Glühwein und Marshmallows

Glühwein und Marshmallows

Wir gehen mal stark davon aus, dass Glühwein für mich keine Kindheitserinnerung darstellt. Dennoch gibt es da ein Detail aus den frühen Jahren meines Lebens. Im Gewürzregal meiner Eltern gab des immer mehrere Beutel Glühweingewürze, obwohl ich auf zu erinnern vermag, wann beide Glühwein kochten. Ganz ohne Grund werden sie schon nicht gekauft worden sein.

Jedenfalls, für mich gehört spätestens seit der Jugend Glühwein zur kalten Jahreszeit. Zum ersten Mal wohl mit Freunden getrunken, später dann auch vermutlich auf Klassentreffen im Dezember. Ein, maximal zwei Tassen. Mehr kann man in der Regel nicht davon trinken ohne mit üblen Spätfolgen rechnen zu müssen. Auch auf Weihnachtsmärkten gehörte und gehört Glühwein für mich dazu. Egal wo ich ihn trinken, es muss eigentlich draußen ordentlich kalt sein sonst schmeckt er nicht.

TerriC / Pixabay

Als meine Frau und ich noch in Bielefeld wohnten, gab es einige schöne Winter, wo wir mit Glühwein, heißen Maronen und Magic the Gathering in der Küche Abende verbrachten. Bei Glühwein stellt sich für mich auch immer die Gretchenfrage: Sag, wie hältst du es mit dem Selbermachen? Das war, siehe einleitend, wohl doch auch ein Erbe meiner Eltern. Oft kam bei uns auch ein einfacher Landwein und Glühfix zum Einsatz. Rotwein und die Gewürze für Yogi-Tee (eine ganz andere Geschichte) wurden auch häufiger verwendet. In Köln dann griffen wir sogar zum dem Christkindel-Glühwein. Der schmeckt erstaunlich nach Weihnachtsmarkt. Heißer Hirsch wurde auch schon mal konsumiert. In diesem Jahr sah es allerdings bisher (und so wird es in den verbleibenden zwei Tagen auch bleiben) mach aus. Wie bereits erwähnt, mit schmeckt Glühwein nur wenn es kalt ist.

Bei heißem Kakao sieht es anders aus. Theoretisch kann ich den auch an verregneten Sommertagen trinken. Anders sieht es hier auch mit dem Selbermachen aus, denn weder meine Frau noch ich würden auf die Idee kommen, heiße Milch zu machen und da am besten noch schwach entöltes Kakaopulver hineinrühren. Das was bei uns im Vorratsschrank liegen haben, ist der Zubereitung von Tiramisu vorbehalten. Bei Kakao sind wir Tütenaufreißer. Am liebsten ein Fertigpulver mit Milch, wo man lediglich heißes Wasser hinzufügen muss. Und das, obwohl meine Mutter meinem Bruder und mir früher häufiger Kakao auf die aufwändige weise gekocht hatte.

Gemeinsam haben Glühwein und Kakao, dass sie sowohl Erinnerungen wecken als auch gut zur (Vor-) Weihnachtszeit passen. Und auch noch die Tage zwischen den Jahren, auch wenn Mancher diese Bezeichnung überhaupt nicht mag. Was so gar nicht zur familieneigenen Tradition gehört sich bei mir aber zu einem leicht perversen Verlangen entwickelt hat ist die „Verbesserung“ meines Kakaos. In die Tasse mit der heißen Flüssigkeit gäbe ich eine halbe Hand voll kleiner Marshmallows. Das kling nicht nur eigenartig. Geschmacklich stellt es auch nicht unbedingt eine Verbesserung dar. Aber ich liebe es, wenn die Dinger im heißen Kakao schmelzen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren