Destruktive Kopie

Bereits die ersten Stunden der Präsidentschaft von Donald Trump zeigen, welch unheilvolle Richtung der 45. Präsident der USA einschlagen wird. Als eine seiner ersten Amtshandlungen ließ er die Website des Weißenhauses umgestalten. Getilgte wurden Hinweise auf den Klimaschutz, zudem verschwanden Themen wie „Bürgerrechte“ und „Krankenversicherung“ in den Archiven. Wirklich wunderten wird es wohl keinen, denn genau das sind schließlich auch die Themen, die Trump herzlich egal sind.

Stunden vorher, bei der Vereidigung entstand ein Bild von seiner Melania Trump in einem himmelblauen Kleid, welches die Süddeutsche Zeitung gestern abdruckte. Kaum das ich es sah, schoss mir, ohne den dazugehörigen Artikel gelesen zu haben, ein Gedanke in den Kopf: Jackie Kennedy! Die Kopie eines Kleides trug die Frau von Trump und zeigte erneut, dass sie nur eine Kopie ist. Bereits im Wahlkampf fand sie es recht und billige, eine Rede von Michelle Obama zu kopieren. Selbst bei der Torte zur Amtseinführung handelte es sich um ein Plagiat — war es doch eine Kopie der Torte, die vor Jahr zuvor für Obama zu Beginn seiner zweiten Amtszeit von Duff Goldman gebacken wurde.

tpsdave / Pixabay

In einem jedoch wird Trump in jedem Fall ein Original bleiben: in seiner destruktiven Kraft und dem absoluten Willen, seiner Vorstellung die Wahrheit unter zu ordnen. Obwohl in Washington über eine halbe Millionen Menschen gegen Trump auf die Straße gingen, obwohl die Bilder des Protestes auch in anderen Städten der USA eine eindeutige Sprache sprachen, ließ Trump verkünden, dass seien alles nur Fälschungen. Tatsächlich seien es erheblich weniger gewesen. Dafür aber haben angeblich viel mehr Zuschauer seine Vereidigung gesehen. Gegenteilige Presseberichte seien eine Lüge, für die man die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen werde.

Auch an möglicherweise kompromittierendem Material, welches die CIA im Besitz über ihn haben soll, sei nicht der Geheimdienst schuld, sondern die Medien. Hier gibt es nur eine Diagnose. Donald Trump hat ein mehr als nur gestörtes Verhältnis zur Presse. Was sich gegen ihn stellt, wird zum Feind erklärt. Alles hat seiner Sicht der Dinge zu folgen.

Berücksichtigt man die kurze Zeit, in der Trump erst an der Macht ist, kann einem Angst und Bange werden.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren