Creme gegen das Altern

Creme gegen das Altern

Ob es eine bestimmte Creme gibt, die gegen das Älter werden hilft, ist mir nicht bekannt. Selbst wenn ich darüber etwas wüsste, wäre es mir wahrscheinlich auch egal. Natürlich habe ich wie alle anderen auch Probleme damit, älter zu werden (manche behaupte ja, man wird nicht älter sondern reifer, aber wenn man sich sehr reifes Obst ansieht…). Einer Creme, die auf welche Weise auch immer helfen könnte, traue ich aber nicht über den Weg.

Die Zutaten solcher Creme während sicher bedenklich oder würden zu keinem dauerhaften Effekt führen. Dazu käme dann mit Sicherheit ein Preis für die Creme, der unverschämt hoch liegen würde. Bezahlen würde man für die Verpackung, viel Füllstoff und wenig Wirkstoff.

Mizianitka / Pixabay

Zugegeben eine merkwürdige Einleitung, aber es geht schließlich in gewisser Weise um das Älter werden. Genauer gesagt um einen Geburtstag. Auf den Tag genau 80 Jahre ist wurde heute ein Mann, mit dem ich in der späteren Phase seines Lebens Probleme auf Grund bestimmter Vorwürfe die aufkamen hatte — was aber hier nichts zur Sache tun sollte. Eine ganze Zeit lang war er nämlich auf ein Quell der Inspiration für mich.

Die 30 Jahre seines Wirkens im Fernsehen bekam ich nicht vollständig mit. Richtig bewusst wurde mir der Wert seiner Sendung in der Oberstufe, besonders dann nach dem Abitur und im Zivildienst. Mit seinen Rezepten und Tipps stellte ich mir tatsächlich selber Cremes, Seifen und sogar Haarspray her, hatte Spaß beim zusammenrühren und mixen der Zutaten. Die selber hergestellten Cremes hatten einen ehrlich, soliden Geruch, den ich beim schreiben der Zeile wieder in meine Erinnerung rufe. Die Peeling-Creme mit Granulat aus natürlichen, nachwachsende Rohstoffen fand ich klasse. Merkwürdig, dass später Hersteller auf die Idee kamen, Mikroplastikteile in Cremes zu packen.

Mich überzeugte auch die Argumentation des Geburtstagskinds hinsichtlich der Hygiene bei Selbermachen der Cremes und Shampoos. Wenn es wirklich so wichtig sei wie die Hersteller der kommerziellen Produkte behaupteten (und was aus ihrer Sicht für eine ausschließlich industrielle Produktion spräche), so seine Frage, warum lässt man dann die Menschen zu Hause ihr Essen selber kochen?

Das Selbermachen war auch eine Art Philosophie und geschah aus Überzeugung. Bei mir wurde gerührt und in Döschen gefüllt und ebenso in meinem damaligen Freundeskreis — nicht alle, aber einige waren infiziert von Jean Pütz und seiner „Hobbythek“.

Eben dieser Jean Pütz wurde heute 80 Jahr alt. Die Süddeutsche Zeitung erinnert in ihrer heutigen Ausgabe an seinen Geburtstag auf charmante Weise und schreibt ihm einen wundervollen Satz als Zitat zu:

Ich habe da mal was vorbereitet.

Den Spruch kenne viele Schüler vermutlich auch von ihren Lehrern, die möglicherweise früher auch die Hobbythek im Fernsehen gesehen haben. In der Sendung ging es tatsächlich auch um mehr als „Creme und Sanfte Seifen“ (so der Titel eines Buches im meinem Regal). Sie war eine Wissenschaftssendung, welche mitunter nicht einfache Themen allgemeinverständlich herunter brach.

Von mir für das Geburtstagskind auf jeden Fall noch mal einen ganz herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! Und Danke für die Sendung, die mich ein Stück weit auch geprägt hat.

Apropos selber machen: Das mit der eigenen Homepage Herr Pütz ist wirklich löblich, aber die Seite muss nun wirklich nicht aussehen wie aus den 90er Jahren. Vielleicht gönnen Sie sich zum Geburtstag mal was neues — das gibt es tolle Sachen zum selbermachen von WordPress.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren