Wie man sich bettet

Wie man sich bettet

Nach einem „kurzen“ Intermezzo, als drei gespielten Partie „Der Ringkrieg“, die ich allesamt als Anführer der freien Völker verlor, ging es heute wieder weiter mit „Firefly“. Eine sichere Missionskarte, damit hatte ich schon mal gewonnen. Nun, ich verlor wieder.

Es wäre zum heulen, wenn ich ein schlechter Verlierer wäre. Zum heulen, ins Bett legen und die Decke über den Kopf ziehen. Helfen würde das aber nur bedingt, führt aber immerhin zum eigentlichen Stichwort. Vorgestern gab es bei IKEA neue Kissen für meine Frau und mich. Während sie schlafend schnell im siebten Himmel ist, bedeutet ein neues Kissen für mich immer eine Umstellung. Es dauert, bis sich mein empfindlicher Nacken angepasst hat. Am liebsten liege ich hart — da das Vorgängerkissen aber schon durchgelegen war, muss ich mich an das neue wohl gewöhnen.

Unsplash / Pixabay

Bei RÖLLEKA handelt es sich um eines dieser ergonomisch geformten Nackenkissen. Nicht jedermanns Sache, aber wir haben hier zu Hause damit gute Erfahrungen gemacht — auch wen der Verschleiss bei uns zwei Dickschädeln etwas höher ist. Irgendwann geht auch Memoryschaum die Erinnerung flöten. Ob MÅNVIVA nicht die bessere Wahl gewesen wäre, wird sich in den kommenden Tagen zeigen. Für mich als Seitenschläfer hörte sich RÖLLEKA aber überzeugend an und sah wie ein perfekter Ersatz für das Kissen aus, welches von IKEA aus dem Programm genommen wurde.

Wie dem auch sei, die Kissen sind erst der Anfang und vermutlich der deutlich einfacherer Teil. Ein Wort mit denen man gestanden Menschen in den Wahnsinn treiben kann: Matratze

Eine Matratze zu kaufen ist eine Wissenschaft für sich. Bis man endlich zufrieden auf einer liegt, befindet man sich auf einem langen Weg voller Versprechung, Verlockungen und Mondpreisen. Die letzten beiden Matratzen in diesem Haushalt stammten, wie die Kissen, von IKEA. Davor hatten wir eine aus einem Spezialgeschäft, die deutlich teurer gewesen war aber auch nicht wesentlich besser. Und davor lag meine Futon-Zeit. Reden wir darüber mal lieber nicht.

Vor knapp zwei Jahren las ich in der Zeit einen Artikel von Kolja Rudzio: „Albtraum im Bettenhaus“. Der Autor hatte eine wahre Odyssee auf sich genommen, bevor er schließlich bei einer Matratze von IKEA landete — zufrieden und glücklich damit. Mich bestätigte das in meiner Meinung. In zwei Jahren ist aber viel passiert, der Markt in Bewegung geraten. Zudem penetriert mich Facebook laufend mit Werbung für einen Online-Versender, der eine „absolut innovative, evolutionäre“ Matratze verspricht. Verlocken, wenn das Teil auch noch versandkostenfrei bis nach Hause geliefert wird.

Versprechung grundsätzlich erstmal zu misstrauen — mittlerweile habe ich das gelernt. Zudem gibt es Tante Google, die man in solchen Fällen fragen kann. Natürlich setzt es eine gewisse Medienkompetenz voraus, denn Google liefert nur die Links, bewertet aber nicht die Vertrauenswürdigkeit einer Quelle — bei gesponserten Links erst recht nicht.

Gefunden habe ich zwei Artikel, die ich schon wieder vergessen hatte. Beide stammen aus der Süddeutsche Zeitung vom letzen Jahr und beziehen sich auf den neuen Hype um die Matratzen aus dem Internet. Da kaspert die Emma mit Eve herum, weil man zu viel Smood geraucht hat — oder so ähnlich. Fazit in der Süddeutsche Zeitung, gestützt auch auf einen Testbericht von Stiftung Warentest: bis auf eine Ausnahme enttäuschend. Die Einzige, die wirklich was taugen soll sei „Bodyguard“. Jene Matratze, die ausgerechnet auch noch von einem sympathischen, bodenständigen Firmeninhaber stammt und nicht von merkwürdigen Startups.

Mit Sicherheit wird es wohl auf genau die Matratze hinauslaufen. Und was das Lattenrost angeht, nun da gibt es auch einen SZ-Artikel dazu. Kurz und knapp stellte man fest, es sei eigentlich nahezu egal, denn es käme auf die Matratze an. Im Prinzip könne man sich mit Material aus dem Baumarkt auch selber ein Lattenrost basteln. Nun denn.

One Reply to “Wie man sich bettet”

  1. Moin Thomas,

    ich kann es dir nachfühlen, obwohl ich muss ehrlich sagen, seit dem letzten Jahr ist das mit dem Matratzenkauf echt einfacher geworden. Schau dir bevor du dich in irgendwelchen Geschäften in den Wahnsinn treiben lässt, diese ganzen neuen Matratzenhersteller an. Muun, Buddy und Casper und wie sie alle heissen, ich find das lohnt sich, da mal einen Blick zu rickieren. Würde ich z.B. gleich als erstes machen, aber ich brauch zm Glück grad keine neue Matratzen. ;)

    Ahoi,
    Alexander

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren