Kein Ring mehr für Sushi

Kein Ring mehr für Sushi

Auch wenn es vielleicht so aussieht als würde mein Restaurant-Finder auf quer.durch.koeln vor sich hin dümpeln, dem ist nicht so. Zumindest meine Frau und ich nutzen das Projekt — und dafür war es ursprünglich auch geplant. Also selbst wenn die Zugriffszahlen im einstelligen Bereich beiden, ist es ein Gewinn, weil wir es so übersichtlich haben, wie wir es wollten.

Wie dem auch sei, in den letzten Wochen habe ich gemerkt, dass das bloße Erfassen der Adressen nicht reicht. Bisher noch unbekannte Restaurants wollen besucht und eingeschätzt werden, Öffnungszeiten müssen mitunter angepasst werden. Und für mich besonders wichtig ist es, die Zahlungsmöglichkeiten so wie Webadressen auf einem aktuellen Stand zu haben.

veeboy / Pixabay

Tja und dann kommen noch die Fälle hinzu, wo es Restaurants plötzlich nicht mehr gibt. Zwei Fälle sind mir derzeit bekannt, wo ich heute die Einträge aus der Datenbank gelöscht habe. Bei „Sushi am Ring“ wusste ich es schon etwas länger, vor den Herbstferien wenn ich mich richtig erinnere. Bisher hatte ich es immer wieder verschoben, den Eintrag zu löschen. Vermutlich auch deshalb, weil ich dort gerne essen gegangen bin. Solides Sushi vom Band, Preis-Leistungsverhältnis ausgewogen. Schade, mir wird der Laden definitiv fehlen.

Über Facebook bekam ich dann vor ein paar Wochen mit, dass quasi über Nacht die divinebar geschlossen wurde. In einem Post des Betreibers heisst es nur etwas dubios, er sei „ich letzte woche gezwungen wurde die weinbar zu schließen“. So was lässt einen ratlos zurück.

Fakt ist: Gastronomie ist ein knallhartes Geschäft. Und das liegt nicht allein an familienunfreundlichen Arbeitszeiten. Wenn man der Einziehung mit einer Döner-Bude (oder was auch immer) in einer Ortschaft ist, muss man schon viel falsch machen, damit der Laden schlecht läuft. Oder man hat sich wirklich einen Platz ausgesucht, an dem jegliches Restaurant zum scheitern verurteilt wäre.

In größeren Städten, insbesondere in Großstädten wie Köln ist die Konkurrenz groß und die Wege kurz. Hier in Nippes wundert mich nach wie vor die hohe Dichte an Döner-Buden. Möglicherweise gibt hier auch gesetzliche Vorgaben zur Grundversorgung ähnlich wie bei Apotheken.

Aber Scherz beiseite, in der Regel ist der Konkurrenzkampf hart. Um sich aus der Masse hervorzuheben, muss man was besonders machen. Oder man muss mittelmäßige Qualität besonders günstig anbieten. Selbst das reicht nicht immer aus, denn es kommen viele weitere Faktoren hinzu. Ist der Standort lukrativ, weiss das auch der Vermieter, der mit Sicherheit die monatlichen Kosten erhöht. Personal will gehalten und bezahlt werden — mitunter steht und fällt ein Restaurant mit dem Koch. Wenn ein guter Koch nur eine Lücke hinterlässt, verschwindet in dieser Lücke bald das gesamte Lokal.

Für mich und mein Projekt heisst das: Augen aufhalten und vor allem häufiger essen gehen. Vor allem aber weitersagen, wenn man ein gutes Restaurant gefunden hat. Bleibt ein Geheimtipp ein Geheimtipp, steht eher früher als später an der Tür „für immer geschlossen“.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren