Brechreiz zum Frühstück

Brechreiz zum Frühstück

Die Überschrift ist im Prinzip unpassend, denn eigentlich müsste ich den Plural verwenden — nicht beim Frühstück, versteht sich. Und es war auch nicht zum Frühstück, sondern mindestens eine halbe Stunde davor.

Mehre Meldungen, die über Facebook geteilt wurden und auf Zeitungsmeldungen verwiesen, sorgten für eine verdammt miese Laune vor dem ersten Kaffee / Tee. Zwei dieser Meldungen stammten zudem auch noch aus Köln. Über die Bahn hieß es, sie habe am Mediapark ein über 30.000 qm großes Areal gerodet, um von dort die Obdachlosen zu vertreiben. Krass. Sowohl der Umgang mit den Obdachlosen als auch die Wahl der Mittel. Sicher, der Vergleich ist unpassend, aber in den 60er Jahren haben die US-Amerikaner Entlaubungsmittel versprüht, damit sich der Feind nicht mehr unter Bäumen verstecken kann.

pixcarraldo / Pixabay

Man stelle sich mal vor, in Südamerika würde großflächig Urwald gerodet um vereinzelte Drogendealer zu vertreiben. Nein liebe Bahn, das ist ganz klar eine Fehlentscheidung. Was mich am Rande der Meldung zusätzlich noch irritierte sind die Aufreger hiesiger Lokalpolitiker. Mitunter die gleichen Personen, die sich vehement für die Opferung eines nicht gerade kleinen Teils des Grüngürtels zu Gunsten des 1. FC Kölns einsetzen, haben plötzlich ein Problem damit, wenn an andere Stelle Grün verschwindet.

Beim Interview der Frankfurter Allgemeinen mit Verleger Christian DuMont Schütte weiß ich immer noch nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Seine Aussage, in zehn Jahre gäbe es Google nicht mehr, ist eher eine belustigende Fehleinschätzung. Seine Gedankenspiele, die Süddeutsche Zeitung zu kaufen dagegen ein reines Horrorszenario. Wenn DuMont die SZ kauft, dann wird wieder eine Qualitätszeitung sterben, weil sie kaputtgespart wird.

Im Spiel war dann zu lesen, dass das griechische Parlament die Privatisierung der Wasser- und Gasversorgung beschlossen hat. Für mich gerade in Bezug auf die Wasserversorgung eine erschreckende Meldung, denn ich halte den Zugang zu sauberen Wasser für ein Menschenrecht. Keinesfalls darf diese Grundversorgung in privatwirtschaftliche Hände gelegt werden.

Weil das alles noch nicht genug war, kommt die Meldung aus der Türkei noch obendrauf. Dort soll allen Ernstes das Parlament über die Wiedereinführung der Todesstrafe abstimmen. Präsident Recep Tayyip Erdogan hat schon mal angekündigt, das dann in jedem Fall zu ratifizieren. Wenn er wie angeblich gesagt haben soll, Kritik aus dem Westen nicht zähle, dann hat sich die Türkei endgültig von Europa verabschiedet. Meiner Meinung nach ist der Staat unter Erdogan geradewegs auf dem Weg in eine Diktatur, wo jegliche Form von Opposition mit harten Strafe verhindert werden soll.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren