Bitte noch einmal

Bitte noch einmal

Natürlich habe ich Bauchschmerzen mit einer Entscheidung, die ich mit ziemlicher Sicherheit zur nächsten Bundestagswahl treffen werde. Ich werde etwas machen, was ich nie für möglich gehalten haben — und es wird hoffentlich auch ein Einzelfall bleiben.

Aber der Reihe nach. Die Wahl von Donald Trump zum nächsten Präsidenten der USA hat mich erschüttert. Es lässt sich schwer leugnen, dass ich vor dem, was er anrichten kann, Angst habe. Trump ist nicht der deutsche Bundeskanzler. Er hat vergleichsweise mehr Macht. Vor allem aber hat er den Football, welcher ihm 24 Stunden rund um die Uhr hinterher getragen wird. Ein ca. 20 Kilogramm schwerer Koffer, der zusammen mit einer Autorisierungskarte, die der Präsident immer bei sich tragen sollte, einen Atomangriff auslösen kann. Ohne weitere Kontrollen, denn schließlich zählt jede Sekunden, sollten die USA selber atomar angegriffen werden.

DesignChristine / Pixabay

Ein Choleriker mit einem Arsenal an Atomwaffen, dass die Menschheit auslöschen kann. Wichtiger denn je ist jetzt Europa zu einem Hort der Stabilität zu machen. Am besten dadurch, dass für die kommenden Jahre die Entscheidungen von Politikern getroffen werden, die erfahren, aber auch besonnen sind. Als solche Person schätze ich unsere amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel ein.

Für mich war es gestern, als hörte ich das Echo meiner eigenen Gedanken, als ich in der Süddeutsche Zeitung den Text von Nico Fried las. Schon die Überschrift „Sie muss nochmal ran“ brachte es auf den Punkt. In einer besonders schwierigen Situation wirft man als Bundeskanzlerin nicht einfach das Handtuch. Man stellt sich noch mal zur Wahl, weil es die Umstände erfordern. Merkel steh für einen Kanon an Werten, den es zu verteidigen gilt. Gegen fragwürdige US-Präsidenten, rücksichtslose Sozialdemokraten und vor allem Mitglieder der CDU (und CSU).

Merkel könnte erneut Kanzlerin werden, weil die Menschen in unsicheren Zeiten Stabilität suchen und Angst vor Veränderungen haben. Merkel könnte auch gewinnen, weil die Wählerinnen und Wähler sie als das kleinere Übel betrachten, wenn die SPD Sigmar Gabriel zu ihrem Kanzlerkandidaten machte. Einer davon bin ich.

Ja, ich würde Angela Merkel wählen, auch aber nicht nur um Gabriel zu verhindern. In letzter Konsequenz würde es bedeuten, beide Stimmen der CDU zu geben. Mir macht das Bauchschmerzen, ganz gewiss. Aber es ist, wie so schön von Merkel in anderen Zusammenhängen gesagt wurde, alternativlos.

Also Frau Merkel, geben sie sich einen Ruck, lassen sie sich aufstellen für die nächste Bundestagswahl. Und vor allem: weisen sie so weit es geht Trump in die Schranken.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren