Der Pate fährt Bahn

Der Pate fährt Bahn

Kurz bevor der Wecker klingelte, hatte ich noch einen merkwürdigen Traum. Darin kam ein elfischer Mafia-Boss vor, der Eichhörnchen-Schuhe trug. Sah ziemlich lächerlich aus, gleichzeitige strahlte er aber eine gewisse Bedrohung aus. Wer über den Don lacht, lacht zum letzten Mal in seinem Leben.

Woher der Elf kam, weiß wohl nur mein Unterbewusstsein. Den Mafia-Touch aber verdanke ich dem Film „Der Pate“. Meine Frau und ich haben gestern den letzten Rest von Teil 1 gesehen und fingen dann mit Teil 2 an. Eine neue Serie? Nein, der Klassiker von Francis Ford Coppola. Man mag es kaum glauben, aber wir kannten den Film bis dato nicht, auch wenn fast schon zur Allgemeinbildung gehört.

Der Maulwurf des Paten
Der Maulwurf des Paten

Der Film ist 44 Jahre alt und wirkt erstaunlich frisch, was unter anderem an so großartigen Schauspielern wie Marlon Brando als Pate Don Vito Corleone und Al Pacino als sein jüngster Sohn Michael liegt. Die 175 Minuten vergehen ohne Längen, auch wenn wir Serien-Junkies solche Werke lieber in kleineren Happen genießen.

Einzig die zeitlichen Sprünge im letzten Drittel verwirren. Erst ist Michael im Sizilien heiratet, seine Frau wird von einer Autobombe getötet. Er kommt zurück und trifft seine amerikanische Freundin aber erst ein Jahr nach dem er bereits wieder in den USA ist. Dann hat er einen Sohn, der getauft wird — von der Hochzeit bekam man nichts mit.

Trotzdem, beeindruckend. Auch der zweite Teil verspricht eine Menge Spannung. Wobei ich die auch derzeit morgens in Köln auf dem Bahnsteig geboten bekomme. Mehr oder weniger in einer (so empfinde ich es zumindest) Nacht und Nebel Aktion hat Veränderungen am ICE 616 vorgenommen. Dieser endet bis zum 22. August statt in Dortmund bereits in Köln. Genau so, wie es nach dem Stellwerkbrand in Mühlheim (an der Ruhr) gehandhabt wurde. Für Pendler Richtung Düsseldorf und Ruhrgebiet bleibt im gleichen Zeitfenster der IC 2220 nach Fehmarn-Burg, welche abweichend zum sonstigen Fahrplan nicht über Wuppertal, sondern über Düsseldorf fährt.

Im besagten IC 2220 stieß ich dann heute morgen auf das Faltblatt „Ihr Reiseplan“. Dort gab es einen Hinweis auf Gleiserneuerungen zwischen Solingen und Köln. Das betrifft ja eigentlich nicht den ICE 616, was der Bahn aber wohl egal ist. Man sitzt ja auch als Verantwortlicher für die Fahrpläne selber nicht in einem IC, der zusätzlich zu den normalen Fahrgästen auf der Strecke nach Fehmarn-Burg zwei ICE-Zugteile mit Reisenden aufnehmen muss. Als bahncard 100 Kunde zahle ich auch gerne für ein schlechteres Produkt, mangelhaften Service und miese Informationspolitik.

Mir gefällt die Vorstellung, was Vito Corleone in so einem Fall machen würde. Eine kurze Berührung seiner Hand an seiner Wange, bevor er einen Untergebenen zu sich heran winken würde um ihm mit leiser Stimme den Auftrag erteilt. Ein Angebot, welches die Bahn nicht ablehnen kann.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren