Spiele — eine Arbeitsthese

Spiele — eine Arbeitsthese

Zum Jahresende statt Nachdenkliches, guten Vorsätzen (einen haben, ich aber der könnte ruhig 2017 keiner werden) gibt es von mir eine Liste. Eine Liste von Brettspielen.

dMz / Pixabay

Irgendwo in den Bergen in einer Hütte eingeschneit werden kommt nicht oft vor. Und wenn, dann passiert so was eher selten so, dass man vorher Zeit zum planen hat. Aber dennoch. Passen zum Raclette heute Abend stell ich mir einfach mal vor, in besagter Berghütte zu zweit (oder auch mit ein paar Menschen mehr) eingeschneit zu sein. Was würde ich dann für Spiele dabei haben wollen, wenn es nur zehn Titel sein dürften? Die nachfolgende Liste geht davon aus, dass aufgeführte Spiel komplett mit allen Erweiterungen in der Hütte vorhanden sind oder dorthin mitgenommen wurden:

  • Firefly
  • Memoir ’44
  • Agricola
  • Dominion
  • Innovation
  • Viticulture
  • Concordia
  • Istanbul
  • Twilight Struggle
  • Eclipse

Die Reihenfolge auf der Liste stellt keine Priorität dar, sondern eher die Reihenfolge, in der mir die Titel eingefallen sind. Zwei der Spiele sind als reine Zweipersonenspiele konzipiert, wobei es auch Szenarien bei Memoir ’44 gibt, die sich mit mehreren spielen lassen.

Aber der Reihen nach. Sehen wir uns die Spiele mal an. Das Firefly darauf steht, sollte keinen wundern. Meine Frau und ich spielen es derzeit in den Weihnachtsferien (genauer gesagt: sie hat Ferien, ich etwas Urlaub). Firefly so mein bisheriger Eindruck, bietet mit seinen Missionen genügen Abwechslung und wird uns so schnell nicht langweilig. Für Fans der Serie ist Firefly ein Plfichtkauf, für alle anderen Spieler mindestens eine Probepartie wert.

Bei Memoir ’44 besteht die Hoffnung, die gesamten Szenarien und auch die Kampagnenbücher mal durchspielen. Wobei dann die Berghütte verdammt lange eingeschneit sein müsste. An Kriegsspielen scheiden sich aus gutem Grund die Geister. Das meine Frau und ich Memoir ’44 gut finden liegt unter anderem daran, dass man so was wie Respekt bekommt. Das Spiel verherrlicht nichts, ist aber auch gleichzeitig abstrakt genug.

Agricola hatte wir im Herbst vor der Spielmesse ziemlich oft gespielt, ohne das wir dem überdrüssig wurde. Auch Agricola ist vielfältig, hat zudem auch noch gehörige Spieltiefe für Grübler. Allerdings muss man das Setting (Aufbau und Bewirtschaftung eines Bauernhofes) mögen.

Dominion ist schon fast Kult. Keine Sammelkartenspiel, trotzdem ist es ein Deckbuilding Spiel, wobei das Zusammenstellen der eigenen Karten Hauptbestandteil des Spiels ist. Über das Grundset sind wir noch nicht oft hinaus gekommen und bereits das bietet genügen Abwechslung.

Ebenfalls ein reines Kartenspiel wie Dominion ist Innovation. Allerdings kommt man mit wesentlich weniger Karten aus wenn es darum geht, die eigene Zivilisation zum Sieg zu führen. Bei Innovation kann man im Prinzip auf die Erweiterungen verzichten, es ist immer wieder aufs Neue anders.

Beim Workerplacmentspiel Viticulture dreht sich alles um den Wein. Anbau der Reben, Aufbau des Weinguts, Ernte und Reifung des edlen Saftes. Zwischendurch kommen noch Besucher, die einem dabei helfen, Lira zu verdienen. Schon fast ein Geheimtipp bei den Spielen.

Ein wirklicher Geheimtipp ist Concordia. Das Spiel hatten wir lange nicht auf dem Radar und wurden erst durch Shut Up and sit down darauf aufmerksam. Es ist nicht nur abwechslungsreich und kurzweilig, sondern auch verdammt schnell erklärt dank überschaubarer Regeln.

Istanbul bekam 2014 den Preis „Kennerspiel des Jahres“. Letztendlich ist es auch ein Workerplacemntspiel, allerdings eines mit variablen Spielplan. Schönes Material schafft eine Atmosphäre, die wirklich an einen orientalischen Markt erinnert.

Der kalte Krieg als Brettspiel. Hat mich kalt erwischt und sofort begeistert. Nicht ohne Grund stand Twilight Struggle lange Zeit bei Boardgame Geek auf Platz ein. Bis man hier alle Feinheiten heraus hat, wird es wohl dauern — und für mich bisher das Spiel vom Hersteller GMT, welches am zugänglichsten wirkt.

Eclipse ist seit nunmehr drei Jahren ein Dauerbrenner auf unserem Spieltisch. Ein gelungenes 4x-Spiel, mit fairem Glücksfaktor und einem spannenden Wettrennen um die Entwicklung von Technologien. Für mich passen Spiellänge und Variationsmöglichkeiten hier gut zusammen. Eclipse hat zudem keine erschlagende Regelfülle und spielt sich ziemlich flüssig.

Insgesamt wirkt die Liste auf mich ziemlich rund, ist aber nur eine Auswahl der Spiele, die ich mag. Daher halte ich es auch für ziemlich wahrscheinlich, dass sie in 12 Monaten wieder anders aussehen wird.

Auch denjenigen, die nicht spielend ins neue Jahr hineinkommen, wünsche ich an dieser Stelle schon mal einen guten Rutsch. Meine Frau und ich werden 2017 in aller Ruhe entgegensehen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren