Der Kunde will Druck

Der Kunde will Druck

Als hätten wir am vergangen Sonntag auf dem barcamp Köln nicht in der Session von @Pixelkurier über den „Wunsch-/Problemkunden“ diskutiert. Ausgerechnet diese Woche fällt mir dann wieder ein besonders hübsches Exemplar auf die Füße (ja, wir haben ein Lager für Kunden, wo wir je nach Auftragslage welche hervorholen).

Der Kunde hätte gerne ein Drucksymbol für die Webseite. Ja nee, is klar. Für mich persönlich ist das noch schlimmer als Schilder vor Bäckereien mit dem Hinweis „Täglich frische Brötchen“. Jeder mir bekannte Browser hat einen Menüeintrag wie „Datei-\>Drucken“. Dafür gibt es sogar einen Tatstatur-Shortcut. Unter Max OS X (oder wie immer das Betriebssystem nach der Keynote heute Abend heissen wird) wäre das cmd+P.

Unsplash / Pixabay

Auch ohne explizite print.css sollte das reichen, um irgendwas irgendwie zu Papier zu bringen. Falls das nicht der Fall sein sollte — persönlich finde ich das in keiner Weise störend. Warum? Weil ich es extrem widersinnig finde, Webseiten auszudrucken.

Papier ist geduldig, heisst es. Vielleicht gibt es auch Menschen, die ausgedruckte Webseiten in farbliche unterschiedliche Ordner abheften, diese mit einer Registratur versehen, so dass sie die Webseiten bei Bedarf wiederfinden können.

Mein Arbeitsplatz im Büro ist papierlos — aus guten Gründen. Wenn ich etwas archivieren will, nutze ich den Webclipper von Evernote und die Seite wandert in meinen Account. An dieser Stelle könnte ich noch lange herum lamentieren, an der Tatsache, dass der Kunde eine Druckfunktion haben wollte, ändert das nichts. Mit dem Ansatz, ihm die Sinnfreiheit der Druckfunktion zu verdeutlichen, scheiterte ich leider. „Einige meiner Besucher wollen die Webseite ausdrucken.“ — sein Standpunkt, von dem er nicht abrücken wollte. Da des Kunden Wunsch sein Himmelreich ist, habe ich ihm den Wunsch nicht erfüllt. Sondern ich bin dem nachgekommen, um meine Ruhe zu haben.

Es gibt häufig in der Kundenkommunikation den Punkt, wo weitere Worte mehr Energie, Zeit und Nerven kosten als wenn man einfach Dinge wie gewünscht umsetzt. Zumal Versuche, dem Kunden etwas ausreden nicht in Rechnung gestellt werden können, die Umsetzung, egal für wie bescheuert man sie selber hält, dagegen schon.

Wer sich etwas mit Webdesign und Webentwicklung auskennt wird mir jetzt attestieren, dass so ein Drucksymbol doch kein großer Akt sei. Etwas Javascript ins Template und fertig. Nur das wir bei dem Projekt ein fertiges Theme verwendet haben, um eben nicht an den Dateien herumzuschrauben. Nach Recherche und ausprobieren landete ich dann schließlich bei „Print Friendly and PDF“. Einigermaßen Flexibel, erzeugt einen 87% narrensicheren Druckdialog und ein passables Ergebnis. Das Ganze musste dann nur noch zur Zusammenarbeit mit Divi überredet werden, was größere Schwierigkeiten bereitete. Bis ich auf die automatische Darstellung verzichtete und den Button über einen entsprechenden Shortcode einband.

Dazu legte ich in Divi ein globales Element an, platzierte darin den Shortcode und setzte es als letzte Sektion auf den Seiten. Leider hier der Plural, denn ich musste das globale Element von Hand auf jeder Seite einbinden. Immerhin, jetzt funktioniert alles so, wie sich der Kunden gewünscht hat. Und ich habe meine Ruhe.

Nachtrag: Beim schreiben fiel mir dann ein, auf welchen Webseiten eine Druckfunktion unter Umständen hilfreich sein kann: Rezeptseiten wie zum Beispiel Chefkoch.de, weil es etwas umständlich ist, den Computer mit in die Küche zu nehmen. Zudem spritzt er beim anbraten mitunter voll. Also, ausgedruckte Rezepte.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren