Rettender Engel

Rettender Engel

Hallo du, vermutlich irgendwo in Köln. Da mir der Schmerz gestern erst den Atem genommen hatte, an dieser Stelle meinen aufrichtigen Dank. Du, der mich gestern Abend auffingst und in die Straßenbahn einstiegst.

Es war gegen 18:30 Uhr ich war zusammen mit meiner Frau unterwegs auf dem Mauritiussteinweg, kurz vor dem Spieleladen Hiveworld. Das von der Haltestelle der KVB noch eine Stufe wieder runter auf den Bürgersteig führt, hatte ich in der Dunkelheit übersehen. Statt auf den Weg zu schauen blickte ich schon ins Schaufenster. Dann knickte ich mit einem Mal mit meinem rechten Fuß um. Ein stechender Schmerz durchfuhr mich, der mir den Atem raubte. Ich wäre gefallen, wenn du mich nicht gestützt hättest. Und ich wäre sehr unglücklich gefallen.

KlausHausmann / Pixabay

So bin ich verhältnismäßig glimpflich davon gekommen. Nach dem Schock ebbte auch der Schmerz wieder ab. Normal laufen ging ohne Probleme, selbst der Weg nach Hause später am Abend schien erst kein Problem zu sein. Dann aber zog sich alles zu. Meine Frau geht davon aus, dass die Bänder überdehnt sind. Also liegen meine Beine hoch, während ich diese Zeilen auf dem iPad schreibe. Durch den Druckverband fühlt sich der rechte Fuß schon wieder etwas besser an als heute Nacht.

Von draußen lockt zwar die Sonne, aber ich werde wohl meinen Platz auf dem Sofa heute nicht verlassen – schließlich habe ich morgen noch was vor. Selbst wenn ich die ganze Strecke humpeln muss. Nein, so schlimm wird das nicht, da bin ich zuversichtlich. Zudem kann ich einen der Wanderstöcke zweckentfremden.

Ein paar Stunden später am Schreibtisch. Die Kompression sorgt zwar für einen schwitzigen Fuß, wirkt aber erstaunlich gut. Laufen geht wieder, auch wenn ich mich dabei wie eine Schnecke bewege und recht nicht zu feste auftreten darf. Aber immerhin, es, bei ich gehe wieder.

Was allerdings auch mal ganz gut tut: den Tag auf dem Sofa zu verbringen mit einem neuen Buch in der Hand. Einfach nur lesen, Tee trinken und sehen, wie draußen die Sonne langsam Wiede hinterm Horizont verschwindet. Entschleunigung. Vielleicht war es genau das, was ich heute brauchte. Möglicherweise kam es überhaupt erst zur Verletzung, weil ich einfach zu hektisch war. Dahin, das erledigen, dort hin, noch mal da etwas einkaufen — ein voll gepackter Freitag, um in wenigen Stunden möglichst viel in der Innenstadt von Köln zu erledigen. Einfach deshalb, damit ich mir nicht noch mal vor Weihnachten den Trubel antun muss.

Ach ja, der Bratwurststand am Appelhofplatz /REWE. Eine Bratwurst gehört auf ein Rost und sollte in jedem Fall knusprig und nach Röstaromen schmecken. Leicht angebräunt aus einem Warmhaltebehälter mit vielen anderen Bratwürsten schmeckt sie selbst dann nicht, wenn eigentlich die Qualität stimmt. Aber der Senf war ganz ok.

So, und noch mal an meinen Helfer: lieben Dank! Wenn du dich meldest, würde ich dich gerne auf einen Glühwein einladen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren