Keinen Schritt voraus

Keinen Schritt voraus

Die ernüchternde Bilanz des heutigen Tages: ich liege noch immer auf Platz 5 und es sind lediglich zwei Tage über. Platz fünf — nun ja. Dabei sind meine Frau und ich doch auch heute wieder auf der Messe in Essen unterwegs gewesen.

Doch langsam und der Reihe nach. Gestern schleppten wir bereits mehrere Taschen nach Hause, hatten aber zu unserer eigenen Verblüffung gerade einmal die Hälfte des eingeplanten Budgets aufgebracht. So was motiviert für den zweiten Tag. Auf Grund der Teambesprechung am Vorabend stand die Strategie für den heutigen Tag auch bereits vor betreten des Messegeländes fest. Wir wollten als erstes „Blood Rage“ spielen, da wir uns bei dem Spiel noch nicht 100% sicher waren, ob es uns wirklich gefallen würde — obwohl die Wahrscheinlichkeit recht hoch war, denn Tom Vasel von „Dice Tower“ bzw. „Miami Dice“ — hatte das Spiel bereits in höchsten Tönen gelobt.

Ausbeute Tag 2
Ausbeute Tag 2

Der früher Vogel fängt den Wurm, ein Spruch der blödsinnig ist, wenn sich viele Vögel um wenige Würmer scharren. So ungefähr ist das auch auf der Spiel. Da wir aber genau wussten, an welchen Stand wir wollten, waren wir bei Öffnungen der Türen in der richtigen Position und schafften es auch, einen Platz zu ergattern.

Nach Ende des ersten Zeitalters (im Spiel) stand fest: gekauft. Obwohl es nicht auf der Top-Liste stand, die nämlich so aussah:

  • Role for the Galaxy: der große Traum
  • Die Zwerge — Die Saga
  • Die Zwerge — Charakter-Erweiterung
  • Shogun
  • Firefly
  • Sleeves & Boxen

Ebenfalls nicht auf der Liste stand Spielmaterial für Agricola. Da meine Frau und ich wieder richtig angefeixt sind, wollten wir upgraden. Aber nicht ein komplett neues Spiel kaufen, sondern nur die neuen Holzsteine für unsere Version. Zudem mussten wir auch unbedingt das „Bielefeld-Deck“ haben — aus Gründen.

Nach dem der Teil hinter uns lagt und wir die Gelegenheit nutzen, uns noch etwas umzusehen, ging die Jagd auf Firefly los. Gestern waren wir einfach zu unfähig, den Stand des Herstellers zu finden. Heute sah das schon deutlich besser aus. Zu unserem Leidwesen gab es zwar alle erdenklichen Erweiterungen zum Grundspiel (was uns ja auch noch fehlte), nicht aber die dringend empfohlene Erweiterung „Blue Sun“. Die war auch nirgends auf der Messe zu bekommen.

Bei so was wird jedoch mein Jagdinstinkt geweckt. Online hatte ich die Erweiterung schon mehrfach gesehen, wollte aber auf keinen Fall noch mal so hoch pokern wie im letzten Jahr bei „Historie“ wo wir erst die Erweiterungen kauften ohne zu wissen, ob wir überhaupt das Grundspiel bekommen würden.

In Halle 7 bei einem etwas versteckt positionierten Händler hatten wir Glück und fanden „Blue Sun“. Bei Gale Force Nine bekamen wir dann den Rest mit Rabatt, da sie uns das Bundle in der vollständigen Zusammenstellung nicht verkauften konnten. Im Endergebnis lagen wir damit dann nur 2 Euro über dem Preis, den wir gestern bezahlt hätten.

Kurz nach Mittag konnte der Rest des Tages entspannter angegangen werden. Es folgte die obligatorische Stärkung mit selbstgerechten Nudelsalat in einem der Verbindungsgänge zwischen den Hallen. Nach wie vor finde ich es richtig fies, dass man den Besuchern keine kostenlosen Sitzplätze zur Verfügung stellt, sondern sie auf dem Boden sitzen müssen. Wir wirklich Zeit, dass die Spiel nach Köln umzieht — hier gäbe es dann auch deutlich charmanter Durchsagen am U-Bahn Gleis. Das was man als Messebesucher am Essener Hauptbahnhof in der U-Bahn zu hören bekommt, erinnert schon ziemlich an Blockwart oder schlimmeres.

Wie dem auch sei, nach dem Nudelsalat ging es weiter. Noch war unsere Tragekapazität nicht ausgeschöpft. Auf dem Plan standen Schutzhüllen und Kunstoffboxen. Am Stand von SWAN PANASIA GAMES habe ich dann auch viel zeit verbracht, um alles auf meiner Liste rauszusuchen. Es wurde eine ganze Tasche voll und lag preislich doppelt so hoch wie ursprünglich vermute. Aber gut, dafür sind die Spielkarten auch bei den neuen Spielen dann geschützt.

Am Nachmittag befanden sich noch mehrere Spiele auf unserem Radar, die es zu sichten galt. Um den Rest des Budgets wurde hart gekämpft. Über „Terraforming Mars“ mussten wir uns allerdings keine Gedanken machen, denn das Spiel war am Nachmittag erstmal ausverkauft. Die restlichen Kandidaten waren dann:

  • Stronghold
  • Shogun
  • Helden der Normandie
  • Oben und Unten
  • Role for the Galaxy: der große Traum
  • Agricola: Die Moorbauern

Auch wenn das Angebot bei Shogun verlockend war, fiel das Spiel raus. Ab drei Spieler mit einer ziemlich hohen Wahrscheinlichkeit, dass das Spiel bei uns im Regal verstaubt (und wertvollen Platz belegt).

Stronghold werden wohl erstmal spielen wollen, bevor wir uns zu einem Kauf entscheiden. Bei „Oben und Unten“ zeichnete sich ab, dass das Spiel uns eher unterfordern würde. Ziemlich cool finde ich persönlich „Helden der Normandie“, aber hier gab es ein Veto meiner besseren Hälfte. Nicht weil sie keine Kriegsspiele mag (eher im Gegenteil), sondern abgeschreckt war von den unzähligen Erweiterungen.

So schafften es dann die letzten beiden Kandidaten von der Liste. Die letzten sechs Euro aus der Kriegskasse gingen dann am Ende für „Die magische 3“ (Erweiterung Imperial Settlers).

Fazit nach zwei Tagen Messe: hat sich wirklich gelohnt, aber unsere Regale sind jetzt definitiv voll. Außerdem brauche ich jetzt mindestens ein halbes Jahr bezahlten Urlaub um alle Neuerwerbung zu spielen.

Zum Schluss aber noch die ganz harten Zahlen. Mein Messetag umfasste heute 9,3 Kilometer und 11.202 Schritte. Es wird wirklich wieder Zeit, Wandern zu gehen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren