Der Gärtner wird Bock

Der Gärtner wird Bock

Die Redewendung „Den Bock zum Gärtner machen“ bezieht sich darauf, einer Person eine Aufgabe zu übertragen, für die sie eigentlich nicht geeignet ist. Oder aber eine Aufgabe, die im Prinzip unangemessen wäre.

Unangemessen kann eine Aufgabe aus einer ganzen Reihe von Gründen sein. Nicht nur weil die betreffende Person ungeeignet ist, sondern auch, weil die Aufgabe für die Person ungeeignet ist. Ungeeignet deshalb, weil die neue Aufgabe in der Lage ist, das bisherige Ansehen der Person nachhaltig zu beschädigen.

steinchen / Pixabay

Der Beliebteste war Peer Steinbrück nie gewesen, weder bei den Wählerinnen und Wähler noch unter uns Genossen. Wollte er auch nicht sein. Ich für meinen Teil mochte ihn, schätzte seine kühle und doch manchmal emotionale Art.

Hätte, hätte, Fahrradkette

Das er jetzt nach seinem Ausscheiden aus dem deutschen Bundestag Berater bei der ING-DiBa-Bank wird, halte ich für eine falsche Entscheidung. Zudem halte ich den Zeitpunkt für einen Wechsel für viel zu früh. Nach wie vor bin ich der Meinung, eine Karenzzeit bei Politikern, zumindest bei ehemaligen Spitzenpolitiker, wäre notwendig bevor sie irgendwelche Ämter in der Privatwirtschaft bekleiden.

Eine Bank wie die ING-DiBa mag eine vermeintliche sozialdemokratische Tradition haben. Angemessener wäre doch eine Bank wie GLS oder eine genossenschaftliche Bank gewesen. Wenn überhaupt.

Für mich stellt sich nämlich die Farm, ob man mit 69 Jahren als ehemaliger Spitzenpolitiker noch arbeiten muss. Reicht es bei Steinbrück nicht mit der Rente? Sind seine Bezüge so niedrig, dass der aufstocken muss? Oder fällt ihm zu Hause in seiner Wohnung die Decke auf den Kopf vor lauter Langeweile?

Finanziell nötig wird der den neuen Job wohl wirklich nicht haben. Es geht hier einzig und allein um Streicheleinheiten für das eigene Ego.

Wirklich traurig.

Gespannt sein darf man dann, was andere Sozialdemokraten nach ihrer aktiven politischen Zeit für Jobs finden werden. Vielleicht wird Andrea Nahles ja Geschäftsführerin einer Zeitarbeitsfirma. Oder Gabriel — moment, der macht bereits jetzt schon Lobbyarbeit.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren