Die Wikinger kommen

Die Wikinger kommen

Das sich über Geschmack streiten lässt, ist genau so bekannt wie auch falsch. Manche Menschen haben Geschmack, andere eben nicht. Scherz beiseite. Über Brettspiele lässt sich genau so gut streiten wie über jedes andere Thema auch. Die Geschmäcker sind tatsächlich verschieden und was dem einen gefällt, kann jemand anders für den Flop des Jahres halten.

Selbst der eigene Geschmack ist mitunter einem Wandel unterworfen. Eine ziemliche lange Zeit lang hat „Agricola“ zu Hause lediglich Staub im Regal angesetzt, bis meine Frau und ich vor der Messe letzte Woche entschieden, es noch mal zu spielen — um einen Vergleich zu „Caverna“ zu haben, welches sich auf unserer Einkaufsliste befand.

Blood Rage
Blood Rage

Tja, Caverna schaffte es nicht in unsere Sammlung. Dafür rüsteten wir Agricola weiter auf, weil wir richtig Blut geleckt hatten.

Um Blut, viel Blöd geht es auch in dem ersten Spiel unter unseren Neuerwerbungen, welches wir gestern ausgiebig spielten: Blood Rage

Das Ende der Welt — zumindest für die Wikinger Clans im Spiel — ist nah, es geht jetzt darum, sich noch mal in den Schlachten zu beweisen und nach Walhalla zu gelangen. Den größten Ruhm für einen Wikinger gibt es, im Ragnarök, der letzten Schlacht der Götter, zu fallen.

In Blood Rage führt jeder der zwei bis vier Spieler einen dieser Clans an. Über drei Zeitalter wird gespielt, am Ende eines Zeitalters geht eine Region auf dem Spielplan unter. Krieger, die dabei fallen, bringen dem Clan Ruhm.

Bereits vorher lässt sich auch schon Ruhm gewinnen, wenn man beim Plündern von Dörfern gegen Krieger anderen Clans besteht. Die Spieler können im Verlauf des Spieles verschieden Aktionen durchführen und damit unter anderem ihren Clan verbessern durch Ausrüstung, bessere Schiffe oder aber durch angeworbene Monster.

Jedem Spieler steht pro Runde ein gewisses Maß an „Wut“ zur Verfügung, was als eine Art Währung fungiert, um Aktionen zu bezahlen. Durch die Kontrolle seiner Wut versucht man möglichst lange agieren zu können, denn wenn der eigene Wut-Wert auf Null sinkt, kann man lediglich passen — oder aber an einer Schlacht teilnehmen, wenn das Schlachthorn ertönt. An dieser Stelle zeigt sich, das Blood Rage ein so genanntes Area-Control-Spiel ist. Wer am meisten Stärke in einem Gebiet anbringt, gewinnt die Schlacht und den damit verbundenen Ruhm. Ist man zudem aktiver Spieler, kann man das Dorf plündern um auf diese Weise seine Clan-Werte, welche die Anzahl der Wut pro Zeitalter, zu vergebenen Ruhm in der Schlacht und auch die Menge der eigenen Spielfiguren, die sich gleichzeitig auf dem Spielbrett befinden dürfen, festlegen.

Das Spiel lebt in jedem Fall von der Thematik und den großartigen Figuren, die natürlich ihren Preis haben. Rund 70 Euro wandern über den Ladentisch, wenn man sich Blood Rage kauft. Dafür bekommt man ein schnelles, kurzweiliges Spiel. In unserem insgesamt fünf Spielrunden zu zweit lag die Spieldauer bei etwa 45 bis 50 Minuten. Nicht abendfüllend, dafür aber ein guter Grund, nach einer erbitterten Niederlage sofort eine Revanche zu fordern.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren