Zum Tag des Kaffees

Zum Tag des Kaffees

Über den Facebook-Eintrags meiner Lieblingsfirma für Gewürze (und mehr) bin ich drauf aufmerksam gemacht worden, dass heute der Tag des Kaffees ist. Kaffee ist für viele eine Leidenschaft, für andere etwas was Leiden schafft — weil das, was einem als Kaffee serviert wird, nichts mit dem zu tun hat, was Kaffee eigentlich sein könnte und sollte. Wer ein konkretes Beispiel möchte, setzt sich in einen ICE und warte, bis die Dame oder der Herr aus dem Bordbistro vorbeikommt und frisch gebrühten Kaffee feil bietet.

Für mich selber ist die Geschichte meines Kaffee-Konsums auch eine Geschichte voller Missverständnisse. Und wie schon häufiger hier im Blog erwähnt (glaube ich zumindest), fängt meine Kaffee-Geschichte im Alter von etwas sechs Jahren an. „Der Junge ist jetzt alt genug, da kann er mal eine Tasse Kaffee trinken.“ Die gab es dann morgens vor der Schule, damit das Kind auch aufgeweckt in den Unterricht geht.

jarmoluk / Pixabay

Klar kommt es immer auf die Dosis an, aber wie bei allen Mittelchen zum aufputschen tritt auch irgendwann eine Gewöhnung ein — um hier nicht von einer Abhängigkeit zu sprechen.

Das was ich selber früher als Kaffee getrunken habe, würde ich heute nicht mehr runter bekommen. Handelsübliche Kaffeemaschine aus den 70er Jahren, gemahlenes vakuumiertes Pulver, was nach dem Öffnen der Packung dann in einer Dose aufbewahrt wurde. Ich meinem Kaffee befand sich etwas stets etwas Kondensmilch und exakt drei Würfel (oder Teelöffel) Zucker. Mit Geschmack hat das alles nicht mehr viel zu tun. Anders kannte ich es aber nicht.

In den 80er Jahren kam eine Tee-Welle auch über Wesel. Es wurde „hip“ (auch wenn es das Wort damals noch nicht in unserem Sprachgebrauch gab), Tee zu trinken. Es waren dann vor allem aromatisierte Tees. Den Trend machte ich am Rande mit, aber ich blieb erstmal beim Kaffee. In der Oberstufe sollte sich das dann ändern, denn ich entdeckte Tee erneut für mich. Diesmal ohne künstliche Aromazusätze und nicht aus Supermärkten oder dubiosen lokalen Tee-Geschäften, sondern von einem Bremer Versandhändler namens Paul Schrader. Ein Katalog von ihm fiel mir auf einer Juso-Unterbezirkskonferenz in die Hände.

So wurde ich zum Teetrinker, fing an Zeug rund um Tee zu sammeln und erwarb im Rahmen einer Fahrt nach Köln damals eine japanische Tee-Tasse in einem Geschäft, dass es heute noch gibt. Tee begleitet mich auch im Studium, besonders der vomier geliebte Darjeeling. Trotz eines guten Fachgeschäftes in Bielefeld gab (und gibt es nach wie vor) für mich nur eine Bezugsquelle für guten Darjeeling: Die Teekampagne

Ja,, es geht um den Tag des Kaffees. Bei dem landete ich wieder, als ich aus mir unbekannten Gründen auf den literweisen Teekonsum verzichten musste. Zu viel Tee verträgt mein Magen nicht, dafür sind literweise Kaffee kein Problem.

Das was ich aber bei Tee so schätzte, die Zeremonie der Zubereitung, nahm ich mit rüber zum Kaffee. Natürlich gibt es immer Momente, wo es vor allem schnell und praktisch sein sollte. Dafür gibt es zu Hause eine Kapselmaschine. Lassen wir den Umweltaspekt mal beiseite erkennen wir, dass das Pulver in den Kapseln aromasicher verpackt ist. Für die Tage mit mehr Zeit wird der Kaffee bei uns zelebriert. Von Hand gemahlen, Hand gefiltert, mit French Press oder Aeroo Press zubereitet und natürlich aus Bohnen, die entweder von lokalen Kaffeeröstereien oder sympathischen Online-Händlern stammen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren