Hör auf deinen Partner

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Zu den menschlichen Eigenschaften gehört es auch, Dinge nicht wahrhaben zu wollen. Mir ging es so gestern, erst recht heute — aber dazu dann später mehr. Nach dem der Herbst erstaunlich mild anfing und ich nur mit einer dünnen Jacke dem Draußen Gegner trat, wollte ich auch gestern nur leicht bekleidet zur Arbeit fahren.

Wobei, leicht bekleidet in dem Fall eine dünnere Jacke von Jack Wolfskin bedeutete. Das es bereits ungemütlich kalt war, wollte ich nicht glauben. Meine Frau fragte noch mal sicherheitshalber, ob ich mir wirklich sicher wäre. „Ich lauf dann einfach schneller“, meinte ich flapsig. Nun, es war wirklich schon ziemlich kalt. Ist ja auch schließlich November.

tpsdave / Pixabay

Eigentlich sollte ich wissen, wie mein Körper reagiert wenn mir zu kalt ist. Unweigerlich ziehe ich die Schultern nach oben. Genau das führt dann zu einer massiven Nackenverspannung und Kopfschmerzen. Es fühlt sich heute morgen an, als ob ich einen mächtigen Kater hätte — ohne getrunken zu haben.

Verkatert sein kann man jedoch auch, wenn man sich den Ausgang der Wahl in den USA ansieht. Ich glaube, das macht mir noch größere Kopfschmerzen als meine Nackenverspannung. Und leider hilft es nicht gegen Trump, ein paar Aspirin zu legen und sich noch mal für eine Stunde hin zu legen. Das Ergebnis wird das gleiche bleiben, für eine verdammt lange Zeit.

Make America think again!

Bei meinen Nackenschmerzen wünschte ich mir, auf meine Frau gehört zu haben. Bei der Wahl in den USA hoffte ich, sie würde nicht so ausgehen wie sie jetzt ausgegangen ist. Es gab anscheinend keine Partner, die eindringlich genug vor der Kälte und dem Wahnsinn gewarnt haben, welche mit Trump ins Weiße Haus einziehen werden.

Ein sexgeiler Rassist wird US-Präsident. Ein Albtraum. Selbst die Weltbörse reagiert mit massiven Kursverlusten. Die Angst vor dem, was Trump politisch bedeutet, ist greifbar. Die Wählerinnen und Wähler in den USA hatten anscheinend niemanden, der sie davor gewarnt hat, was passieren würde. Vermutlich gab es genügend Warnungen, die alle in den Wind geschlagen wurden. „Wird schon nicht so schlimm werden“ — dachte ich gestern ja auch bezüglich der wärmer Kleidung, die mir vorgeschlagen wurde.

Spätestens im kommenden Frühjahr wird es wieder wärmer. Trump dagegen bleibt mindestens vier Jahre. Der Winter kommt nicht, er ist bereits da. Wir hier in Europa müssen uns auf eine lange, kalte Zeit einrichten. Und hoffen, dass der Irre nicht die ganze Welt in Brand setzt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren